"Am Schauplatz"-Reportage "Wenn Frauen Frauen lieben" am 20. Juli im ORF

Wien (OTS) - Ihre erste Beziehung hatte die ehemalige Radiosprecherin Rosmarin Frauendorfer mit fast 40. Der Wunsch nach Zweisamkeit war für die heute 70-Jährige lange Zeit in ihrem Leben unerfüllbar: "Weil ich geglaubt habe, ich bin die einzige Frau auf der Welt, die so tickt. Es gab ja weit und breit keine lesbischen Frauen. Zu sagen, es war ein Tabu, ist schon übertrieben. Lesbische Liebe war einfach nicht existent. Also bin ich zu Hause gesessen und hab traurige Gedichte geschrieben."
Aber was hat sich seither geändert? Für die "Am Schauplatz"-Reportage "Wenn Frauen Frauen lieben" - zu sehen am Freitag, dem 20. Juli 2012, um 21.15 Uhr in ORF 2 - fragt Nina Horowitz die, die es wissen müssen: Frauen, die Frauen lieben und endlich den Mut haben, darüber zu sprechen. Sie erzählen offen von ihrem Outing, von Vorurteilen der Gesellschaft, dem Umgang mit Klischees und von ihren ganz besonderen Liebesgeschichten.

Vor einiger Zeit hat Rosa Kettl aus Oberösterreich ein Geheimnis von ihrer Tochter erfahren: "Wir haben am Abend zusammen die Küche aufgeräumt und da hat Sissi mir gesagt, dass sie sich in ein Mädchen verliebt hat. Am Anfang hab ich mir nur gedacht: 'Lieber Gott, bitte nicht.'" Es hat gedauert, aber mittlerweile ist es für die Besitzerin eines Reiterhofs normal, dass ihre Tochter eine Frau liebt: "Jede Mutter will doch, dass ihr Kind den eigenen Weg findet und zu sich selbst stehen kann." Das könne ihre Tochter. Und darauf ist sie heute sehr stolz, sagt sie.

Die 16-jährige Tess Herrmann lebt in Bregenz: "Hier kennt jeder jeden", ist sich die Schülerin einer katholischen Privatschule sicher. Umso mutiger, dass sie auch vor der Kamera dazu steht, lesbisch zu sein: "Dann wird eben ein paar Wochen lang in der Pause getuschelt. Irgendwann gibt's die nächste Attraktion." Was die Schülerin besonders stört, sind Vorurteile, die sie gelegentlich zu hören bekommt. "Zu mir hat jemand einmal wirklich ernsthaft gesagt:
'Du kannst nicht lesbisch sein. Du spielst ja gar nicht Golf.'"

Von Klischees hat Lilith noch nie gehört. Aber die Dreijährige weiß genau: Sie hat eine Mama und eine Mami. Und Lilith ist der wichtigste Grund dafür, dass sich ihre Mami, die 29-jährige Eva Masel, nicht verstecken will: "Wenn ich nicht zu meiner Homosexualität stehen kann, wie soll es dann meine Tochter einmal können?" Eva Masel arbeitet als Ärztin auf der Palliativstation im AKH Wien und ist eine der wenigen Frauen, die am Arbeitsplatz darüber reden, lesbisch zu sein: "Kaum zu glauben, aber das Thema scheint auch im Jahr 2012 noch ein Tabu zu sein."

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0004