Ökostromtarife für feste Biomasse dürfen stoffliche Nutzung von Holz nicht benachteiligen

Austropapier warnt vor Förderfalle und fordert Biomasse-Versorgungsstrategie- Nur integrierte stoffliche und energetische Wertschöpfung verbessert CO2-Bilanz nachhaltig

Wien (OTS/PWK525) - "Einspeisetarife für feste Biomasse müssen gemäß Ökostromgesetz so festgelegt werden, dass das Holz der stofflichen Nutzung nicht entzogen wird. Da aber bereits heute mehr als ein Drittel des Holzbedarfs der Zellstoff- und Papierindustrie importiert werden muss, sind weitere Erhöhungen der Ökostromtarife nicht vertretbar. Solange es keine bundesweite Biomasse-Versorgungsstrategie gibt, würden sie den Wettlauf um den auch in Österreich nur begrenzt vorhandenen Rohstoff Holz unnötig verschärfen", stellt Oliver Dworak, Geschäftsführer der Austropapier - Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, im Hinblick auf die aktuellen Ökostrom-Tarifverhandlungen klar.

Die durch Förderungen unterstützte energetische Nutzung von Holz wurde in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Parallel dazu sind die Holzbezugskosten der Zellstoff- und Papierindustrie um 65% gestiegen. "Die Ökostrom-Fördermittel kommen nicht aus dem Budget, sondern müssen von allen Stromverbrauchern aufgebracht werden. Höhere Tarife, mit dem Argument gestiegener Rohstoffkosten, würden die Preisspirale weiter anheizen und die Politik in eine Förderfalle locken. Darüber hinaus darf die Förderung nicht für Dauersubventionen missbraucht werden. Sie soll die Erreichung der Ökostromziele unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten sicherstellen und ihren langfristigen Fokus primär auf rohstoffunabhängige Technologien legen", so Austropapier.

Die Zellstoff- und Papierindustrie ist als eine der Leitbranchen der low-carbon bio-economy essenziell von der nachhaltigen Verfügbarkeit von Holz zu wettbewerbsfähigen Kosten abhängig. Sie setzt Holz integriert und umfassend im Sinne des Klimaschutzes ein. Die stoffliche Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes führt zu hoher Wertschöpfung und sichert tausende Green Jobs in ländlichen Regionen. Die anschließende energetische Nutzung von Holzreststoffen und Koppelprodukten in hocheffizienten Anlagen verbessert die Klimabilanz nochmals deutlich.

Mehr als die Hälfte der Energieträger der Branche ist biogen und CO2-neutral. So hat die Zellstoff- und Papierindustrie die Energiewende bereits vorweggenommen und trägt durch Vermeidung von vier Millionen Tonnen fossiler CO2-Emissionen jährlich zur Stärkung der Bioenergie und zum Klimaschutz bei.

Austropapier - Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie

Austropapier repräsentiert - gemeinsam mit dem Fachverband der Papierindustrie - die Unternehmen der österreichischen Papierindustrie. 27 Betriebe erzeugen jährlich rund fünf Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe. Sie stellen mehr als 8.000 Arbeitsplätze direkt bereit und tragen zur Einkommenssicherung von hunderttausenden Menschen in der heimischen Forst- und Holzwirtschaft, in der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie und dem Druck- und Grafik-Sektor bei.

Papier begleitet uns Tag für Tag in vielen wichtigen Produkten. Der Einsatz der erneuerbaren Rohstoffe Holz und Altpapier, die Wiederverwertung der Rückstände als Rohstoff, höchste Energieeffizienz der Anlagen und enorme Investitionen zur Verbesserung der Umweltsituation gehören zu den Grundpfeilern der nachhaltigen Wirtschaftsweise. Mit attraktiven Job-Angeboten, konsequenter Aus- und Weiterbildung, modernen und gut bezahlten Arbeitsplätzen sowie der Bündelung von Forschung, Entwicklung und Innovation sichert der Sektor nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Standorte. (JR)

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