"kreuz und quer" am 31. Juli: "Transsexuell in Teheran" und "Gesichter des Islam"

Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Christoph Riedl -zeigt am Dienstag, dem 31. Juli 2012, um 22.30 Uhr in ORF 2 die Dokumentation "Nur so wie die anderen - Transsexuell in Teheran". Die aus dem Iran stammende Filmemacherin Tanaz Eshaghian begleitete dafür einige iranische Männer und Frauen, die sich in einer Spezialklinik der Geschlechtsumwandlung unterzogen haben, und zeigt, wie sie mit ihrer neuen Identität zurechtkommen und mit welchen Problemen sie nun konfrontiert sind. Hannes Schulers Film "Gesichter des Islam" sucht um 23.20 Uhr "Wissen und Fortschritt" in Ägypten, Andalusien, Indonesien und in der Türkei.

"Nur so wie die anderen - Transsexuell in Teheran" - Buch und Regie:
Taraz Eshaghian, deutsche Fassung: Rosemarie Pagani-Trautner

Im islamischen Gottesstaat Iran ist Homosexualität strengstens verpönt. Wer bei sexuellen Handlungen mit einem gleichgeschlechtlichen Partner erwischt wird, muss mit der Todesstrafe rechnen. Homosexuelle Männer und Frauen sind also gezwungen, ihre Beziehungen strikt im Geheimen zu leben. Seit jedoch im Jahr 1983 durch eine Fatwa, ein Rechtsgutachten, von Ayatollah Khomeini Geschlechtsumwandlungen gestattet wurden, nutzen viele Homosexuelle diese Möglichkeit. Sie unterziehen sich aufwendigen Operationen, um auf diese Weise ganz legal mit ihrem Wunschpartner zusammenleben zu können.

Dr. Mirjalali ist einer der führenden iranischen Experten auf dem Gebiet der chirurgischen Geschlechtsumwandlung, rund 450 solcher Operationen hat er in den vergangenen Jahren in Teheran durchgeführt. Zu ihm kommen sowohl Männer als auch Frauen, die ihr Geschlecht ändern wollen. Eine Frage dabei ist, ob es sich tatsächlich um transsexuelle Menschen oder schlicht und einfach um Menschen handelt, die sich zu Personen des gleichen Geschlechts hingezogen fühlen, also homosexuell sind. In ihrer sehr berührenden Dokumentation zeigt Tanaz Eshaghian Menschen, die entweder bereits eine Geschlechtsumwandlung hinter sich haben oder die sich auf die Operation vorbereiten. Und sie verschweigt dabei auch nicht, dass eine Geschlechtsumwandlung keine Garantie für ein glückliches Leben ist.

"Gesichter des Islam: Wissen und Fortschritt" - Ein Film von Hannes Schuler

Der aktuelle politische Umbruch in den Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens hat eine lange Vorgeschichte: Die Herrschaft despotischer Regimes in islamischen Ländern hängt mit der Kolonialgeschichte des 19. und 20. Jahrhundert und auch mit dem niedrigen Bildungsniveau breiter Bevölkerungsschichten zusammen. Doch das war nicht immer so. Jahrhundertelang war der Islam die Triebfeder für Bildung und Fortschritt in Wissenschaft und Medizin. Die Dokumentation sucht "Wissen und Fortschritt" in Ägypten, Andalusien, Indonesien und in der Türkei. In Kairo und Alexandria geht es um das Ringen des muslimischen Ägyptens, traditionsverhaftete Religion und zukunftsträchtige Bildung in Einklang zu bringen.

In Kairo führt der junge Imam Abdallah eine der ältesten Moscheen der Medina wie eine Begegnungs- und Bildungsstätte. Der ägyptische Nobelpreisträger Ahmed Zewail fordert bei einem öffentlichen Auftritt neue Anstrengungen in Politik und Bildungswesen. Das goldene Zeitalter von Kultur und Wissenschaft des Islam im mittelalterlichen al-Andalus ist heute noch lebendig: In Córdoba sehen wir die faszinierende Moschee-Kathedrale und die Ausgrabung der Palaststadt Madinat al-Zahra. Der spanische Konvertit Antonio Romero leitet auf seiner Finca zwischen Araberpferden und einer wertvollen Handschriftensammlung eine islamische Bildungsstätte. Der Historiker Emilio Ferrín erklärt das Potenzial und die Faszination des Islam im historischen und im heutigen Andalusien.

Der populäre türkische Theologe Zekeriya Beyaz fordert fortschrittliches Denken im Islam. In einer von Istanbuls religiösen Imam-Hatip-Eliteschulen lernen Burschen in Anzug und Krawatte Koranrezitation, Englisch und moderne Naturwissenschaften, während in Kairo junge Mädchen der besseren Gesellschaft und mit moderner Schulbildung privaten Koranunterricht bekommen.

Der Film zeigt das ägyptische Bildungsdilemma zwischen mittelalterlichem Altstadthandwerk ohne Zukunftsperspektive, einem Hightech-Zentrum, der neuen Bibliothek von Alexandria und der ehrwürdigen Al-Azhar-Universität - alles in allem Bildung für zu wenige. Der ägyptische Soziologe Nader Fergany attackiert Männer und Regierungen, wenn es um die Rückschrittlichkeit des Islam geht.

Im indonesischen Jakarta könnten beim "Islamic Banking" aus den Traditionen des Islam neue Akzente in der Wirtschafts- und Finanzwelt gesetzt werden.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0006