• 24.07.2012, 17:59:53
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Rektor Bast: "Wehret den Anfängen!"

Mit den Argumenten der Unterrichtsministerin gegenüber der PH Innsbruck könnten auch die JustizministerIn und der Gesundheitsminister Zugriffsrechte auf die Unis fordern.

Wien (OTS) - Die Unterrichtsministerin kündigt die Umwandlung der
Pädagogischen Hochschulen zu Pädagogischen Universitäten an und
entlässt wenig später einen von ihr designierten Rektor. Es geht hier
nicht um Parteipolitik, sondern um das Grundverständnis über den
Umgang des demokratischen Staates mit Universitäten.

Ohne Zweifel ist die LehrerInnenbildung von zentraler Bedeutung
für den Staat. Ebenso wie zB die akademische Bildung von
RichterInnen, Staatsanwältinnen oder ÄrztInnen. Wenn aber das Schule
macht, was die Unterrichtsministerin unter Hinweis auf
ihre "Konzernverantwortung" an der Pädagogischen Hochschule Innsbruck
praktiziert hat, dann könnten mit dem gleichen Recht demnächst die
Justizministerin das Ernennungs- und Abberufungsrecht für die Dekane
der juridischen Fakultäten und der Gesundheitsminister für die
Rektoren der Medizinischen Universitäten fordern. "Wehret den
Anfängen!" kann man da nur so laut und deutlich wie möglich sagen.

Die Unterrichtsministerin wird sich entscheiden müssen, was ihr
wichtiger ist: der direkte Zugriff auf das Personal der
Lehrerbildungsinstitutionen oder das Anheben der LehrerInnenbildung
für die Primarstufe und die Neue Mittelschule auf das (international
übliche) universitäre Niveau. Die von der Bildungsministerin
angestrebte gemeinsame LehrerInnenbildung für alle
Schulformen, kann jedenfalls nur eine auf universitärem Niveau sein.
Alles andere wäre eine nicht akzeptable Verschlechterung gegenüber
dem status quo. Konkret heißt das: Solange es Pädagogische
Hochschulen gibt, die die wissenschaftlichen und organisatorischen
Standards einer Universität nicht erfüllen, kann eine gemeinsame
LehrerInnenbildung nur durch eine Ausweitung der Zuständigkeit der
bestehenden Universitäten (zumindest auf die LehrerInnenbildung für
die Neue Mitelschule) erreicht werden. Punktuelle Kooperationen mit
Pädagogischen Hochschulen zur Ergänzung des Lehrangebotes
wären dabei möglich. Sollten die Pädagogischen Hochschulen aber
tatsächlich zu echten Universitäten mit allen wissenschaftlichen und
organisatorischen Standards autonomer Universitäten (zB mit
bestimmten pädagogischen oder fachdisziplinären Schwerpunkten)
umgewandelt werde, dann - und nur dann! - könnte man
interuniversitäre Studienangebote zweier oder mehrerer
gleichrangiger Universitäten einrichten.

Rückfragehinweis:
Mag. Anja Seipenbusch Hufschmied
Presse und Kommunikation
Universität für angewandte Kunst Wien
T: +43 71133 2160
www.dieangewandte.at

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