• 27.07.2012, 12:04:46
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"Realitätsverlust" bei den Agrarpolitikern

Offener Brief zur Aussendung des Bauernbundes vom 26.07.2012

Bad Leonfelden (OTS) - Es herrscht augenscheinlich ein
"Realitätsverlust" bei den Agrarpolitikern. In ganz Europa sind die
Erzeugermilchpreise schon seit Monaten im Sinken, dies wird aber ganz
bewusst ignoriert.

Überdies werden die Bauern dazu animiert mehr und mehr zu
produzieren, obwohl der Markt bereits übersättigt ist. Jeder weiß,
dass wenn zu viel Menge am Markt ist, der Preis sinkt.
Kein marktwirtschaftlich orientiertes Unternehmen produziert Waren,
deren Absatz nicht zu einem angemessenen Preis garantiert ist.

Die IG-Milch kauft keine Milch von ihren Mitgliedern und zahlt
somit auch keine Milchgelder aus! Es ist eine Unterstellung und eine
Unwahrheit, wenn dies behauptet wird.

Die Freie Milch ist ein eigenständiges Unternehmen und wird auch
als solches geführt.

Seit langem wird den Erzeugern geraten, Unternehmer zu sein und
sich den freien Marktbedingungen anzupassen und zu stellen.

Daher ist es die Entscheidung jedes Einzelnen an die Freie Milch
Austria oder an jegliche andere Molkerei zu liefern und sich aber
auch unter Umständen wieder einen anderen Abnehmer zu suchen.

Es ist daher ebenfalls eine ungeheuerliche Anmaßung des
Bauernbundes, im Besonderen des Direktors Abentung, diese
Entscheidungen anzuprangern.

Es liegt sehr wohl eine Verfehlung der Agrarpolitik in der
Gestaltung der Rahmenbedingungen vor, wenn der wirtschaftliche
Fortbestand tausender Milchbäuerinnen und Milchbauern nicht mehr
möglich ist.

Die Handelsketten können mit Schleuderaktionen und Dumpingpreisen
nur deshalb werben, weil die Molkereien den Rohstoff Milch - Dank der
Überproduktion - billigst von den Bäuerinnen und Bauern erhalten. Die
Milchbauern bleiben aber bei dieser Marktpolitik auf der Strecke -
genau zu diesen Missständen führen die Rahmenbedingungen unserer
Agrarpolitik!

Durch Mehrjahreslieferverträge mit zahlreichen Klauseln und
Absprachen zwischen den Molkereien, die deren Machtposition
zusätzlich stärken, ist für die Lieferanten ein Wechsel zwischen den
einzelnen Abnehmern überhaupt nicht möglich.

Es gibt nichts dagegen einzuwenden, sich in Form einer
Genossenschaft zu bündeln, da es ja Zweck einer solcher ist, das
Beste für seine Mitglieder zu bieten. Nur sieht die Realität leider
anders aus.

Sie, Herr Abentung, sagen, die Genossenschaftsmolkereien würden
die Interessen ihrer Mitglieder vertreten - das ist schlichtweg eine
Vorspiegelung falscher Tatsachen, denn bei den heimischen
Genossenschaften zählen nur mehr Zahlen und Bilanzen.

Ich fordere Sie hiermit auf Ihre Unterstellungen und
Anschuldigungen gegen die IG-Milch zu unterlassen.

Rückfragehinweis:
Erna Feldhofer
Obfrau IG-Milch
Mobil: 0664 1821818

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | IGM

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