• 27.07.2012, 09:00:32
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Allianz Verkehrsstudie: Senioren ab 75 besonders gefährdet

Wien (OTS) - Die Städte werden größer, der Verkehr dichter und die
Menschen immer älter. Vor allem für Verkehrsteilnehmer über 75 Jahren
ist das eine brisante Mischung, wie eine Studie der Allianz zeigt.
Schon jetzt stellen sie die Altersgruppe mit den meisten
Verkehrstoten.

In Österreich wird sich die Zahl der über 75-Jährigen bis 2050
mehr als verdoppeln. Jeder sechste Österreicher wird dann zu jener
Altersgruppe gehören, die bereits jetzt den höchsten Anteil der im
Straßenverkehr Getöteten stellt. "Es steht fest, dass in einer
alternden Gesellschaft das Thema Verkehrssicherheit an Bedeutung
gewinnt", erklärt Allianz Vorstandsmitglied Dr. Johann Oswald:
"Lebensqualität im Alter bedeutet aber, auch dann noch mobil zu sein,
wenn Sehen, Hören, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit schleichend
abnehmen."

Erfahrung schützt bis zum 75. Lebensjahr

Da die Menschen eine immer höhere Lebenserwartung haben, steigt
die Zahl älterer Menschen im Straßenverkehr rapide an. Das Allianz
Zentrum für Technik (AZT) hat die Unfallhäufigkeit bei älteren
Menschen untersucht und festgestellt, dass das Unfallgeschehen bei
den über 64-jährigen Senioren erstmal unauffällig bleibt, aber ab dem
75. Lebensjahr überproportional zunimmt. "Ursache für die Unfälle in
der Altersgruppe über 75 ist oft, dass ältere Menschen in komplexen
Situationen mehr Zeit benötigen, den Überblick zu gewinnen", so
Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer des AZT.

"Zunächst kompensieren ältere Menschen zunehmende körperliche
Schwächen mit der großen Erfahrung am Steuer oder einer vorsichtigen
Fahrweise", so Lauterwasser. Im Schnitt bleibt deshalb die Anzahl der
verursachten Unfälle bei älteren deutlich unter dem Niveau der ganz
jungen Fahrer. Auffallend sei jedoch, dass sich ab einem Alter von 75
Jahren einige typische Fahrfehler merklich häufen. "Die Gruppe der
über 75-Jährigen hat im Vergleich zu den jüngeren Senioren ein um 45
Prozent höheres Risiko, einen Unfall zu verursachen", informiert
Lauterwasser.

Als Fußgänger oder Radfahrer häufiger Opfer

Der eine oder andere verzichtet von sich aus auf das Fahren und
gibt freiwillig den Führerschein ab. Doch auch auf Fußgänger oder
Radfahrer lauern Gefahren: So sind zwei Drittel aller Verkehrstoten
unter den Senioren nicht die Verursacher eines Unfalls, sondern
Opfer, während im Vergleich jüngere Verkehrsteilnehmer nur zu einem
Drittel Opfer und zu zwei Dritteln Verursacher eines Unfalls sind.

Laut Verkehrsunfallstatistik der Statistik Austria starben 2011
auf Österreichs Straßen 76 Menschen über 75 Jahre: fast doppelt so
viele wie in der Altersgruppe 70 bis 74 Jahre und dreimal so viele
wie in der Altersgruppe 65 bis 69 Jahre.

Fahrer-Assistenz-Systeme halten sicherer mobil

Innovative Fahrzeugtechnologien - sogenannte
Fahrer-Assistenz-Systeme - können das Fahren für alle und besonders
für ältere Menschen erleichtern und somit länger sicheres Fahren
ermöglichen. Das AZT begleitet die Entwicklung innovativer
Fahrer-Assistenz-Systeme durch regelmäßige Unfallstruktur- und
Wirksamkeitsanalysen.

Untersucht wurden die vier noch in der Entwicklung befindlichen
Fahrer-Assistenz-Systeme "Aktive Gefahrenbremsung",
"Kreuzungsassistenz", "Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer" und
"Integrierte Querführung". "Bei flächendeckender Ausstattung mit
beispielsweise diesen Systemen könnte rund die Hälfte der Unfälle mit
Personenschäden vermieden oder deren Schwere reduziert werden",
blickt Lauterwasser in die Zukunft. Bei der Weiterentwicklung der
Fahrer-Assistenz-Systeme muss allerdings ein großes Augenmerk auf der
einfachen Bedienung wie etwa der Lesbarkeit der Displays liegen -
sonst erfahren diese bei Senioren keine Akzeptanz.

Mobilität ist wichtiger Faktor der Lebensqualität

Mobilität bedeutet gerade im Alter soziale Aktivitäten und
gesellschaftliche Teilhabe. Dies führt zu höherer Zufriedenheit und
sichert Lebensqualität. Gemäß der Studie des AZT erfüllt das Auto den
Bedarf nach individueller Mobilität auch bei Senioren und stellt so
das Verkehrsmittel der Wahl dar: Annähernd zwei Drittel aller
Strecken werden mit dem Pkw zurückgelegt.

Viele Länder reagieren auf die steigende Zahl der älteren Menschen
im Straßenverkehr mit strengen Auflagen, wie zeitlich befristeten
Führerscheinen, deren Verlängerung an eine medizinische Untersuchung
geknüpft ist. Die Unfallforscher des AZT lehnen jedoch obligatorische
Gesundheitstests ab. "Freiwillige Tests sind natürlich
empfehlenswert", so Lauterwasser: "Aber das Alter an sich sehen wir
noch nicht als ausreichenden Grund, das Führerscheinrecht
einzuschränken."

Gemeinsam Mobilität für alle sichern

Gerade für die ganz jungen und die alten Menschen ist der
Straßenverkehr schon heute besonders gefährlich. Verkehrskonzepte von
morgen müssen sich darauf konzentrieren, dass der Verkehr gerade in
Megastädten verkraftbar bleibt und dabei allen Altersgruppen gerecht
wird. "In einer alternden Gesellschaft müssen die Bedürfnisse älterer
Menschen stärker in den Fokus rücken. Es erfordert angesichts der
demografischen Herausforderung die Zusammenarbeit der gesamten
Gesellschaft, um sichere Mobilität für alle zu ermöglichen", fordert
deshalb Allianz Vorstandsmitglied Dr. Johann Oswald.

Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news

- Fotos: ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Dr. Christoph Lauterwasser
- Senior am Steuer
- Experten-Tipps für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
- Pressemeldung als PDF

Nützliche Links:
Statistik Austria: Verkehrsunfallstatistik 2011
http://www.ots.at/redirect/statistik2

Kuratorium für Verkehrssicherheit: Verkehrsunfallstatistik
http://www.kfv.at/unfallstatistik/index.php?id=57

Rückfragehinweis:

Dr. Marita Roloff
   Leiterin Unternehmenskommunikation
   Allianz Elementar Versicherungs-Aktiengesellschaft
   Allianz Elementar Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft
   Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien
   Tel: 05 9009 - 80690, Fax: 05 9009 - 40261
   E-Mail: marita.roloff@allianz.at
   Internet: www.allianz.at

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