"Gleichung" (von Claudia Grabner)

Ausgabe 18. Aug. 2012

Klagenfurt (OTS) - Drei Abgeordnete oder 2600 Stück billiges Stimmvieh: Die österreichische Wahlordnung macht die Ungleichheit per Gesetz zur Gleichung. Und hinkt damit ähnlich wie die Regelung zum Amtsverlust eines Politikers nach gerichtlichem Urteilsspruch - da endet der einwandfreie Leumund bekanntlich auch erst ab zwölf Monaten Haft ... Jedenfalls: So sich der potenzielle Polit-Milliardär Frank Stronach drei Abgeordnete fischt, erspart er sich die Plagerei, 2600 "Normal-Österreicher" für eine Unterstützungserklärung zu finden. Dass diese "Abkürzung" weder von Volkes-Verbundenheit noch von Argumentationsstärke zeugt, dürfte Stronach freilich mit Fassung tragen. Ergo geht er auch zielstrebig daran, auf fünf Abgeordnete aufzustocken. Mit fünf abtrünnig Wilden hätte er nämlich parlamentarischen Klubstatus erreicht. Und das bedeutet Medienpräsenz, das bedeutet öffentliches Geld, das bedeutet Spielraum. Ob es (endlich auch) politisch ernst zu nehmenden Inhalt bedeutet, ist indes zu bezweifeln.

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