70 Olympioniken stehen 3 Millionen gegenüber, die Spaß am Sport haben

Wien (OTS) - "Dürfen wir ohne Olympia-Medaille keinen Spaß am Sport mehr haben?" fragt zu Recht ASKÖ-Wien Präsidentin Beate Schasching.

Selbsternannte SportexpertInnen erheben nach so gut wie jedem Spitzensportereignis, das nicht die Plätze 1-3 erbrachte, ihre Stimme und fordern Reformen. Unisono lautet das Ziel, alles Geld in die Generierung von Spitzenleistungen zu stecken. FunktionärInnen seien unprofessionell, wenn nicht unnötig, Dachverbände ebenfalls.

Selbst wenn man überheblich genug ist, die wenigen hundert SpitzensportlerInnen über die Millionen Freizeit- und GesundheitssportlerInnen, die Kinder, die älteren Menschen zu stellen, ist diese Ansicht einfach falsch und engstirnig.

Dürfen aus der Sicht der Medaillengier 50jährige noch zum Spaß Basketball spielen oder Kanufahren gehen? Dürfen sich Schülergruppen aus mehreren Ländern noch zu Pfingsten auf der Wiese treffen und ein Hobby-Volleyballturnier, verbunden mit neuen Freundschaften, austragen. Können Sportbegeisterte noch in einem Eck einer Anlage mit eigenen Händen eine Hütte für ihre Sportgeräte bauen und sich dort regelmäßig zum Trainieren treffen? Oder ist das alles unnütz, weil es keine Olympia-Medaillen bringt?

Oder müssen womöglich alle diese Freizeit-SportlerInnen statt ab und zu eine geringe Unterstützung zu erhalten noch einzahlen um die Spitze zu finanzieren? Was im Wege der Steuern ohnedies der Fall ist.

Die Dachverbände haben als klares Ziel, die Vereine und Initiativen und auch die "Hobby-FunktionärInnen" zu unterstützen. Und sie betreuen damit in Summe gesehen fast die Hälfte der Bevölkerung. Selbst wenn jemand so "medaillenfixiert" ist, dass er diesem Ziel alles unterordnet, kann er nicht übersehen, dass praktisch jede/r SpitzensportlerIn einmal in einem kleinen Verein begonnen hat. Wo sonst?

Sport ist mehr als Olympia

Sport ist mehr als Olympia, viel mehr. Der Sport und seine Vereine sind wichtigster Baustein für die Sozialisierung der Jugend in unsere Gesellschaft. Über 50 Prozent unserer Jugend werden durch und mit dem Vereinssport sozialisiert. Ebenso bedeutsam ist der Sport im Gesundheitswesen. Jeder Euro Sportförderung trägt zur Reduktion der Kosten im Gesundheitssystem bei.

Wenn die tägliche Bewegungseinheit in Kindergarten und Schule endlich verwirklicht wird und Schulturnsäle auch den Vereinen offen stehen wäre eine wichtige Brücke zur Gesunderhaltung der Jugend und zur Auffindung von jungen Talenten geschlagen. Großbritannien macht's gerade vor!

Sport ist aber auch der erfolgreiche Baustein für gelungene Integration. Nirgendwo anders ist Integration so erfolgreich wie im Vereinssport.

Zusätzlich muss der Sport zunehmend als gewichtiger Wirtschaftsfaktor erkannt werden. Jeder zehnte Arbeitsplatz in Österreich hängt von Sportaktivitäten ab. Mehr als 30 Prozent der nationalen Tourismuserträge sind dem Sport zuzuordnen. Die Wertschöpfung beträgt über 3 Prozent des österreichischen BIP. Sport ist somit eindeutig mehr als Bewegung und Kreislaufbelastung. Und eben auch wesentlich mehr als das Einkassieren von olympischen Medaillen zur kollektiven Selbstwertsteigerung.

Ob man auch noch die Sinnhaftigkeit von drei Dachverbänden diskutieren will, ist reine Geschmackssache. Das vorhandene Dreigestirn hat sich historisch entwickelt und arbeitet jedenfalls in Sachfragen bestens zusammen.

"Und was ich im Übrigen für den Dachverband, für den ich seit über 10 Jahren verantwortlich bin, feststellen möchte, ist, dass keine einzige Funktionärin und kein einziger Funktionär im ASKÖ Landesverband Wien auch nur einen Cent als Honorar für die Tätigkeit erhält! Wir engagieren uns ehrenamtlich!" korrigiert Beate Schasching die unverhohlene Kritik an SportfunktionärInnen.

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