• 26.07.2012, 12:23:26
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Erzbischof Müller: Befreiungstheologie nicht pauschal verurteilen

Neuer Präfekt der Glaubenskongregation im "Osservatore"-Interview

Vatikanstadt, 26.07.12 (KAP) Der neue Präfekt der vatikanischen
Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat sich
gegen eine pauschale Verurteilung der südamerikanischen
Befreiungstheologie gewandt. Man müsse zwischen einer "falschen" und
einer "richtigen" Theologe der Befreiung unterscheiden, sagte Müller
in einem Interview mit dem "Osservatore Romano"
(Donnerstag-Ausgabe). Eine "Vermischung von marxistischen
Selbsterlösungslehren und dem von Gott geschenkten Heil" sei zwar
"grundsätzlich abzulehnen". Andererseits stelle sich jedoch die
Frage, wie man angesichts des Leidens vieler Menschen, die nichts zu
essen und zu trinken haben und deren Rechte von den Mächtigen
missachtet würden, von Gottes Liebe und Barmherzigkeit sprechen
könne, so Müller.

Eine Glaubensverkündigung sei in überzeugender Weise nur möglich,
wenn man die Armen "ohne Paternalismus von oben herab" als
Geschwister in einer großen Familie Gottes betrachte, sagte Müller.
Diese müsse dazu beitragen, solche menschenunwürdigen Verhältnisse
zu ändern. Jede gute Theologie habe mit der "Freiheit und
Herrlichkeit der Kinder Gottes" zu tun.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) gut/jop/

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