Eltern gegen Verlagerung der Lehrerausbildung an Universitäten

Vorsitzende des Hauptverbands Katholischer Elternvereine, Franckenstein, äußert Vorbehalte an genereller "Verwissenschaftlichung" der Lehrerausbildung

Wien, 31.07.12 (KAP) Für eine Lehrerausbildung an den Pädagogischen Hochschulen und nicht an den Universitäten hat sich der Hauptverband Katholischer Elternvereine ausgesprochen. Dessen Vorsitzende, Cornelia Franckenstein, betonte am Dienstag, sie könne sich mit der generellen "Verwissenschaftlichung" der Lehrerausbildung "nicht anfreunden" und schätze die Tätigkeit der Pädagogischen Hochschulen. Verbesserungen seien "selbstverständlich notwendig und möglich", aber eine Verlagerung der Lehrerausbildung an die Universitäten sei aus Elternsicht nicht wünschenswert. "Forschung und Lehre auf akademischem Niveau im Sinn umfassender wissenschaftlicher Freiheit" und "berufsorientierte Lehrerausbildung" seien zwei "verschiedene Paar Schuhe", betonte Franckenstein.

Alle künftigen Lehrerinnen und Lehrer aller Schulstufen - "vom Kindergarten bis zur AHS- und BHS-Oberstufe" - sollten nach Überzeugung der Katholischen Elternvereine eine volle pädagogische Ausbildung durchlaufen. Diese Ausbildung solle durch gemischte Teams sowohl von Berufserfahrenen als auch von "wissenschaftlich Orientierten" erfolgen. Darüber hinaus wünscht sich Franckenstein Eignungstests für alle, die eine pädagogische Tätigkeit anstreben, und Pflichtsemester an Universitäten für die künftigen Lehrer.

"Wir brauchen als bildungsorientierte Gesellschaft beides: die Pädagogischen Hochschulen als berufsorientierte Ausbildungsinstitutionen und die auf dem Prinzip der umfassenden akademischen Freiheit basierende Forschung an den Universitäten", erklärte die Verbandsvorsitzende. Selbstverständlich solle es Kooperation zwischen beiden geben, aber dafür brauche es "getrennte Institutionen, die einen Dialog auf Augenhöhe in wechselseitigem Respekt führen". Die Pädagogischen Hochschulen künstlich zu Forschungsstätten "upzugraden", werde keine positiven Ergebnisse bringen. Viel eher würde es den Universitäten "gut tun", sich pädagogische Kompetenz von den Pädagogischen Hochschulen zu holen, so Cornelia Franckenstein.

Sie betonte die Pflicht des Staates, eine optimale Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer sicherzustellen. Diese habe weder der Wirtschaft noch der Forschung zu dienen, sondern der Wissensvermittlung und Herzensbildung von Kindern und Jugendlichen.

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