- 01.08.2012, 13:41:05
- /
- OTS0125 OTW0125
AK: Ökostrom fördern, nicht Biomasse-Anlagen dauerunterstützen!
Energiewende darf weder als Deckmantel für Förderung ineffizienter Anlagen dienen noch als versteckte Landwirtschaftsförderung
Wien (OTS) - Unfassbar: Biomasse- und Biogas-Unternehmen bekommen
seit Jahren steigende Fördertarife - und das ohne einer wirksamen
wirtschaftlichen Prüfung zu unterliegen. Dem nicht genug, verlangen
sie weiter höhere Tarife. "Mit den Geldern der Konsumenten muss in
effiziente Ökostrom-Anlagen investiert werden und nicht Geld in
ineffiziente Biogas- oder Biomasse-Anlagen gepumpt werden",
kritisiert AK Energieexpertin Dorothea Herzele. Besonders dramatisch:
Mit der Förderung von Biogas-Anlagen wird die Verstromung von
Nahrungsmittel-Rohstoffen, zum Beispiel Mais gefördert. Das treibt
die Preisschraube für Lebensmittel und Futtermittel in die Höhe und
heizt Spekulationen weiter an.
Die Ökostromförderung beläuft sich auf bis zu 500 Millionen Euro
pro Jahr. 2011 flossen rund 70 Prozent der Fördergelder in die
Erzeugung von Ökostrom aus Biomasse und Biogas. Die Stromausbeute
liegt weit deutlich darunter, nämlich bei rund 43 Prozent. Ein
durchschnittlicher Haushalt (3.500 Kilowattstunden-Verbrauch im Jahr)
zahlt derzeit noch 35 Euro für die Förderung von Ökostrom. Durch die
höheren Fördermittel aufgrund des neuen Ökostromstrom-Gesetzes werden
zukünftig dafür bis zu 60 Euro pro Jahr zu zahlen sein.
Die AK ist auch gegen Nachfolgetarife bei Biogas- und
Biomasse-Anlagen, um die Förderzeit für alte Anlagen zu verlängern.
Geradezu absurd: Selbst nach Ablauf der Förderdauer von 15 Jahren
sollen diese Anlagen weiter garantierte "Nachfolgetarife" erhalten.
"Förderdauer ist auch Förderzeit, da gibt es keine
Verlängerungsrunden", sagt Herzele. "Unrentable Biogasanlagen gehören
stillgelegt. Es muss für sie rasch ein Ausstiegsszenario geben", so
Herzele.
Und das ist nicht alles: Die Biomasse- und Biogasanlagen erzeugen
ihren Strom mit Rohstoffen (Holz oder Mais), der auch von anderen
Branchen - wie die Holzindustrie oder Lebensmittelindustrie -
dringend benötigt wird.
"Lebensmittel gehören auf den Teller, nicht in den Strom und nicht
in den Tank", sagt Herzele. "Wir lehnen den Einsatz von Lebens- und
Futtermittel, wie Mais, für die Stromerzeugung kategorisch ab, ebenso
wie die von Landwirtschaftsvertretern geforderte Einführung der
Treibstoffsorte E10." Auch hier werden zusätzliche Nahrungs- und
Futtermittel (Mais, Weizen) benötigt und letztendlich in den Motoren
verbrannt. "Die Verstromung und Versprittung dieser Rohstoffe treibt
auch die Preise für Lebensmittel weiter in die Höhe".
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW






