"Verborgene Schätze der Natur - Artenvielfalt am Kraftwerksgelände"

Ein "Österreich-Bild am Sonntag" aus Dürnrohr - Sendetermin: Sonntag, 12. August 2012, 18.25 Uhr, ORF 2

St. Pölten (OTS) - Wer würde auf dem Areal eines kalorischen Kraftwerks seltene und sogar nicht-heimische Tier- und Pflanzenarten vermuten? In Dürnrohr an der Donau sind sie zu finden, wie ein "Österreich-Bild am Sonntag" aus dem ORF Landesstudio Niederösterreich (Gestaltung: Andi Leitner und Christian Puluj) in eindrucksvollen Bildern dokumentiert.

"Wir haben bei vielen Untersuchungen herausgefunden", sagt der Biologe Alexander Mrkwicka, "dass sich das Kraftwerks-Gelände seit seiner Erbauung zu einem ganz speziellen Lebensraum entwickelt hat. Es ist eine neue Heimat für viele sehr seltene Arten aus Flora und Fauna, die hier einen idealen Rückzugsort gefunden haben."

Tatsächlich lässt das Kraftwerksareal zunächst keinerlei "Naturraum" vermuten: Ein sauberes Rechteck, am Reißbrett entworfen, deutlich abgegrenzt von seinem Umfeld, 140 Hektar groß. Klar strukturierte Flächen, den Notwendigkeiten menschlicher Organisation untergeordnet. Ausgedehnte Felder, geprägt oft durch Strukturarmut, wie der Biologe sagt, weil der Mensch bei der Bewirtschaftung nur auf seine eigenen Bedürfnisse Rücksicht nimmt. Bestenfalls 20 bis 30 Prozent jener Arten, die ursprünglich einmal heimisch waren, sind hier noch anzutreffen.

Und ausgerechnet hier sollen sich Naturwunder verbergen?

Auf den kaum genutzten Deponieflächen des Kraftwerks haben sich im Lauf der Jahre mehrere eigene Biotope entwickelt, wenn man die verschiedenen Zonen nach ihrer Bedeutung aus zoologischer oder botanischer Sicht unterscheidet. Die Zoologin Irene Drozdowski findet in den abgelegenen Tümpeln seltene Amphibien, der Botaniker Wolfgang Adler freut sich über die Artenvielfalt, die er auf selten gewordenen "wechselfeuchten Magerwiesen" zu Gesicht bekommt.

Warum das so ist, erklären die Experten in diesem TV-Film: Viele Gegebenheiten der benachbarten Felder-Landschaft sind auf dem abgetrennten Areal außer Kraft gesetzt. Und jene Bereiche, die kaum ein Mensch betritt, sind schon sehr lange keiner Veränderung unterworfen worden: Hier haben sich ungestört ganz eigene Lebensformen entwickeln und erhalten können.

Noch ein weiterer Umstand sorgt für biologische "Wunder": Dürnrohr ist als kalorisches Kraftwerk auf die Befeuerung mit Kohle ausgelegt, die aus rund 50 Revieren in der ganzen Welt per Bahn und Schiff angeliefert wird. Und dabei wird die Kohle auch selbst zum "Transportmittel" für (oft ganz kleine) Tiere und Pflanzen Alexander Mrkwicka: "Die Kohle ist, wenn man so will, Spiegel der botanischen Verhältnisse in ihren Ausgangsländern". Mit der Kohle werden Samen -zum Beispiel aus Asien - mitgeliefert, die beim Transport von den Kohlestücken fallen und im wahrsten Sinn des Wortes neue Wurzeln schlagen. So finden sich entlang der Bankette und im Umfeld von Schienenstrecken u.a. auch zahlreiche neue, nicht-heimische Insekten-und Pflanzen-Arten.

Rückfragen & Kontakt:

ORF Landesstudio Niederösterreich
Mag. Michael Koch
Tel.: 02742/2210 23754
michael.koch@orf.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NOA0001