- 13.08.2012, 08:48:49
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Hypo Alpe Adria hält stabilen Kurs in schwierigem Marktumfeld
CEO Kranebitter: "Eingeschlagene Sanierung zeigt Wirkung - Schrumpfkurs macht HAA kleiner und stabiler"
Klagenfurt am Wörthersee (OTS) - Konzernergebnis vor Steuern EUR
34,4 Mio, Risikokosten mit rund EUR 125 Mio stabil auf
Vorjahresniveau, Bilanzsumme schrumpft um EUR 1,4 Mrd auf EUR 33,7
Mrd, Bundes- und Landeshaftungen um EUR 1,4 Mrd auf 16,7 Mrd
reduziert, EUR 35,1 Mio Haftungsentgelte und Banksteuern an
öffentliche Hand, Eigenkapital nach erfolgreichem Hybridrückkauf
gestärkt, Kostensenkungsprogramm läuft planmäßig, Banken mit EUR 940
Mio Neugeschäft;
Vor dem Hintergrund eines anhaltend schwierigen Marktumfeldes vor
allem in ihren Kernmärkten in SEE beweist die Hypo Alpe-Adria-Bank
International AG mit den heute vorgelegten Bilanzzahlen zum Halbjahr
2012 stabile Wirtschaftlichkeit aus eigener Kraft. Während im
Vergleichszeitraum des Vorjahres noch hohe Fair Value-Bewertungen das
Ergebnis stützen, liegt auch nach dem weitestgehenden Wegfall dieses
Effekts das Konzernergebnis vor Steuern im positiven Bereich bei EUR
34,4 Mio, und auch nach Steuern und Minderheiten nahe der Nulllinie
bei minus EUR 9,9 Mio.
"Trotz heftigen Gegenwinds zeigt der eingeschlagene Kurs der
Sanierung und Restrukturierung Wirkung. Die HAA befindet sich auf
einem Schrumpfkurs, der die Haftungen der öffentlichen Hand
sukzessive reduziert und das zu reprivatisierende Bankgeschäft auf
kleinere, aber gesündere Beine stellt. Das Zwischenergebnis ist kein
Grund zum Jubeln, aber ein klarer Auftrag zur Fortsetzung des
eingeschlagenen Weges", kommentiert Dr. Gottwald Kranebitter, CEO der
Hypo Alpe-Adria-Bank International AG, das Ergebnis.
Besonders erfreulich dabei ist, dass die zur Reprivatisierung
vorbereiteten Banksegmente Österreich, Italien und Südosteuropa
allesamt positiv bilanzieren, wobei festzuhalten bleibt, dass die
Restrukturierungsmaßnahmen auch in den kommenden Monaten unvermindert
fortgesetzt werden.
Auf Kostenseite reduzieren die Anstrengungen des Effizienzprogrammes
den Aufwand im Vergleich zum 1. Halbjahr 2011 um EUR 20,0 Mio auf EUR
246,6 Mio, wobei sich die Rückgänge nicht zuletzt in den Positionen
Rechts- und Beratungsaufwand sowie Sanierung und
Restrukturierungsaufwand deutlich widerspiegeln. Der
durchschnittliche Personalstand in Vollzeitäquivalenten (FTE) sank
zum Vorjahreszeitraum planmäßig um rund 170 FTE auf gruppenweit 7.606
FTE.
Kleiner werdende HAA hält stabilen Kurs
Im Berichtszeitraum verringerte sich die Bilanzsumme von EUR 35,1 Mrd
um EUR 1,4 Mrd auf EUR 33,7 Mrd. Damit liegt sie um EUR 9,6 Mrd unter
dem Höchststand von EUR 43,3 Mrd zum 31. Dezember 2008. Dieser
konsequente Abbau des Geschäftsvolumens steht im Einklang mit dem
Restrukturierungsplan der Gruppe.
Unter Berücksichtigung der Betriebserträge in Höhe von EUR 406,2 Mio,
Kreditrisikovorsorgen in Höhe von EUR 125,1 Mio und unter dem Vorjahr
liegenden Betriebsaufwendungen in Höhe von EUR 246,6 Mio ergibt sich
ein Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von EUR 34,4 Mio und nach
Abzug der Steuern in Höhe von EUR 2,6 Mio. Nach Abzug der den
Minderheiten zustehenden Ergebnisanteilen sinkt das Konzernergebnis
nach Steuern und Minderheiten leicht unter die Nulllinie auf minus
EUR 9,9 Mio.
Die Höhe der Bundes- bzw. Landeshaftungen konnte durch planmäßige
Tilgungen in Höhe von EUR 1,4 Mrd auf EUR 16,7 Mrd reduziert werden
und liegt damit um EUR 4,8 Mrd niedriger als zum Zeitpunkt der
Notverstaatlichung Ende 2009.
Ertragslage im 1. Halbjahr
Das Nettozinsergebnis des Konzerns reduziert sich gegenüber den
ersten sechs Monaten des Vorjahres von EUR 389,5 Mio auf EUR 342,9
Mio (-12 %). Zurückzuführen ist dies im Wesentlichen auf den Rückgang
der zinstragenden Aktiva aufgrund des abreifenden Abbauportfolios für
welches ein gänzlicher Neugeschäftsstopp gilt, sowie durch das
konjunkturbedingt gedämpfte Neugeschäft vor allem in der SEE-Region.
Das Provisionsergebnis, das im Vorjahreszeitraum mit rund EUR 37,7
Mio zum Periodenergebnis beigetragen hat, verringerte sich in Folge
des rückläufigen Neugeschäfts im Kundenbereich, sowie durch
gestiegene Kosten im Zusammenhang mit der Vorhaltung von
Liquiditätsreserven um EUR 8,5 Mio und betrug EUR 29,2 Mio.
Entgegen der Entwicklung in der Vorperiode stieg das Handelsergebnis
von EUR 8,7 Mio auf EUR 23,5 Mio in der Berichtsperiode, ein Plus von
EUR 14,8 Mio. Diese Entwicklung ist insbesondere auf
Kurssicherungseffekte aus dem serbischen Dinar (RSD) im Vergleich zum
Euro zurückzuführen.
Das Ergebnis aus finanziellen Vermögenswerten, die ergebniswirksam
zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren sind (Fair Value Option),
in Höhe von EUR 4,1 Mio (1. Januar bis 30. Juni 2011: EUR 63,3 Mio)
wurde im 1. Halbjahr 2012 im Ausmaß von EUR 4,7 Mio positiv durch die
Fair Value-Bewertung von eigenen Emissionen, beeinflusst. Im
Vergleichszeitraum des Vorjahres schlug diese Position noch mit EUR
66,4 Mio zu Buche.
Stabile Risikovorsorgen und NPL
Im 1. Halbjahr 2012 konnten die Risikovorsorgekosten mit EUR 125,1
Mio im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (EUR 134,9 Mio) stabil
gehalten werden. Mehr als 60 % der Risikokosten entfallen dabei auf
das Segment Abbau Financials, in welchem die nicht zum Kerngeschäft
zählenden Leasinggesellschaften, sowie die Abbauportfolien
zusammengefasst sind. Im SEE-Netzwerk betrugen die Risikokosten EUR
31,0 Mio, wobei diese insbesondere durch die negative Entwicklung in
Slowenien bestimmt sind.
Der Stand der Kreditrisikovorsorgen, welcher sich per 31. Dezember
2011 auf EUR 3,1 Mrd belief, bewegte sich per 30. Juni 2012 auf
unverändertem Niveau. Zum Management der Non-Performing Loans (NPL)
wurde im Berichtszeitraum ein standardisiertes Tool für die
Defaulterkennung beim Kunden eingeführt, das die Risikorobustheit der
HAA weiter stützt. Unter Berücksichtigung der diesem System zu Grunde
liegenden NPL Definition - Kunden mit Zahlungsverzug ab 90 Tagen -
konnten die NPL im IFRS Loan Book im Periodenvergleich konstant bei
rund EUR 9,9 Mrd gehalten werden.
Positive Marktimpulse trotz Konjunkturschwäche
Trotz der anhaltenden Konjunkturschwäche in vielen Kernländern der
HAA konnte die Gruppe mit EUR 940 Mio ein respektables
Neugeschäftsvolumen realisieren. Die Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden konnten im Berichtszeitraum weiter leicht auf EUR 8,3 Mrd
erhöht werden. Die Zunahme der Einlagen ist vor allem auf das Segment
Retail zurückzuführen. Gruppenweit konnten 40.000 Neukunden gewonnen
werden. Aus Ländersicht entwickelten sich dabei insbesondere die
Töchterbanken in Kroatien, Serbien sowie Italien positiv.
Eigenkapital nach Hybridrückkauf gestärkt
Die kreditrisikobezogenen Aktiva (RWA) konnten in den ersten sechs
Monaten 2012 von EUR 23,1 Mrd auf EUR 22,5 Mrd abgebaut werden. Unter
Berücksichtigung der vorhandenen Eigenmittel in Höhe von EUR 2,4 Mrd
(31. Dezember 2011: EUR 2,5 Mrd) ergibt sich daraus eine
Gesamteigenmittelquote (inklusive Markt- und operationellem Risiko)
von 9,5 %, welche leicht unter dem Wert zum 31. Dezember 2011 (9,8 %)
liegt.
Im April 2012 konnte der Rückkauf von Hybridkapital erfolgreich
abgeschlossen werden, mit welchem rund EUR 165 Mio von insgesamt EUR
225 Mio (Nominale) vom Markt genommen wurden. Die erzielte
Annahmequote von über 70 % zeigte die sehr hohe Akzeptanz der
Investoren der beiden Emissionen, welche zu einer Stärkung der
Eigenkapitalqualität im Ausmaß von rund EUR 153 Mio geführt hat.
Durch den Rückkauf wurden die unter Basel III-Gesichtspunkten
mittelfristig nicht mehr anrechenbaren Eigenmittelbestandteile in
dauerhaftes Core Tier 1-Kapital umgewandelt werden. Der Effekt aus
diesem Rückkauf bezogen auf das IFRS-Konzernergebnis des 1.
Halbjahres beträgt EUR 12,0 Mio. Damit konnte die Sanierung der
Kapitalstruktur weiter vorangetrieben und - im Hinblick auf die
zukünftigen Basel III-Regelungen - die Qualität des Tier 1-Kapitals
nachhaltig verbessert werden.
"Der erfolgreich durchgeführte Rückkauf hat es uns ermöglicht, die
Eigenmittel mit nachhaltig dem Unternehmen zur Verfügung stehenden
Eigenkapital zu stärken und damit den sich bisher ergebenden Effekt
aus der Fair Value Option teilweise in ein tatsächlich realisiertes
Ergebnis zu verwandeln", sagt Mag. Johannes Proksch, CFO der Hypo
Alpe-Adria-Bank International AG.
Fortsetzung des Sanierungs- und Reprivatisierungskurses
Im Rahmen der geplanten Reprivatisierung des SEE Netzwerks sind die
vorbereitenden Arbeiten mit der als Investmentbank mandatierten
"Deutsche Bank" erfolgt bzw. eingeleitet.
Hinsichtlich der zum Verkauf stehenden Geschäftsbank in Italien
erfolgte im 1. Halbjahr 2012 die Abspaltung eines zum größten Teil
nicht-performanten Portfolios in Höhe von rd. EUR 0,8 Mrd welches auf
die lokale Leasingeinheit übertragen wurde.
Für die österreichische Banktochter wurden die entsprechenden
Schritte zur Abspaltung eines rd. EUR 2,0 Mrd Portfolios gesetzt, um
die Bank bei der Umsetzung ihrer erfolgreich eingeleiteten Strategie
einer redimensionierten Regionalbank mit Servicequalität und in der
laufenden Reprivatisierung zu unterstützen.
Generelles Ziel im Rahmen der geplanten Reprivatisierung von
marktfähigen Einheiten und dem Abbau von nicht-strategischen
Einheiten ist es, zügig alle Schritte zu setzen, um bei Erholung des
M&A-Marktes auf eine Reprivatisierung der marktfähigen
Bankbeteiligungen bzw. den Verkauf der nicht strategischen Einheiten
bestmöglich vorbereitet zu sein.
Ein konkreter Zeitpunkt für eine solche Wiederbelebung des Marktes
kann auf Grund der volatilen Wirtschaftslage zurzeit jedoch nicht
seriös prognostiziert werden.
Ausblick 2. Halbjahr
Eines der wesentlichsten Themen der zweiten Jahreshälfte stellt die
aktuelle Neuberechnung der Risikoeinschätzung durch die
Österreichische Nationalbank dar. In einem ersten Bescheid wurde auf
Basis der Konzerndaten per 31. Dezember 2010 ein zusätzlicher
Kapitalbedarf von EUR 1,5 Mrd festgestellt. Das Management geht davon
aus, dass bei der neuerlichen Berechnung im Rahmen der JRAD-Prüfung
die Fortschritte der Bank im Risikoabbau sowie die Verbesserung der
internen Daten- und Kontrollmethoden positiv zum Tragen kommen.
Gleichzeitig ist jedoch zu erwarten, dass auch das anhaltend
angespannte wirtschaftliche Umfeld in den Kernländern der Hypo Alpe
Adria risikoerhöhend berücksichtigt werden muss. Negativ wirken
weiters die Rating-Downgrades von Italien und von Ländern
Südosteuropas, sodass eine Aussage über die festzustellende
Kapitallücke seitens der Bank derzeit nicht getroffen werden kann.
Unabhängig des konkreten Ergebnisses der Prüfung bleibt es oberstes
Ziel der Bank, wie bisher unter Einhaltung aller geltenden
regulatorischen Vorschriften, ihren Sanierungs-, Restrukturierungs-,
Reprivatisierungs- und Abbaukurs möglichst aus eigener Kraft und
weitestgehend ohne zusätzliche direkte Kapitalzuschüsse der
öffentlichen Hand fortzusetzen. Die EU Kommission hat eine finale
Entscheidung über die in diesem Rahmen gewährten staatlichen
Beihilfen durch die EU Kommission bis Ende 2012/Anfang 2013 in
Aussicht gestellt.
Wirtschaftlich ist, anders als noch vor einigen Quartalen von den
Wirtschaftsforschern prognostiziert, jedoch auch im zweiten Halbjahr
2012 nicht von einer spürbaren Erholung der Konjunktur auszugehen.
Dies gilt vor allem für die Kernmärkte der Hypo Alpe Adria in der
SEE-Region, für die auch in den kommenden 18 Monaten negative
Wachstumsvorhersagen vorliegen und deren laufende Ratingabwertungen
über erhöhte Risikozuschläge direkt auch den Bankensektor belasten.
Dieser Umstand wird nicht nur die Initiativen der Hypo Alpe Adria am
Markt, sowie die konsequenten Anstrengungen auf Kostenseite
forcieren, sondern lässt auch bremsende Auswirkungen auf den Abbau-
und Reprivatisierungsprozess erwarten. Ziel der kommenden Monate ist
es daher, neben der konsequenten und kapitalschonenden Fortsetzung
des Sanierungs- und Schrumpfkurses einen Rückfall der operativen
Bankeinheiten in die Verlustzone 2012 zu vermeiden und ein
Jahresergebnis in Nähe der Nulllinie realisierbar zu halten.
Hypo Alpe Adria
Die Hypo Alpe Adria (HAA) ist ein Bankennetzwerk, das sein
Kerngeschäft im Wesentlichen in sieben Ländern der Alpen Adria Region
betreibt. Neben Tochterbanken in Österreich (HBA) und Italien (HBI)
bildet der sudosteuropäische Markt traditionell das Rückgrat der HAA.
Die eigenständigen Institute in Slowenien, Kroatien, Serbien,
Bosnien-Herzegowina und Montenegro stehen ebenso wie die HBA und die
HBI unter dem Dach der gemeinsamen Holding HBInt. mit Sitz in
Klagenfurt, Österreich.
Die rund 6.000 Bankmitarbeiter im Netzwerk betreuen 1,2 Millionen
Kunden, unter ihnen zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe,
Privatkunden sowie Gemeinden und Kommunen. Die starke regionale
Verankerung der Banken der HAA macht sie zu wichtigen und vor allem
in Südosteuropa zentralen Trägern von Wirtschaft, Arbeitsmarkt und
Gesellschaft, in der sie tätig sind.
Die HAA befindet sich zu 100% im Besitz der Republik Österreich.
Rückfragehinweis:
Hypo Alpe-Adria-Bank International AG
Corporate Communications
Tel: +43 (0)50202 2371
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