• 24.07.2012, 11:21:05
  • /
  • OTS0075 OTW0075

IG-Milch: Milchpreissenkung als logische Folge fataler Milchmarktpolitik - BILD

Milchsee in Brüssel

Bad Leonfelden (OTS) - Große Sorge herrscht über den aus dem
Gleichgewicht geratenen Milchmarkt - Milchbäuerinnen und Milchbauern
müssen die Senkung der Milchpreise wohl oder übel hinnehmen.

Die IG-Milch nimmt die Senkung der Preise für Milchprodukte
unserer heimischen Handelsketten zur Kenntnis, weist aber erneut
eindringlich darauf hin, dass dies eine logische Konsequenz der
praktizierten Überschuss-Milchmarktpolitik ist. Diese wird von der
österreichisch-europäischen Agrarpolitik auf dem Rücken der
Milchbauern betrieben - und das "Milchbauernsterben" geht munter
weiter.

Bereits Anfang des Jahres wurde der Landwirtschaftsminister auf
dieses Szenario hingewiesen und aufgefordert, die jährliche
Quotenaufstockung auszusetzen um den Markt nicht weiter unter Druck
zu setzen.

Vor zwei Wochen wurde gemeinsam mit den European Milk Board in
Brüssel mit der Aktion "Die Milch läuft über - die Preise stürzen
ab!" vor dem Europäischen Parlament auf die gegenwärtige
Überproduktion hingewiesen. Dazu wurde symbolisch ein überlaufender
Milchsee errichtet. (Bilder dazu finden Sie unter www.ig-milch.at
bzw. können im IG-Milch Büro angefordert werden.)

Positive Reaktionen oder regulierende Maßnahmen seitens der
Agrarpolitik blieben aus.

Die Milchverarbeiter tragen dabei nur ein begrenztes
wirtschaftliches Risiko, da schlechte Verhandlungsergebnisse immer
auf die Bauernmilchpreise abgewälzt werden. Die Leidtragenden sind
wieder einmal die Milchbauern, deren Zahl sich seit dem EU-Beitritt
um über 50.000 auf nunmehr 35.000 Betriebe verringert hat.

Durch eine intelligente Gestaltung des Milchmarktes könnten
extreme Marktvolatilitäten mit allen unerwünschten Nebenwirkungen
vermieden werden. Ein Modell der flexiblen Mengenanpassung, wie es
von uns schon immer gefordert wird, stabilisiert den Markt, stärkt
die Wettbewerbsfähigkeit und schafft Planungssicherheit. Landwirte
haben in der jetzigen Situation keinerlei Verhandlungsposition und
können sich daher nicht gezielt mit ihrem Angebot auf die Nachfrage
der Konsumenten einstellen.

Trotz explodierender Produktionskosten sind die Milchpreise gleich
hoch wie etwa vor 40 Jahren - da darf sich niemandem wundern, wenn
das Bauersterben an der Tagesordnung steht. So erhöhten sich z.B. die
Preise der zur Milchproduktion benötigten Betriebsmittel von Juli
2010 auf Juli 2011 in vielen europäischen Ländern um 10-15%. Laut
einer aktuellen Studie sind die Produktionskosten um 5-6 Cent
gestiegen. Das bedeutet, dass die durchschnittlichen Kosten der
Milchproduktion in Europa nunmehr weit über 40 Eurocent liegen - im
österreichischen Berggebiet naturgemäß noch höher.

Im Rahmen der gegenwärtigen Reform der europäischen
Agrarmarktordnung fordern wir erneut unsere verantwortliche
Agrarpolitik auf, sich für einen freiwilligen Lieferverzicht sowie
für die Einrichtung einer europäischen Monitoringstelle, damit
Angebot und Nachfrage auf den Milchmärkten wieder ins Gleichgewicht
kommen, einzusetzen.

Dass dies durchaus möglich und auch machbar ist, zeigt sich in den
Regelungen zur EU-Weinmarktreform 2009 und auch im Bereich der
Zuckerquote. Wir fordern daher die Verantwortlichen der Europäischen
Agrarpolitik auf, auch im Bereich Milchproduktion die gleichen
Regelungen geltend zu machen, mehr Mut zu zeigen und in diese
Richtung endlich tätig zu werden.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
IG-Milch-Obfrau
Erna Feldhofer
Mobil: 0664 1821818

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | IGM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel