Alpbacher Perspektiven: Leitl: "Jugend bei Herausforderungen der Zukunft unterstützen"

WKÖ-Studie: Junge Menschen blicken großteils optimistisch in die Zukunft und sind pro-europäisch orientiert

Alpbach (OTS/PWK542) - Denken mit den Köpfen der Generationen
von morgen - das ist der Schwerpunkt der heurigen Alpbacher Perspektiven. Was die Jugend von heute für morgen erwartet und welche Megatrends bis zum Jahr 2040 zu erwarten sind, beleuchtet eine aktuelle Market Studie unter jungen Menschen von 15 bis 25 Jahren, die die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Auftrag gegeben hat.

Fazit: Die österreichischen Jugendlichen blicken positiv in die Zukunft - mehr als die Hälfte ist optimistisch, ein Viertel macht sich jedoch Sorgen. "Gerade dieses Viertel soll man nicht ausblenden, diese jungen Menschen brauchen Begleitung", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl bei der Präsentation der Studie in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem US-Wissenschafter und Buchautor Jeremy Rifkin.

Was erwarten die Jugendlichen von der Politik? Hier hat ganz klar das Thema Sicherung der Pensionen Priorität, wie die Studie zeigt. Auch die Verbesserung der beruflichen Ausbildung ist für junge Menschen ein wesentlicher Punkt, ebenso wie eine intakte Umwelt. Wie die Studie ebenfalls belegt, ist die Jugend proeuropäisch orientiert. "Die jungen Menschen in Österreich sehen Europa als Jugendprojekt. Daher sind wir verpflichtet, dieses Europa krisensicher zu gestalten", betonte Leitl. "Wir brauchen daher eine stärkere wirtschaftspolitische Koordinierung in der EU. Bei aller Notwendigkeit zur budgetären Sanierung brauchen wir auch Impulse für Wachstum und Beschäftigung sowie Innovationen vor allem in neuen Technologien. Die Notwendigkeit wird verschärft durch die hohe Jugend-Arbeitslosigkeit in der EU. Millionen Jugendliche in Europa sind ohne Beschäftigung. Das ist ein Skandal."

Dritte Industrielle Revolution
US-Wissenschafter Rifkin schlug in die gleiche Kerbe: Es sei unbestritten, dass praktisch alle EU-Mitgliedstaaten Sparprogramme umsetzen müssen. Allerdings müsse man dabei darauf achten, dass das Bekenntnis zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum und die soziale Marktwirtschaft nicht aus dem Blickfeld geraten.

Parallel zur Krisenbewältigung braucht es Rifkin zufolge eine "Dritte Industrielle Revolution", die wesentlich getragen wird von den neuen Technologien, grünen Energien und Nachhaltigkeit, um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen tragen zu können. Diese Entwicklung trifft die Europäische Union und die globae Wirtschaft gleichermaßen.

Die EU habe viel versprechende Wachstumsperspektiven, betonte Rifkin, der auch Präsident der Foundation on Economic Trends ist. Eine Schlüsselrolle haben für ihn dabei nachhaltige Energiegewinnung und Ressourcenverwaltung, wodurch die Produktivität steigen, Jobs geschaffen und die Umwelt geschont würde, so Rifkin.

"Der Ansatz der Dritten industriellen Revolution ist ein beeindruckendes Modell, das genau auf die Wünsche und Erwartungen der Jugend eingeht. Und Rifkin zeigtdamit, dass sowohl qualitatives als auch quantitatives Wirtschaftswachstum möglich ist", strich Leitl hervor und wies ebenso wie Rifkin auf die führende Rolle Österreichs bei Umwelttechnologien und erneuerbaren Energien hin.

Refinanzierung durch Eurobonds
Die Forderung nach einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung Europas ist aus der Sicht von WKÖ-Präsident Leitl verknüpft mit einer engen Koordinierung von Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik in der EU: "Wir brauchen ein differenziertes Eurobond-Instrument in Europa. Gemeinsame Bonds haben den Vorteil, dass sie nicht als Hängematte missbraucht werden können, Geld bekommen nur jene Staaten, die sich auch an die gemeinsamen Spielregeln halten. Mit Eurobonds mit abgestuften Zinssätzen hätten wir ein Schutzschild und ein internes Steuerungsinstrument gleichermaßen".

Ausbildungsperspektiven bieten
Im Bereich Bildungspolitik zeigt die Studie, dass den jungen Menschen eine gute Ausbildung immer wichtiger wird, dass auch die Bereitschaft zu Weiterbildung wächst. "Daran zeigt sich, dass wir die duale Ausbildung in Österreich noch attraktiver machen und jene Jungen abholen müssen, die wir derzeit ausgeblendet haben. Wir müssen sie begleiten und ihnen eine Perspektive geben, statt siealleine zu lassen." Jährlich sind fast 10.000 Jugendliche in Österreich ohne Schul- oder Berufsabschluss und damit ohne Zukunfts- und Erwerbsperspektive.
Der WKÖ-Präsident plädierte für eine Ausbildungspflicht: " Kein Kind in Österreich soll mit 18 ohne Berufs- oder Schulausbildung sein". Dabei gehe es um ein angepasstes Ausbildungs-Begleitprogramm. (PM)

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