• 06.07.2012, 10:33:06
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Großer Salzburger mit politischem Weitblick

Burgstaller und Haslauer würdigten den verstorbenen Alt-Landeshauptmann Hans Katschthaler

Salzburg (OTS) - (LK) Als "großen Salzburger, der weitreichende
politische Entwicklungen entscheidend voran-trieb und mit der
Fähigkeit zum Weitblick durchsetzte", würdigten Landeshauptfrau Mag.
Gabi Burgstaller und Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried
Haslauer heute, Freitag, 6. Juli, den in der Nacht auf heute
verstorbenen Alt-Landeshauptmann Mag. Dr. Hans Katschthaler. "Mit
Hans Katschthaler verliere das Bundesland Salzburg einen Menschen und
Politiker mit Handschlagqualität und Verantwortungsbewusstsein, eine
hochgeschätzte Persönlichkeit, deren Einsatz und Engagement für das
Land und seine Menschen über alle Parteigrenzen hinweg unbestritten
ist", so Burgstaller und Haslauer.

In die Amtszeit von Landeshauptmann Katschthaler fiel der Beitritt
Österreichs zur Europäischen Union 1995. Er meisterte die Aufgabe,
das Land Salzburg und seine Bürgerinnen und Bürger auf den
EU-Beitritt vorzubereiten. Einen weiteren Schwerpunkt setzte
Katschthaler mit der Schaffung des Nationalparks Hohe Tauern, der
heute internationale Bedeutung hat. Er stellte außerdem die Weichen
für eine gute Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Salzburg in
schwierigen Zeiten und setzte bedeutende Initiativen in der
Verkehrspolitik und in der Hochkultur. Hans Katschthaler wurde am 13.
März 1933 in Embach, Gemeinde Lend, geboren.

22 Jahre in der Landesregierung

1974 wurde Hans Katschthaler als Landesrat in die Salzburger
Landesregierung berufen. Von 1977 bis 1989 fungierte er als
Landeshauptmann-Stellvertreter, 1977 und 1978 auch als Amtsführender
Präsident des Landesschulrates. Seine Amtszeit als Landeshauptmann
dauerte von 3. Mai 1989 bis 24. April 1996. Der Pinzgauer war
insgesamt 22 Jahre in verschiedenen Funktionen in der Landesregierung
tätig und damit längstdienendes Regierungsmitglied in der Ge-schichte
der ÖVP.

Hans Katschthaler bestimmte in nahezu allen Ressortbereichen die
Geschicke des Landes mit, darunter das Schul- und Bildungswesen, den
Natur- und Umweltschutz, die Wirtschaft mit der Konsolidierung der
Landesfinanzen oder die Förderung der Regionen sowie des
Föderalismus. So kämpfte er um die Stärkung der Bundesländer in der
Phase des österreichischen EU-Beitrittes und war gleichzeitig
überzeugter Europapolitiker: Er ließ das Salzburger
EU-Verbindungsbüro in Brüssel installieren und fungierte als aktives
Mitglied in den Vorständen der Versammlung der Regionen Europas und
dann auch im Ausschuss der Regionen. Weiters gingen die ersten großen
Aufgaben- und Strukturreformen in der Landesverwaltung und in der
Finanzpolitik auf seine Initiative zurück, und er wirkte entscheidend
an Schulreformen im Land Salzburg und in ganz Österreich mit. Als
Finanzreferent war Katschthaler mit der Phase des notwendigen Sparens
konfrontiert. Er war der erste, der die Budgetdefizite einzubremsen
hatte.

Von der Schulbank in die Kunst der Politik

Nach dem Besuch der Lehrerbildungsanstalt studierte Hans Katschthaler
1954 bis 1959 an der Universität Innsbruck Philosophie, Pädagogik,
Geschichte, Wirtschaftsgeschichte und Geografie. Nach der Sponsion
und Promotion trat er in den Schuldienst und unterrichtete zunächst
in Saalfelden und später am Bundesoberstufenrealgymnasium in der
Akademiestraße in Salzburg, dessen Direktor er 1973 wurde. 1974 wurde
er von Landeshauptmann Dipl.-Ing. DDr. Hans Lechner als Landesrat in
die Landesregierung berufen.

In seiner Amtszeit als Landeshauptmann veränderten die politischen
Umwälzungen, die ab Herbst 1989 in Osteuropa stattfanden, die
politischen Rahmenbedingungen, die seit dem Ende des Zweiten
Weltkrieges den Kontinent geprägt hatten. Die sich immer stärker
abzeichnende europäische Integration, die für Österreich mit
Jahresbeginn 1995 mit dem EU-Beitritt ihren vorläufigen Höhepunkt
finden sollte, änderte das wirtschaftliche Umfeld grundlegend und
stellte auch das Land Salzburg vor neue Herausforderungen. Zudem sah
sich das Land mit den Auswirkungen des wirtschaftlichen Einbruchs
Anfang der 1990er Jahre konfrontiert, die neben einem Rückgang der
Nächtigungszahlen im Fremdenverkehr auch ein Ansteigen der
Arbeitslo-sigkeit zur Folge hatten. Dem versuchte er auf Landesebene
durch eine offensive und innovationsfreundliche Wirtschaftspolitik
Rechnung zu tragen.

Wichtige Maßnahmen auch in Kultur und Verkehr

Um den Belastungen des immer mehr zunehmenden Individualverkehrs
entgegenzuwirken und auf regionaler Ebene die Benützung des
öffentlichen Nahverkehrs zu forcieren, erfolgte im Mai 1995 die
Gründung des Salzburger Verkehrsverbundes. Durch die Einführung von
Geschwindigkeitsbeschränkungen sollten vor allem auf den Autobahnen
und Hauptdurchzugsrouten die Belastungen durch den überhandnehmenden
Transitverkehr gemildert werden. Auf dem Gebiet der Hochkultur
mussten nach dem Tod des Dirigenten Herbert von Karajan am 16. Juli
1989 wichtige Weichenstellungen für die weitere Zukunft der
Salzburger Festspiele vorgenommen werden. Daran war Landeshauptmann
Katschthaler ebenfalls federführend beteiligt. Darüber hinaus
initiierte er das alljährliche Treffen der Alt-Landeshauptleute in
Salzburg.

Im In- und Ausland vielfach geehrt

Der Pinzgauer ist Ehrenbürger von Lend und wurde mit zahlreichen in-
und ausländischen Auszeichnungen geehrt, darunter das Große
Ehrenzeichen des Landes Salzburg 1984, der Ring des Landes Salzburg
1993, das Große Silberne Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die
Republik Österreich 1993, als Ehrensenator der Universität Salzburg
1994, der Bayerische Verdienstorden 1994, das Große Verdienstkreuz
mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik
Deutschland 1996, das Große Ehrenzeichen in Gold mit Stern des
Verdienstordens der Heiligen Rupert und Virgil 1996, das Großkreuz
des Ehrenzeichens des Landes Salzburg 1996 und das Große Ehrenzeichen
des Landes Oberösterreich 2001. Die ausgezeichnete Nachbarschaft und
Zusammenarbeit der Bundesländer Salzburg und Oberösterreich konnte
unter Landeshauptmann Katschthaler noch vertieft werden.

Burgstaller: Weitblickende Politik mit Heimatverbundenheit

"Hans Katschthalers Botschaft war, man müsse die Menschen mögen, um
in der Politik erfolgreich sein zu können", betonte Landeshauptfrau
Burgstaller. "Katschthaler hat während seiner Zugehörigkeit zur
Landesregierung einerseits seine Pinzgauer Heimat nicht vergessen und
bewies andererseits stets politischen Weitblick, er bewahrte sich die
große Perspektive weit über die Grenzen des Landes Salzburg hinaus.
Als großer Salzburger mit kräftigen Pinzgauer Wurzeln und als
Politiker mit Ecken und Kanten zählten Anstand, Geradlinigkeit und
Handschlagqualität zu seinen Tugenden", so Burgstaller.

Haslauer: Wille zum Dialog und hohe politische Kultur

"Jeder Bürgerin und jedem Bürger ein Recht auf ein geordnetes
Verfahren gewähren, lautete der Ansatz Hans Katschthalers", sagte
Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer. "Seinen Willen zum Dialog
zeigte er in den politischen Gremien und gegenüber der Bevölkerung.
Anstand, Verlässlichkeit, Klugheit, Kompetenz, Fleiß, Moral,
Toleranz, Loyalität, Integrität und Verlässlichkeit zeichneten
Katschthaler aus. Er verfolgte seine Ziele ausdauernd, geradlinig und
kor-rekt und scheute sich nicht, überzeugende Argumente anzuerkennen.
In seiner politischen Arbeit setze er stets auf Nachhaltigkeit und
ließ sich nicht von tagespolitischen Opportunitäten leiten. Bei
seinen Entscheidungen standen das Gemeinwohl und ein hohes Maß an
politischer Kultur im Vordergrund", so Haslauer.

Großes ehrenamtliches Engagement

Im April 1996 beendete Hans Katschthaler seine politische Karriere
und zog sich ins Privatleben zurück. Vor allem auf kulturellem Gebiet
war er dennoch aufgrund vieler ehrenamtlicher Funktionen,
beispielsweise 30 Jahre im Kuratorium des Hauses der Natur, ab 1996
als Präsident der Salzburger Kulturvereinigung oder von 1990 bis 1997
als Präsident der Internationalen Salzburg Association, weiterhin
sehr aktiv. Katschthaler ist Autor zahlreicher Publikationen zu
politischen, historischen, geographischen, pädagogischen und
biographischen Themen. Er hinterlässt seine Frau Brigitte, mit der er
seit 1962 verheiratet war, sowie zwei Töchter und einen Sohn.

Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg - Medien- und Marketingzentrum
Chefredakteurin Mag. Karin Gföllner
Tel.: (0662) 80 42 / 24 33
mailto:landespressebuero@salzburg.gv.at
http://www.salzburg.gv.at

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