Jubiläumsausstellung 150 Jahre Gustav Klimt

Wien (OTS) - Jubiläumsschau mit 120 Werken, darunter 30 Klimt-Gemälde - Erstmals iPads als integrative Bestandteile einer Ausstellung in einem österreichischen Bundesmuseum

Im Jubiläumsjahr 2012 widmet das Belvedere dem bedeutendsten österreichischen Maler und Wegbereiter der Moderne, Gustav Klimt, eine umfassende Sonderpräsentation. Mit 120 Objekten, darunter 30 Klimt-Gemälde und Arbeiten von Künstlerkollegen wie Egon Schiele, Ernst Klimt, Franz Matsch, Oskar Kokoschka sowie Herbert Boeckl, setzt die Jubiläumsschau der weltweit größten Klimt-Gemäldesammlung sieben thematische Schwerpunkte rund um das Genie:
"Künstler-Compagnie", "Familie", "Secession", "Goldene Periode", "Landschaften", "Frauenporträts" sowie "Weltkrieg und Tod". Neben der Monumentalikone Kuss und bekannten Meisterwerken wie Judith und Salome werden auch erstmals gemeinsam die Neuzugänge aus der Verlassenschaft des Wiener Kunstsammlers Peter Parzer, Sonnenblume sowie Familie, zu sehen sein. Diese als Schenkung erhaltenen Gemälde gelten als bedeutendster Sammlungszuwachs in der Geschichte der Zweiten Republik. Erstmals in einer Ausstellung zu sehen ist das bisher nur von einer Schwarz-Weiß-Reproduktion her bekannte Bildnis eines bärtigen Mannes, das aus einer privaten Sammlung geliehen werden konnte. "Gustav Klimt und das Belvedere bilden eine untrennbare Einheit. Die Gründe dafür sind vielfältig und beginnen mit der Initiative von Carl Moll und einer Künstlergruppe um Gustav Klimt, einen Ort für die zeitgenössische österreichische Kunst zu schaffen. In der Jubiläumsausstellung werden durch ergänzende Leihgaben einerseits Sammlungslücken des Belvedere-Bestandes geschlossen, andererseits spannende Dialoge inszeniert. Erstmals in der Geschichte eines österreichischen Bundesmuseums sind auch Tablet-Computer (iPad) integrative Bestandteile einer Ausstellung", erklärt Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere.

Belvedere Klimt-App: Neuer Wahrnehmungshorizont und viel "bewegtes Bild"

Erstmals werden dem Besucher durch eine interdisziplinäre Vorgangsweise Klimt und seine Meisterwerke auf vollkommen neue Art nähergebracht. Mit den auf den iPads laufenden Apps gelingt vor den Gemälden mühelos die Verknüpfung mit den topografischen Gegebenheiten von Klimts Reisezielen ebenso wie das räumliche Erleben seiner persönlichen Lebensbereiche sowie der Gebäude, in denen oder für die Klimt Kunst geschaffen hat. Da Gustav Klimt selten und äußerst ungern verreiste, kommt den wenigen Orten, an denen er verweilte, umso größere Bedeutung zu. Als wesentliches Hilfsmittel wird dem Ausstellungsbesucher wie jedem an Klimt Interessierten die geomediale Gustav Klimt-World-Map auf der Basis von Google Maps über den iTunes-Store zum Download bereitgestellt und somit ein neuartiges, kontinuierliches Rezeptionserlebnis geboten, das weit über den Ausstellungs- und Museumsbesuch hinausführt. "Das iPad3 begleitet den Besucher intermedial auf einer selbst bestimmbaren Reise durch OEuvre und Leben des Künstlers. Das Konzept für ein vielschichtiges Ausstellungserlebnis basiert auf einer Erweiterung des Wahrnehmungshorizonts: die Vertiefung in die Werke selbst, das geschriebene Wort als Leitfaden, Hintergrundinformationen in Audiofiles und die eigene Verortung auf der Klimt-Landkarte", erläutert Alfred Weidinger, Vizedirektor des Belvedere und Kurator der Ausstellung, das Konzept. Mittels der App-Kurzfilme hat der Besucher erstmals die Möglichkeit, die Kunstwerke im Kontext ihrer Entstehungsorte zu sehen. Die Villen und Häuser am Attersee, die Klimt bewohnte, werden ebenso thematisiert wie ausgewählte Gebäude und Raumsegmente seiner Heimatstadt Wien, so etwa die Wohnungen der Familie in der Burggasse und der Westbahnstraße.

Klimt-Landkarte als "Casual Guide" - Kostenloser Download im Web

Die Klimt-Landkarte steht jedem Interessierten als freier Download im Web zur Verfügung. Die App fungiert somit über die Belvedere-Ausstellung hinaus als "Casual Guide" zu allen Orten von Bedeutung in Gustav Klimts Leben. Das in der App integrierte Google Maps-Interface gibt dem Besucher darüber hinaus Gelegenheit, die jeweiligen Orte vor bzw. nach dem Ausstellungsbesuch leicht zu finden, und bietet weiterführende Informationen. Die kostenlose Belvedere Klimt-App ist für sämtliche Nutzer von iPhones, iPads, Smartphones und Tablets programmiert. Darüber hinaus ermöglichen QR-Codes das Einlesen der Inhalte nur schwer lesbarer Handschriften und Dokumente.

Der Weg zur Moderne mit der Künstler-Compagnie und Landschaftsgemälde aus dem Salzkammergut

Die Werke der Künstler-Compagnie verdeutlichen die künstlerische Entwicklung Gustav Klimts, seines Bruders Ernst Klimt und seines Studienkollegen Franz Matsch hin zur Moderne. Der Fokus "Familie" gewährt Einblicke in das persönliche Umfeld Klimts und erzählt von seiner Kindheit, den spärlichen Verhältnissen, in denen er aufwuchs, und der Beziehung zu seinen Eltern, seinen sechs Geschwistern und seinen Kindern. Ein weiteres wichtiges Sujet in Klimts künstlerischem Schaffen ist die Natur. So entstanden zahlreiche Landschaftsgemälde wie Blühender Mohn und Allee zum Schloss Kammer, die Klimt vor allem während der gemeinsamen Sommeraufenthalte mit Emilie Flöges Familie am Attersee schuf. Ein Sommertag im Salzkammergut begann für den Künstler schon frühmorgens: "[...] meißt um 6 Uhr, ein wenig früher, ein wenig später - steh' ich auf - ist das Wetter schön, geh' ich in den nahen Wald - ich male dort einen kleinen Buchenwald [...]".

Klimt und die Frauen, Secession sowie Weltkrieg und Tod

Gustav Klimt fühlte sich zweifellos in der Gesellschaft von Frauen sehr wohl. Neben der Mutter und den Schwestern, mit denen er zusammenlebte, war Emilie Flöge für viele Jahre seine Lebenspartnerin, in seinem Atelier war er stets von Modellen umgeben, und er war gefragter Porträtist von Damen der besseren Gesellschaft. Sechs bislang vollkommen unbekannte Liebesbriefe, die Klimt zwischen 1895 und 1899 an Emilie Flöge adressierte, liefern bedeutsame Hinweise auf seine Beziehung zur späteren Modeschöpferin. Klimts Frauenporträts zählen zu seinen bekanntesten Werkgruppen. Die Arbeiten Judith und Salome demonstrieren seine Leidenschaft für die Femme fatale. Die Tafel des Beethovenfrieses mit der Darstellung des sich umarmenden Liebespaares und das weltbekannte Gemälde Der Kuss thematisieren die Erfüllung durch die Kraft der Liebe. "Nackte, erotische Darstellungen weiblicher Körper sind ein wiederkehrendes Motiv in Klimts Gemälden, wobei Klimt für seine Frauenporträts zu Lebzeiten vor allem Kritik und Entrüstung erntete. Er war seiner Zeit voraus", so Alfred Weidinger. Die weltberühmten Damenporträts veranschaulichen Klimts stilistische Entwicklung besonders deutlich.

Einen weiteren Fokus setzt die Jubiläumsausstellung auf die Wiener Secession, die Klimt aus Frust über die konservative Einstellung der Gesellschaft bildender Künstler Österreichs mitbegründete. Für die Secessionszeitschrift Ver Sacrum fertigte er zahlreiche Illustrationen an. Auch seine "Goldene Periode", die ihren Höhepunkt in dem Werk Kuss fand, greift die Jubiläumsschau auf. Abschließend beleuchtet die Ausstellung die letzte Schaffensphase Klimts, die noch während des Ersten Weltkriegs mit seinem Tod endete. Ein Blick auf Klimts Zeitgenossen veranschaulicht weitere Wege in der österreichischen Kunst.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3176

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