- 23.08.2012, 12:47:12
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Alpbach - Karlheinz Töchterle: Klares Signal für verstärkte Nachwuchsförderung
18 Millionen für rund 100 Doktorand/innen - zweite Phönix-Ausschreibung im Herbst
Utl.: 18 Millionen für rund 100 Doktorand/innen - zweite
Phönix-Ausschreibung im Herbst=
Alpbach (OTS) - "Wir setzen mit den zusätzlichen 18 Millionen
Euro für Doktorandinnen und Doktoranden ein klares Signal zur
Nachwuchsförderung", so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr.
Karlheinz Töchterle bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit
Infrastrukturministerin Doris Bures, IV-Präsident Georg Kapsch und
Hannes Androsch anlässlich der Eröffnung der Technologiegespräche
heute in Alpbach. Der Minister unterstrich den hohen Stellenwert der
gezielten Nachwuchsförderung als zentraler Standortfaktor und
kündigte im Zuge der weiteren Stärkung der Brücke
Wissenschaft-Wirtschaft die zweite Ausschreibung des
"Phönix-Preises" an. Weiters ging Töchterle auf die Bedeutung
privater Mittel für Wissenschaft und Forschung, der das Ministerium
im Rahmen des Hochschulraum-Strukturfonds gerecht wird, sowie die
bemerkenswerte Performance Österreichs in der europäischen
Forschungsförderung ein.
"Gezielte Nachwuchsförderung ist ein zentraler Standortfaktor und
muss alle Karrierephasen - vom Doktoratsstudium als erste große
Forschungsleistung, über die Post-Doc-Phase bis zur Berufung als
höchste Karriereperspektive - abdecken", so der Minister. Im
Wissenschafts- und Forschungsministerium setzt man daher auf ein
breites Spektrum der Nachwuchsförderung: Beginnend bei der Kinderuni
über Sparkling Science bis hin zu Praktikaplätzen gibt das
Ministerium pro Jahr rund 4,5 Millionen Euro für voruniversitäre
Nachwuchsförderung aus.
Jüngste Initiative des BMWF: Die Doktoratsausbildung wird
gemeinsam mit dem Wissenschaftsfonds FWF weiter ausgebaut, konkret
gibt es dafür zusätzlich 18 Millionen Euro. "Das ist eine gezielte
Maßnahme zur Nachwuchsförderung und Schwerpunktbildung an den Unis",
so Töchterle. "Wir schaffen mit dem Ausbau der Doktoratskollegs bis
zu 100 neue Stellen für Doktorandinnen und Doktoranden und damit
rund 100 neue Arbeitsplätze für Nachwuchswissenschaftler. Damit
setzen wir gemeinsam mit dem Wissenschaftsfonds ein klares Signal
für die Nachwuchsförderung an den Universitäten und bieten einen
starken Anreiz zur Forcierung der Doktoratsausbildung auf hohem
Niveau und nach internationalen Qualitätsstandards. Doktoratskollegs
sind ein internationaler Exzellenzausweis."
"Wissenschaft und Wirtschaft sind eine starke, tragfähige Brücke
in die Zukunft", ging der Minister in der Pressekonferenz auf den
Bereich Wissenstransfer ein. "Hochschulen und
Forschungseinrichtungen müssen daher ihre qualitativ hochwertigen
Forschungsergebnisse stärker in die Gesellschaft und Wirtschaft
tragen." Universitäten müssen aus Sicht des Ministers verstärkt
Strategien zur Verwertung ihres geistigen Eigentums entwickeln und
umsetzen. Ein im Wissenschaftsministerium eingerichteter National
Contact Point konnte sich als Zentrum für die Entwicklung von
Wissenstransferstrategien etablieren. Dieser stärkt gezielt die
Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und unterstützt
die Hochschulen beim professionellen Umgang mit geistigen
Eigentumsrechten.
Um die Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft noch
stärker bewusst und sichtbar zu machen, hat das BMWF im Vorjahr den
"Phönix-Preis" ins Leben gerufen und damit junge, innovative
Unternehmer ausgezeichnet. "Wir werden im Herbst eine zweite
Ausschreibung starten", kündigte Töchterle an. Künftig wird es zwei
Kategorien (Phönix allgemein und Phönix Frauen für innovative
Unternehmerinnen) geben, die Verleihung ist für den Mai 2013
geplant.
Betreffend privater Mittel für Wissenschaft und Forschung verwies
Töchterle auf folgende Zahlen: Im internationalen Vergleich liegt
Österreich bei den öffentlichen Ausgaben für tertiäre Bildung mit
1,2 Prozent des BIP sowohl über dem OECD-Durchschnitt (1 Prozent)
als auch über dem EU-Durchschnitt (1,1 Prozent). Werden die privaten
Mittel dazu gerechnet, liegt Österreich mit 1,3 Prozent des BIP
unter dem OECD-Durchschnitt und im EU-Durchschnitt. Auch in der
Forschung ist der privat finanzierte Anteil vergleichsweise gering.
"Es braucht verstärkt privates Sponsoring für Bildung, Wissenschaft
und Forschung. Warum soll es attraktiver sein, in einen Fußballklub
zu investieren, als eine Universität oder Forschungseinrichtung zu
unterstützen?" Noch gibt es in Österreich kein entsprechend
entwickeltes Mäzenatentum, das Wissenschaft und Forschung
unterstützt. "Hier sehe ich Potential", nannte Töchterle auch
jüngste Beispiele wie größere Spenden an das IST Austria und an die
Paracelsus Uni in Salzburg.
Im Hochschulraum-Strukturfonds (LV-Periode 2013 - 2015) wird ein
Teil der Mittel für das Einwerben von Drittmitteln als privater
Finanzierungsanteil vergeben werden, auch das Einwerben von
Sponsoringgeldern soll konkret honoriert werden. "Wir setzen damit
einen Schritt im Bereich des privaten Sponsorings von universitärer
Forschung", so Töchterle. Mindestens neun Millionen Euro im
Hochschulraum-Strukturfonds (insgesamt 450 Millionen Euro) werden in
den nächsten drei Jahren zu privat finanzierten Spenden an die
Universitäten vergeben. Das heißt: für jeden Euro an Sponsorgeld,
den die Unis für die Forschung akquirieren, werden zusätzliche
Mittel bereitgestellt.
Abschließend ging Töchterle auf die europäische
Forschungsförderung ein: "Europa bringt ein großes Plus für den
Forschungsstandort Österreich." Das kommende 8. EU-Rahmenprogramm
"Horizon 2020" (2014 - 2020) eröffne "neue Horizonte - im besten
Sinne des Wortes". Österreich konnte sich gut einbringen. So spielen
etwa die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften u.a. auf
Initiative Österreichs eine zentrale Rolle, ihnen wird ein eigener
Themenbereich in der dritten Säule von HORIZON 2020 gewidmet.
Durchsetzen konnte sich Österreich auch mit der Forderung der
Stärkung der kleinen und mittleren Unternehmen. Für diese
Unternehmen werden künftig 20 Prozent statt bisher 15 Prozent der
Mittel vorgesehen. Ebenso geht es in HORIZON 2020 um eine weitere
Stärkung des Europäischen Forschungsrates (ERC), mit dem die EU
Grundlagenforschung fördert. Österreich nimmt bereits jetzt sehr
erfolgreich teil, wie die 69 ERC-Grants von in Österreich tätigen
Wissenschaftler/innen beim ERC eindrucksvoll beweisen.
"Wir wollen im neuen Rahmenprogramm unsere Forschungsstärke
weiter stärken", so Töchterle mit Verweis auf die bereits sehr hohe
Rückflussquote (aktuell bei 130 Prozent). Der Minister abschließend:
"Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Anteil für Forschung &
Entwicklung im nächsten EU-Budget größtmöglich ist".
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