Joe-Zawinul-Porträt am 19. August in der ORF-"Matinee"

Außerdem: "a.viso" und "Das süße Wien"

Wien (OTS) - Die ORF-"Matinee" zeigt am Sonntag, dem 19. August 2012, in ORF 2 um 10.00 Uhr anlässlich des fünften Todestages von Joe Zawinul das Porträt "Joe Zawinuls Erdzeit" aus dem Jahr 2008. Es sollte eigentlich ein Film zum 75. Geburtstag des Musikers werden -es wurde jedoch ein Film des Abschieds, der das Ende von Zawinuls Erdzeit und den Beginn seiner Ewigkeitszeit dokumentiert. Zuvor gibt "a.viso" (9.05 Uhr) einen Ausblick auf die wichtigsten Kulturereignisse der nächsten Woche, und Ernst A. Grandits Dokumentation "Das süße Wien" (9.30 Uhr) beleuchtet die Entstehung und Bedeutung der Wiener Mehlspeisküche.

"Das süße Wien" (9.30 Uhr)

Mit der Entstehung der ersten Kaffeehäuser in Wien gewann auch die Wiener Konditorkunst mehr und mehr an Bedeutung. So gab es bereits Mitte des 16. Jahrhunderts einen designierten Konditormeister am kaiserlichen Hof. Besucher aus ganz Europa kamen nach Wien, um dem süßen Geheimnis der weltberühmten Wiener Mehlspeisen und Schokoladen auf den Grund zu gehen. Die sprichwörtliche "Wiener" Mehlspeisküche zeigt deutlich den kulinarischen Schmelztiegel der einstigen Monarchie-Metropole. Aus Ungarn, Böhmen, Dalmatien, der Slowakei und aus anderen Ecken kamen die sogenannten "Zuagrasten" und brachten ihre Kochrezepte ihrer Heimat im Gepäck mit. Germknödel, Buchteln, Strudel, Topfengolatschen und Powidltascherln sind heute selbstverständlicher Bestandteil der Wiener Speisekarten. Der Historiker Anton Staudinger, selbst begeisterter Koch, hat sich auch mit der Geschichte der Gerichte beschäftigt und berichtet von seinen Feldforschungen. Ein Film von Ernst A. Grandits.

"Joe Zawinuls Erdzeit" (10.00 Uhr)

Es sollte ein Film zum 75. Geburtstag von Joe Zawinul werden: Robert Neumüller, Gestalter und Kameramann, begleitete den als Josef Erich Zawinul geborenen Jazzmusiker bei der Arbeit an seinem letzten, noch unveröffentlichten Album mit Kristjan Järvi und dem "Absolute Ensemble". Er besuchte Zawinul in seinem Haus in Malibu und filmte ihn gemeinsam mit Wayne Shorter bei ihrem letzten, sensationellen Auftritt. Geworden ist Neumüllers Dokumentation letztendlich ein berührender Film des Abschieds, der das Ende von "Zawinuls Erdzeit" und den Beginn seiner Ewigkeitszeit dokumentiert - ein Nachruf auf einen großen Künstler und Menschen, der im September 2007 unerwartet kurz nach seinem 75. Geburtstag verstarb.

"Wenn meine Frau uns verlassen muss - und auch ich muss einmal gehen, wann immer das sein wird - werden wir nicht auf unseren Urkunden haben, dass wir gestorben sind, aber das Geburtsdatum in Erdzeit und das neue Geburtsdatum in der Ewigkeitszeit. Das Leben geht weiter."

Die Dreharbeiten begannen im Mai 2006. Aber vor allem durch die Krankheit seiner Frau Maxine musste das Vorhaben immer wieder verschoben werden. Letztlich ist "Joe Zawinuls Erdzeit" nicht nur ein Film über Joe Zawinuls Leben mit den ganz Großen des Jazz geworden, sondern auch ein Dokument über seine zu Ende gehende Erdzeit, in der Freundschaften und eine große Liebe den meisten Platz einnahmen.

Die Dokumentation zeigt auch den weniger bekannten Joe Zawinul: als Komponist symphonischer Musik und mit Studenten des Wiener Konservatoriums, wo er selbst studiert hat. Gerne musizierte Zawinul auch als klassischer Pianist gemeinsam mit Paul Gulda, dem Sohn von Friedrich Gulda. Der Film hat - ohne dass dies bei Drehbeginn so beabsichtigt gewesen wäre - vor allem den Abschied zum Thema: Während der Filmarbeiten starb Zawinuls Frau, und noch vor Drehschluss fand Joe Zawinuls Leben selbst ein plötzliches Ende - das Ende seiner Erdzeit war gleichzeitig der Beginn seiner Ewigkeitszeit.

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