- 13.07.2012, 10:53:59
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Jubiläumsausstellung 150 Jahre Gustav Klimt - BILD

Wien (OTS) - Jubiläumsschau mit 120 Werken, darunter 30
Klimt-Gemälde - Erstmals iPads als integrative Bestandteile einer
Ausstellung in einem österreichischen Bundesmuseum
Im Jubiläumsjahr 2012 widmet das Belvedere dem bedeutendsten
österreichischen Maler und Wegbereiter der Moderne, Gustav Klimt,
eine umfassende Sonderpräsentation. Mit 120 Objekten, darunter 30
Klimt-Gemälde und Arbeiten von Künstlerkollegen wie Egon Schiele,
Ernst Klimt, Franz Matsch, Oskar Kokoschka sowie Herbert Boeckl,
setzt die Jubiläumsschau der weltweit größten Klimt-Gemäldesammlung
sieben thematische Schwerpunkte rund um das Genie:
"Künstler-Compagnie", "Familie", "Secession", "Goldene Periode",
"Landschaften", "Frauenporträts" sowie "Weltkrieg und Tod". Neben der
Monumentalikone Kuss und bekannten Meisterwerken wie Judith und
Salome werden auch erstmals gemeinsam die Neuzugänge aus der
Verlassenschaft des Wiener Kunstsammlers Peter Parzer, Sonnenblume
sowie Familie, zu sehen sein. Diese als Schenkung erhaltenen Gemälde
gelten als bedeutendster Sammlungszuwachs in der Geschichte der
Zweiten Republik. Erstmals in einer Ausstellung zu sehen ist das
bisher nur von einer Schwarz-Weiß-Reproduktion her bekannte Bildnis
eines bärtigen Mannes, das aus einer privaten Sammlung geliehen
werden konnte. "Gustav Klimt und das Belvedere bilden eine
untrennbare Einheit. Die Gründe dafür sind vielfältig und beginnen
mit der Initiative von Carl Moll und einer Künstlergruppe um Gustav
Klimt, einen Ort für die zeitgenössische österreichische Kunst zu
schaffen. In der Jubiläumsausstellung werden durch ergänzende
Leihgaben einerseits Sammlungslücken des Belvedere-Bestandes
geschlossen, andererseits spannende Dialoge inszeniert. Erstmals in
der Geschichte eines österreichischen Bundesmuseums sind auch
Tablet-Computer (iPad) integrative Bestandteile einer Ausstellung",
erklärt Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere.
Belvedere Klimt-App: Neuer Wahrnehmungshorizont und viel
"bewegtes Bild"
Erstmals werden dem Besucher durch eine interdisziplinäre
Vorgangsweise Klimt und seine Meisterwerke auf vollkommen neue Art
nähergebracht. Mit den auf den iPads laufenden Apps gelingt vor den
Gemälden mühelos die Verknüpfung mit den topografischen Gegebenheiten
von Klimts Reisezielen ebenso wie das räumliche Erleben seiner
persönlichen Lebensbereiche sowie der Gebäude, in denen oder für die
Klimt Kunst geschaffen hat. Da Gustav Klimt selten und äußerst ungern
verreiste, kommt den wenigen Orten, an denen er verweilte, umso
größere Bedeutung zu. Als wesentliches Hilfsmittel wird dem
Ausstellungsbesucher wie jedem an Klimt Interessierten die geomediale
Gustav Klimt-World-Map auf der Basis von Google Maps über den
iTunes-Store zum Download bereitgestellt und somit ein neuartiges,
kontinuierliches Rezeptionserlebnis geboten, das weit über den
Ausstellungs- und Museumsbesuch hinausführt. "Das iPad3 begleitet den
Besucher intermedial auf einer selbst bestimmbaren Reise durch OEuvre
und Leben des Künstlers. Das Konzept für ein vielschichtiges
Ausstellungserlebnis basiert auf einer Erweiterung des
Wahrnehmungshorizonts: die Vertiefung in die Werke selbst, das
geschriebene Wort als Leitfaden, Hintergrundinformationen in
Audiofiles und die eigene Verortung auf der Klimt-Landkarte",
erläutert Alfred Weidinger, Vizedirektor des Belvedere und Kurator
der Ausstellung, das Konzept. Mittels der App-Kurzfilme hat der
Besucher erstmals die Möglichkeit, die Kunstwerke im Kontext ihrer
Entstehungsorte zu sehen. Die Villen und Häuser am Attersee, die
Klimt bewohnte, werden ebenso thematisiert wie ausgewählte Gebäude
und Raumsegmente seiner Heimatstadt Wien, so etwa die Wohnungen der
Familie in der Burggasse und der Westbahnstraße.
Klimt-Landkarte als "Casual Guide" - Kostenloser Download im
Web
Die Klimt-Landkarte steht jedem Interessierten als freier Download
im Web zur Verfügung. Die App fungiert somit über die
Belvedere-Ausstellung hinaus als "Casual Guide" zu allen Orten von
Bedeutung in Gustav Klimts Leben. Das in der App integrierte Google
Maps-Interface gibt dem Besucher darüber hinaus Gelegenheit, die
jeweiligen Orte vor bzw. nach dem Ausstellungsbesuch leicht zu
finden, und bietet weiterführende Informationen. Die kostenlose
Belvedere Klimt-App ist für sämtliche Nutzer von iPhones, iPads,
Smartphones und Tablets programmiert. Darüber hinaus ermöglichen
QR-Codes das Einlesen der Inhalte nur schwer lesbarer Handschriften
und Dokumente.
Der Weg zur Moderne mit der Künstler-Compagnie und
Landschaftsgemälde aus dem Salzkammergut
Die Werke der Künstler-Compagnie verdeutlichen die künstlerische
Entwicklung Gustav Klimts, seines Bruders Ernst Klimt und seines
Studienkollegen Franz Matsch hin zur Moderne. Der Fokus "Familie"
gewährt Einblicke in das persönliche Umfeld Klimts und erzählt von
seiner Kindheit, den spärlichen Verhältnissen, in denen er aufwuchs,
und der Beziehung zu seinen Eltern, seinen sechs Geschwistern und
seinen Kindern. Ein weiteres wichtiges Sujet in Klimts künstlerischem
Schaffen ist die Natur. So entstanden zahlreiche Landschaftsgemälde
wie Blühender Mohn und Allee zum Schloss Kammer, die Klimt vor allem
während der gemeinsamen Sommeraufenthalte mit Emilie Flöges Familie
am Attersee schuf. Ein Sommertag im Salzkammergut begann für den
Künstler schon frühmorgens: "[...] meißt um 6 Uhr, ein wenig früher,
ein wenig später - steh' ich auf - ist das Wetter schön, geh' ich in
den nahen Wald - ich male dort einen kleinen Buchenwald [...]".
Klimt und die Frauen, Secession sowie Weltkrieg und Tod
Gustav Klimt fühlte sich zweifellos in der Gesellschaft von Frauen
sehr wohl. Neben der Mutter und den Schwestern, mit denen er
zusammenlebte, war Emilie Flöge für viele Jahre seine
Lebenspartnerin, in seinem Atelier war er stets von Modellen umgeben,
und er war gefragter Porträtist von Damen der besseren Gesellschaft.
Sechs bislang vollkommen unbekannte Liebesbriefe, die Klimt zwischen
1895 und 1899 an Emilie Flöge adressierte, liefern bedeutsame
Hinweise auf seine Beziehung zur späteren Modeschöpferin. Klimts
Frauenporträts zählen zu seinen bekanntesten Werkgruppen. Die
Arbeiten Judith und Salome demonstrieren seine Leidenschaft für die
Femme fatale. Die Tafel des Beethovenfrieses mit der Darstellung des
sich umarmenden Liebespaares und das weltbekannte Gemälde Der Kuss
thematisieren die Erfüllung durch die Kraft der Liebe. "Nackte,
erotische Darstellungen weiblicher Körper sind ein wiederkehrendes
Motiv in Klimts Gemälden, wobei Klimt für seine Frauenporträts zu
Lebzeiten vor allem Kritik und Entrüstung erntete. Er war seiner Zeit
voraus", so Alfred Weidinger. Die weltberühmten Damenporträts
veranschaulichen Klimts stilistische Entwicklung besonders deutlich.
Einen weiteren Fokus setzt die Jubiläumsausstellung auf die Wiener
Secession, die Klimt aus Frust über die konservative Einstellung der
Gesellschaft bildender Künstler Österreichs mitbegründete. Für die
Secessionszeitschrift Ver Sacrum fertigte er zahlreiche
Illustrationen an. Auch seine "Goldene Periode", die ihren Höhepunkt
in dem Werk Kuss fand, greift die Jubiläumsschau auf. Abschließend
beleuchtet die Ausstellung die letzte Schaffensphase Klimts, die noch
während des Ersten Weltkriegs mit seinem Tod endete. Ein Blick auf
Klimts Zeitgenossen veranschaulicht weitere Wege in der
österreichischen Kunst.
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3176
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Veronika Werkner, BA Public Relations Österreichische Galerie Belvedere Wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts T +43 1 79 557 177 F +43 1 79 557 250 www.belvedere.at
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