• 19.07.2012, 11:11:11
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GLOBAL 2000 erfreut: Anbau von drei Gentech-Maissorten von EU-Kommission abgelehnt

Heuer vorerst keine Zulassungen für den Anbau weiterer gentechnisch veränderter Pflanzen.

Wien (OTS) - Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
(EFSA) hat drei Gentech-Maispflanzen positiv bewertet. Doch die
Europäische Kommission äußert nun ihre Bedenken und fordert eine
neuerliche Bewertung. "Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige
Richtung", freut sich Heidi Porstner, Gentechnik-Sprecherin der
österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Die EFSA hatte die positiven Bewertungen für die drei zur Diskussion
stehenden Maissorten schon länger abgeschlossen. Bei den fraglichen
Sorten MON 810, Bt 11 und 1507 handelt es sich um jene Art von
gentechnisch veränderten Pflanzen, die ein eigenes Gift produzieren,
um sich vor Insekten zu schützen. Zahlreiche wissenschaftliche
Studien befassen sich seit Jahren mit dieser Art von gentechnischer
Veränderung. Die möglichen Schäden für Tiere und Umwelt sind bei
weitem nicht ausreichend bewertet. Das findet nun auch die
Europäische Kommission. Sie fordert von der EFSA eine Neubewertung
der Sorten, die immerhin nicht nur als Futter- und
Lebensmittelpflanze zugelassen, sondern auch tatsächlich in Europa
angebaut werden sollen. Bisher gab es nur eine Maissorte, die für den
Anbau zugelassen war, nämlich MON 810. Ihre Zulassung ist aber
ausgelaufen und so muss auch diese Maissorte neu bewertet werden.

Heidi Porstner: "Das ist ein starkes Signal der Europäischen
Kommission. Endlich wird die EFSA gefordert, ihre Risikobewertungen
zu überarbeiten, denn in der Vergangenheit hat die Behörde jede
mögliche Neuzulassung von gentechnisch manipulierten Soya- und
Maissorten allzu leichtfertig durchgewunken." In EFSA-Publikationen
werden gentechnisch veränderte Pflanzen als "genauso sicher" wie
konventionelle, nicht veränderte Pflanzen dargestellt und so alle
Gefahren für Mensch und Natur ausgeklammert. "Was Beobachter ja nicht
verwundert, denn ein beträchtlicher Teil der handelnden Personen
innerhalb der EFSA hat ein sehr enges Verhältnis zu
Gentechnik-Konzernen. So können auch keine unabhängigen Gutachten
erstellt werden", kritisiert Porstner.

"Zumindest für 2012 wird es sehr wahrscheinlich keine Zulassungen für
den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen geben, was uns sehr
freut, allerdings muss noch viel Arbeit in Brüssel geleistet werden.
In Zukunft sollen nicht Gentechnik-Konzernen nahe stehende Personen
über die Risiken dieser gefährlichen Technologie entscheiden, sondern
Personen, denen die Gesundheit der Menschen und die
Lebensmittelsicherheit echte Anliegen sind!"

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria
   Pressesprecherin:
   Mag. Lydia Matzka-Saboi
   Tel.: 0699/14 2000 26
   E-Mail: [email protected]
   
   Gentechnik-Sprecherin:
   Mag. Heidi Porstner
   Tel.: 0699/14 2000 52
   E-Mail: [email protected]

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