- 24.07.2012, 10:20:13
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Antiatomaktivist in Weißrussland unter ungeklärten Umständen seit 7 Tagen in Haft
GLOBAL 2000 protestiert bei weißrussischer Botschaft und ersucht Außenminister Spindelegger um Unterstützung für das Recht auf freie Meinungsäußerung
Wien (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL
2000 fordert das autoritär regierte Weißrussland erneut dazu auf, den
ungerechtfertigt inhaftierten Atomphysiker und Journalisten Andrey
Ozharkovskiy umgehend frei zu lassen. Ozharkovskiy wurde letzten
Mittwoch bei der friedlichen Übergabe einer Protestnote anlässlich
der Unterzeichnung einer Kreditvereinbarung zwischen Russland und
Weißrussland für einen AKW Neubau in Weißrussland gemeinsam mit drei
weiteren AktivistInnen festgenommen. Die drei KollegInnen wurden
inzwischen freigelassen, Ozharkovskiy befindet sich jedoch weiter
unter ungeklärten Umständen in Haft. Bereits vergangene Woche
protestierte GLOBAL 2000 gegen die Inhaftierung der befreundeten
AKW-GegnerInnen in Minsk und verlangte von der weißrussischen
Botschaft in Wien dringende Aufklärung.
"Bis jetzt hat es die Botschaft nicht für nötig befunden, Stellung
zum undemokratischen Vorgehen der weißrussischen Behörden zu
beziehen", berichtet Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL
2000. "Ich habe gestern auch direkt bei der weißrussischen Botschaft
versucht, nähere Hintergründe zu den Verhaftungen zu erfahren. Es
wurden aber alle Auskünfte verweigert." GLOBAL 2000 vermutet, dass es
sich bei den Festnahmen von Irina Sukhy, Tatjana Novikova, Andrey
Ozharkovskiy und Michael Matskevich, vergangenen Mittwoch in Minsk,
um weitere Einschüchterungsversuche des totalitären Systems gegen die
breite Anti-Atom-Bewegung in Weißrussland handelt.
"Es ist ein Skandal, wie hier mit friedlich agierenden Personen
umgesprungen wird, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben",
ärgert sich Kastenhofer. "Wir fordern die dringende Freilassung von
Ozharkovskiy und eine sofortige Aufklärung der Situation. GLOBAL 2000
ersucht auch Außenminister Spindelegger, sich für das Recht auf freie
Meinungsäußerung und für die Freilassung des politisch motiviert
verhafteten Ozharkovskiy einsetzen!"
Das geplante und für Weißrussland erste AKW nahe Astravets (Bezirk
Grodno), unweit der litauischen Grenze, soll innerhalb von acht
Jahren mittels russischer Finanzierung gebaut werden. Innerhalb der
EU gibt es massive Bedenken gegen den Neubau eines AKWs in einem
Gebiet, in dem die katastrophalen Auswirkungen Tschernobyls noch
immer massiv spürbar sind. "Nach den Super-GAUs von Tschernobyl und
Fukushima sind vorausschauende Proteste gegen drohende atomare
Katastrophen unbedingt ernst zu nehmen. Gerade Fukushima hat ganz
klar aufgezeigt, was passiert, wenn Bedenken gegen diese
Hochrisikotechnologie unterdrückt werden", sagt Kastenhofer
abschließend.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria
Pressesprecherin: Mag. Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699 14 2000 26
Geschäftsführer: Dr. Klaus Kastenhofer, Tel.: 069914 2000 32
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