Banken: Bis zu 350 Euro für Versicherungswechsel

AKNÖ: Überhöhte Bankengebühr zum Nachteil für KreditnehmerInnen

Wien (OTS/AKNÖ) - Banken verlangen Sicherheiten für ihre Kredite, dazu gehört auch das Mitspracherecht bei Versicherungsverträgen. Will oder muss jemand die Versicherung wechseln, muss die Bank einverstanden sein. Für dieses Einverständnis verrechnen die Banken Gebühren bis zu 350 Euro, kritisieren die AKNÖ-KonsumentenschützerInnen.

Wer einen Kredit aufnimmt, muss für Sicherheiten sorgen. Banken lassen sich daher bei Immobilienkrediten als Gläubiger ins Grundbuch eintragen. Zusätzlich sichern sie sich aber auch damit ab, dass ihnen die KreditnehmerInnen Rechte aus Versicherungsverträgen abtreten. Diesen Vorgang nennt man Vinkulierung. "Damit wollen sich Banken dagegen absichern, dass sich KreditnehmerInnen mit der Versicherungssumme absetzen und sie auf den Krediten sitzenbleiben", erklärt AKNÖ-Konsumentenschützer Thomas Grünberger.

Niederösterreicher zur Kasse gebeten

Problematisch wird das, wenn KundInnen gezwungen sind, die Versicherung zu wechseln. Das kann passieren, wenn die Versicherung nach einem Schadensfall den Vertrag kündigen will oder höhere Prämien verlangt. "Diese so genannte Risikoselektion von Versicherungen nimmt leider zu, weil sie damit vermeintliche RisikokundInnen oder alte Verträge mit günstigen Prämien loswerden wollen", sagt Grünberger. So ging es einem niederösterreichischen Arbeitnehmer. Als er die Bank um Zustimmung für den notwendigen Versicherungswechsel bat, verlangte das Kreditinstitut plötzlich eine Gebühr. "Man wollte 300 Euro für die De- und Revinkulierung, also dafür, dass man der alten und der neuen Versicherung mitteilt, dass der Wechsel von Seiten der Bank OK geht", beschreibt Grünberger. Andere Banken würden sogar mehr verlangen: "Da reden wir dann von 350 Euro Gebühr."

Höhe der Gebühr nicht gerechtfertigt

Die Höhe der Gebühr sei nicht zu rechtfertigen, sagt der AKNÖ-Experte: "Diese Schreiben sind ein Aufwand von jeweils zehn Minuten. Wenn man dafür 300 Euro oder mehr verlangt, sieht das schon danach aus, als würde man sich da ein Körberlgeld holen." Vereinzelt würden BankmitarbeiterInnen kulanterweise auf die Gebühr verzichten:
"Das ist eine Kulanzlösung, beseitigt aber das Problem nicht. Die Gebühren müssen grundsätzlich deutlich gesenkt werden und dem reellen Arbeitsaufwand entsprechen", fordert Grünberger.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ-Konsumentenberatung
Mag. Thomas Grünberger, Telefon 02742/34997 - 5535

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