• 27.08.2012, 12:29:30
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Generika sind kein Allheilmittel zur Sanierung des Gesundheitsbudgets

Wien (OTS) - Pharmig begrüßt volkswirtschaftliche Effekte der
Generika, unterstreicht aber gleichzeitig die Notwendigkeit, mit
Originalpräparaten finanzielle Ressourcen für die Erforschung
innovativer Arzneimittel aufzubauen. Krankenhausbereich hat größtes
Potenzial bei Senkung der Gesundheitsausgaben.

"Der stationäre Bereich ist der Kostentreiber bei den
Gesundheitsausgaben", hält Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der
Pharmig, angesichts der jüngsten Studie von IMS Health zu den
Arzneimittelkosten in Österreich und den Einspareffekten durch
Generikaverordnungen fest.

"Natürlich ermöglichen Generika den Krankenkassen Einsparungen
bei deren Arzneimittelausgaben", so Huber. Schließlich betrage deren
Anteil am gesamten Apothekenmarkt bereits 34 Prozent (in Packungen)
- eine Verdreifachung seit 2002 (11,1 Prozent). Im ersetzbaren, also
generikafähigen Markt entfällt mit 46 Prozent mittlerweile fast jede
zweite Verordnung auf ein Nachfolgerprodukt (Abrechnung lt.
Krankenversicherungsträger für 2010).

"Wenn schon von Einsparungen im Gesundheitswesen gesprochen wird,
sind sich alle Experten einig, dass der Krankenhausbereich, der bis
zu 37,5 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben verschlingt,
angegangen werden muss", fordert Huber.

Generika bieten zwar Einsparungspotenzial, doch braucht es im
Arzneimittelmarkt ein kontinuierliches Engagement in der Erforschung
und Entwicklung neuer, innovativer Präparate, um auch in Zukunft
Krankheiten auf bestmögliche Art bekämpfen zu können: "Der Aufwand,
ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, ist enorm", so Huber.
Die Entwicklungszeit eines Originalpräparates beträgt im
Durchschnitt mehr als 10 Jahre. Von anfänglich bis zu 10.000
Substanzen wird nach ausführlichen Studienphasen durchschnittlich
lediglich eine einzige zugelassen. Bei einem Generikum aber
entfallen diese - auch finanziell und zeitlich - aufwändigen
klinischen Studien. Dazu Huber: "Innovation in der
Arzneimittelindustrie, die letztendlich den Patienten zu Gute kommt,
ist nur mit hohen finanziellen Investitionen und dem damit
verbundenen Risiko möglich." Darüber hinaus betonte der
Generalsekretär der Pharmig, dass 82 Mio. Euro als Solidarbeitrag
zur Erhaltung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Krankenkassen
gegenüber ihren Patienten zu einem wesentlichen Teil von der
innovativen pharmazeutischen Industrie finanziert werde. Dieser
Betrag, der bis 2015 geleistet wird, sieht überdies eine
Zweckbindung in der Höhe von 6,75 Mio. Euro für die Förderung von
Leuchtturmprojekten in den Bereichen Prävention und Kindergesundheit
vor.

Über die Pharmig: Die Pharmig ist die freiwillige
Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit
hat der Verband 120 Mitglieder (Stand August 2012), die den
Medikamenten-Markt zu fast 100 Prozent abdecken. Die
Mitgliedsunternehmen der Pharmig bieten Arbeitsplätze für ca.10.000
Beschäftigte.

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