- 10.08.2012, 10:16:54
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Früherer evangelisch-lutherischer Bischof Herwig Sturm wird 70
Bischof Bünker: "Herwig Sturm steht für eine offene und engagierte Kirche"
Wien (OTS/epdÖ) - Der ehemalige Bischof der
Evangelisch-lutherischen Kirche in Österreich Herwig Sturm feiert am
kommenden Mittwoch, den 15. August 2012, seinen 70. Geburtstag.
"Herwig Sturm hat sich für eine offene, engagierte und an den
Problemen der Zeit teilnehmende Kirche eingesetzt. Ökumenische
Verbundenheit, öffentliche Wirksamkeit und Stärkung der evangelischen
Frömmigkeit waren ihm ein besonderes Anliegen", würdigt Bischof
Michael Bünker seinen Vorgänger, der von 1996 bis 2007 das
Leitungsamt innehatte. Sturms Amtsperiode war geprägt von der
Vertiefung der ökumenischen Beziehungen. So war Sturm in den Jahren
2006 bis 2009 auch Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in
Österreich.
In seine Zeit als Bischof und als Vorsitzender des ÖRKÖ fiel die
Zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz (1997), die
Erarbeitung der Charta Oecumenica (2001) und des Ökumenischen
Sozialwortes (2003) sowie die engagierte und viel beachtete
Beteiligung der österreichischen Delegation an der Dritten
Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu/Hermannstadt (2007).
Bischof Sturm suchte aber auch bewusst den Kontakt zu den
Nachbarkirchen, zum Lutherischen Weltbund und zur Gemeinschaft
Europäischer Kirchen in Europa (GEKE). Bereits als Kärntner
Superintendent war das Eintreten für Minderheiten, speziell für
Migrantinnen und Migranten, ein großes Anliegen Herwig Sturms.
Wichtige Themen waren für ihn der kirchliche Organisationsprozess
"Offen evangelisch", Spiritualität ebenso wie eine "Wirtschaft im
Dienst des Lebens" oder der Aufbau der Evangelischen
Notfallseelsorge.
"Nicht zuletzt seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass die
Evangelische Kirche zu diesen Fragen stets eine klare Position
vertreten konnte. Mit seinem Wirken gewann die Evangelische Kirche
ihr Profil und ihre Glaubwürdigkeit", betont Bischof Bünker. Das
Eintreten für Anliegen der Minderheiten wurde in Sturms Amtszeit "so
etwas wie ein Markenzeichen der Evangelischen Kirche", resümiert
Bischof Bünker heute. Auch nach dem Übertritt in den Ruhestand hat
sich Sturm im kirchlichen Bereich engagiert, etwa bei der geistlichen
Betreuung des "Weges des Buches" oder in der Ökumene.
Herwig Sturm wurde als drittes Kind des ehemaligen Superintendenten
von Salzburg-Tirol Emil Sturm am 15. August 1942 im
niederösterreichischen Lilienfeld geboren. Nach seinem Studium der
Evangelischen Theologie in Wien, Heidelberg und Zürich wurde Sturm
1966 in Zell am See und im Jahr darauf in Lienz Vikar. 1968 wurde er
in der Lutherischen Stadtkirche ins geistliche Amt ordiniert. Von
1968 bis 1980 wirkte Sturm als Pfarrer in Lienz und nebenberuflich
als Militärpfarrer. 1980 nahm er eine Pfarrstelle an der Klagenfurter
Christuskirche an, 1988 wurde er Superintendent von Kärnten und
Osttirol. Im Oktober 1995 schließlich wurde Herwig Sturm zum Bischof
der Evangelischen Kirche A.B. gewählt, er hatte dieses Amt von 1996
bis 2007 inne. In den Funktionsperioden 2006-2007 und 2008-2009 war
Herwig Sturm Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in
Österreich (ÖRKÖ). Für seine Verdienste ist Sturm u.a. mit dem
"Großen Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern" der Republik Österreich
und mit der "Elisabeth-Medaille" der Caritas ausgezeichnet worden.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: 0664 22 395 11
mailto:[email protected]
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