- 06.08.2012, 11:08:29
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"kreuz und quer" am 7. August: "Die 'Pussycat-Predigerin'" und "Liebe usw. - Jugendliche und Sex"
Wien (OTS) - Heather Veitch war Stripperin in Las Vegas. Dann fand
sie zum christlichen Glauben, der ihr Leben umkrempelte. Seither
predigt sie ihren Glauben an eben solchen Orten, die sie noch aus
ihrem früheren Leben gut kennt. Die Predigt-Auftritte im
Rotlicht-Milieu, mit denen sie Frauen in der Sex-Industrie erreichen
will, sind freilich nicht allen recht: Von Kirchenmitgliedern ebenso
wie von Clubbesitzern kommt massiver Widerstand - bis hin zu
Todesdrohungen. "kreuz und quer" - präsentiert von Christoph Riedl -
zeigt am Dienstag, dem 7. August 2012, um 22.30 Uhr in ORF 2 mit Bill
Days Dokumentation "Die 'Pussycat-Predigerin'" Heather Veitchs Weg
von der Stripperin zur christlichen Missionarin im Rotlicht-Milieu.
Um 23.25 Uhr gehen Elisabeth Krimbacher und Thomas Grusch in der
Dokumentation "Liebe usw. - Jugendliche und Sex" folgenden Fragen
nach: Kann man Sex eigentlich lernen? Was kann in diesem Zusammenhang
Sexualkunde leisten? Welche Ideologie oder Vorstellungen von
"gelungener Sexualität" vermittelt sie den Heranwachsenden? Gibt es
eigentlich so etwas wie einen "wertfreien Zugang" zum Thema? Welchen
Beitrag können Religion und ihr Wertekanon heute für Jugendliche
bieten?
"Die 'Pussycat-Predigerin'" - Ein Film von Bill Day
Heather Veitch kennt das Leben von zwei extrem gegensätzlichen
Seiten: Sie war Stripperin und Pornostar in Las Vegas. Und sie war
Hausfrau, Kosmetikerin und Mitglied einer christlichen Gemeinde in
Riverside in Kalifornien. Jetzt ist sie wieder in Las Vegas, der
Hochburg der Sex-Industrie, doch heute wirkt sie dort als
unermüdliche Botschafterin des Christentums und bemüht sich um Frauen
im Rotlicht-Milieu. Ihr Weg ins Pornogeschäft begann mit der Flucht
aus einer chaotischen Jugend als Tochter einer 17-Jährigen, einer
Vergewaltigung und einer gescheiterten Ehe. Erst wurde sie Tänzerin,
dann Stripperin, schließlich Pornostar, es gibt - so sagt sie selbst
- fast nichts, worauf sie sich nicht eingelassen hätte.
Die Weltuntergangs-Ängste zur Jahrtausendwende haben Heather Veitch
dann zu einer radikalen Wende veranlasst: Sie absolvierte eine
Ausbildung zur Kosmetikerin, eröffnete einen Salon in Riverside,
heiratete und schloss sich einer christlichen Gemeinde an, der
"Sandals Church" von Pastor Matt Brown. Nach anfänglichen
Schwierigkeiten schien sich der Traum von einem idyllischen Leben zu
erfüllen. Doch dann erfuhr sie vom frühen Tod einer ehemaligen
Freundin aus der Halbwelt. Diese Welt hatte sie selbst hinter sich
gelassen, doch sie wollte auch etwas für die anderen Frauen und
Mädchen tun, auch ihnen den Zugang zu einem Leben aus dem Glauben in
einer christlichen Gemeinde ermöglichen.
"Die 'Pussycat-Predigerin'" dokumentiert den Weg, den Heather Veitch
dabei gegangen ist. Von der Idee und der anfänglichen
Überzeugungsarbeit, über die ersten Erfolge und Misserfolge, den
Widerstand aus den eigenen Reihen und den Skandal in den Medien, bis
hin zu dem Entschluss, das Zentrum ihres Wirkens direkt nach Las
Vegas zu verlegen. Neben Heather Veitch selbst erzählt auch Pastor
Matt Brown aus persönlicher Sicht die Geschichte der Anfänge dieser
ungewöhnlichen Mission.
"Liebe usw. - Jugendliche und Sex" - Ein Film von Elisabeth
Krimbacher und Thomas Grusch
Generation Porno? Die Zeiten, als die Unterwäsche-Rubrik des
Quelle-Katalogs noch als erotisches Teeny-Highlight galt, sind
definitiv vorbei. Von Gruppensex bis Sodomie, vom Gang-Bang bis zu SM
- heute haben Jugendliche fast uneingeschränkt Zugang zu
pornografischem Material im Internet. "Starke Bilder hinterlassen
einen Eindruck, der oft ein Leben lang prägend bleibt", sagt dazu
Ingrid Lackner, Religionspädagogin und Leiterin des Workshops
"Abenteuer Liebe" aus Graz.
Gibt es sie also, die vielbeschworene "Generation Porno"? Wie gehen
Jugendliche mit ihrer "sexualisierten" Umwelt um? Bettina Weidinger
vom Institut für Sexualpädagogik setzt sich seit 20 Jahren mit dem
Thema auseinander. Sie bietet mobile Sexualkunde-Workshops an Schulen
an - ehrliche Gespräche und eine Hinführung zu einer selbstbewussten
Sexualität stehen im Zentrum ihrer Arbeit. Die Dokumentation
begleitet die beiden erfahrenen Referentinnen an österreichische
Schulen und lässt zudem die Jungen zu Wort kommen.
Gelogen wird viel beim Reden über Sex. Während Teenager heute medial
gerne als verdorben und verroht dargestellt werden, erfährt man im
Einzelgespräch, dass die echten Emotionen, die Träume, die
Unsicherheiten und die Gefühle, die mit Pubertät und der eigenen
körperlichen Entwicklung verbunden sind, doch jenen noch immer
ziemlich ähnlich sind, die schon die Generationen davor bewegt haben.
Eine deutliche Sprache spricht auch die Statistik: seit 30 Jahren
findet "Das erste Mal" in Österreich und Deutschland im Alter von 16
bis 17 Jahren statt, und in 95 Prozent der Fälle findet dieses
Erlebnis in einer fixen Beziehung und nicht beim One-Night-Stand
statt. Und im Gegensatz dazu behauptet der Großteil aller unter
16-Jährigen, schon einmal Sex gehabt zu haben. Wo liegen also die
Tabus? Die Sexualisierung der Sprache, der Umgang mit Pornografie,
mit Erotik im Musikvideo und in der Werbung hätte keinen Einfluss auf
die "wirkliche" sexuelle Entwicklung der Jugendlichen, so Bettina
Weidinger: Das größte Tabu läge immer noch im konkreten und ehrlichen
"darüber sprechen", jenseits von Angeberei und diversen
Moralentwürfen.
"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im
Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.
Rückfragehinweis:
ORF-Pressestelle
Karin Wögerer
Tel.: (01) 87878 - DW 12913
http://presse.ORF.at
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