- 20.08.2012, 14:30:07
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Alpbacher Perspektiven: Leitl: "Jugend bei Herausforderungen der Zukunft unterstützen"
WKÖ-Studie: Junge Menschen blicken großteils optimistisch in die Zukunft und sind pro-europäisch orientiert
Alpbach (OTS/PWK542) - Denken mit den Köpfen der Generationen
von morgen - das ist der Schwerpunkt der heurigen Alpbacher
Perspektiven. Was die Jugend von heute für morgen erwartet und welche
Megatrends bis zum Jahr 2040 zu erwarten sind, beleuchtet eine
aktuelle Market Studie unter jungen Menschen von 15 bis 25 Jahren,
die die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Auftrag gegeben hat.
Fazit: Die österreichischen Jugendlichen blicken positiv in die
Zukunft - mehr als die Hälfte ist optimistisch, ein Viertel macht
sich jedoch Sorgen. "Gerade dieses Viertel soll man nicht ausblenden,
diese jungen Menschen brauchen Begleitung", betonte WKÖ-Präsident
Christoph Leitl bei der Präsentation der Studie in einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit dem US-Wissenschafter und Buchautor Jeremy
Rifkin.
Was erwarten die Jugendlichen von der Politik? Hier hat ganz klar
das Thema Sicherung der Pensionen Priorität, wie die Studie zeigt.
Auch die Verbesserung der beruflichen Ausbildung ist für junge
Menschen ein wesentlicher Punkt, ebenso wie eine intakte Umwelt. Wie
die Studie ebenfalls belegt, ist die Jugend proeuropäisch orientiert.
"Die jungen Menschen in Österreich sehen Europa als Jugendprojekt.
Daher sind wir verpflichtet, dieses Europa krisensicher zu
gestalten", betonte Leitl. "Wir brauchen daher eine stärkere
wirtschaftspolitische Koordinierung in der EU. Bei aller
Notwendigkeit zur budgetären Sanierung brauchen wir auch Impulse für
Wachstum und Beschäftigung sowie Innovationen vor allem in neuen
Technologien. Die Notwendigkeit wird verschärft durch die hohe
Jugend-Arbeitslosigkeit in der EU. Millionen Jugendliche in Europa
sind ohne Beschäftigung. Das ist ein Skandal."
Dritte Industrielle Revolution
US-Wissenschafter Rifkin schlug in die gleiche Kerbe: Es sei
unbestritten, dass praktisch alle EU-Mitgliedstaaten Sparprogramme
umsetzen müssen. Allerdings müsse man dabei darauf achten, dass das
Bekenntnis zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum und die soziale
Marktwirtschaft nicht aus dem Blickfeld geraten.
Parallel zur Krisenbewältigung braucht es Rifkin zufolge eine
"Dritte Industrielle Revolution", die wesentlich getragen wird von
den neuen Technologien, grünen Energien und Nachhaltigkeit, um die
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen tragen zu
können. Diese Entwicklung trifft die Europäische Union und die globae
Wirtschaft gleichermaßen.
Die EU habe viel versprechende Wachstumsperspektiven, betonte
Rifkin, der auch Präsident der Foundation on Economic Trends ist.
Eine Schlüsselrolle haben für ihn dabei nachhaltige Energiegewinnung
und Ressourcenverwaltung, wodurch die Produktivität steigen, Jobs
geschaffen und die Umwelt geschont würde, so Rifkin.
"Der Ansatz der Dritten industriellen Revolution ist ein
beeindruckendes Modell, das genau auf die Wünsche und Erwartungen der
Jugend eingeht. Und Rifkin zeigtdamit, dass sowohl qualitatives als
auch quantitatives Wirtschaftswachstum möglich ist", strich Leitl
hervor und wies ebenso wie Rifkin auf die führende Rolle Österreichs
bei Umwelttechnologien und erneuerbaren Energien hin.
Refinanzierung durch Eurobonds
Die Forderung nach einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung
Europas ist aus der Sicht von WKÖ-Präsident Leitl verknüpft mit einer
engen Koordinierung von Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik in der
EU: "Wir brauchen ein differenziertes Eurobond-Instrument in Europa.
Gemeinsame Bonds haben den Vorteil, dass sie nicht als Hängematte
missbraucht werden können, Geld bekommen nur jene Staaten, die sich
auch an die gemeinsamen Spielregeln halten. Mit Eurobonds mit
abgestuften Zinssätzen hätten wir ein Schutzschild und ein internes
Steuerungsinstrument gleichermaßen".
Ausbildungsperspektiven bieten
Im Bereich Bildungspolitik zeigt die Studie, dass den jungen
Menschen eine gute Ausbildung immer wichtiger wird, dass auch die
Bereitschaft zu Weiterbildung wächst. "Daran zeigt sich, dass wir die
duale Ausbildung in Österreich noch attraktiver machen und jene
Jungen abholen müssen, die wir derzeit ausgeblendet haben. Wir müssen
sie begleiten und ihnen eine Perspektive geben, statt siealleine zu
lassen." Jährlich sind fast 10.000 Jugendliche in Österreich ohne
Schul- oder Berufsabschluss und damit ohne Zukunfts- und
Erwerbsperspektive.
Der WKÖ-Präsident plädierte für eine Ausbildungspflicht: " Kein Kind
in Österreich soll mit 18 ohne Berufs- oder Schulausbildung sein".
Dabei gehe es um ein angepasstes Ausbildungs-Begleitprogramm. (PM)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Stabsabteilung Presse
Mag. Rupert Haberson
Tel.: (+43) 0590 900-4362, F:(+43) 0590 900-263
mailto:presse@wko.at
http://wko.at/Presse
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