- 05.07.2012, 14:56:21
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Vorstellung Internet-Sicherheitsbericht Österreich 2012
Cyber Security: Status Quo, Ausblick und Herausforderungen für Österreich in einer vernetzten Welt

Wien (OTS) - CERT.at, das Computer Emergency Response Team für den
Unternehmens- und Privatbereich und GovCERT Austria, zuständig für
den Behördenbereich, haben heute im Rahmen eines Pressegesprächs den
neuen Internet-Sicherheitsbericht Österreich 2012 vorgestellt.
CERT.at und GovCERT Austria sind die Internet-Feuerwehr des Landes
und werden vor allem bei Sicherheitsbedrohungen aktiv, die rasches
Eingreifen erfordern. Der neue CERT-Sicherheitsbericht 2012 gibt
Ausblick auf die Entwicklung einer nationalen Cyber Security
Strategie für Österreich, beleuchtet Arbeitsschwerpunkte, Leistungen
und Erfolge der Vergangenheit und zeichnet ein Bild vom zukünftigen
Kampf gegen Cyber Bedrohungen.
"Das Bedrohungsfeld im Internet hat sich in den letzten Jahren
stark gewandelt. War bislang vor allem der Informations- und
Kommunikationsbereich klassisches Ziel von Angriffen, so stehen heute
verstärkt auch andere Sektoren wie Energie, Verkehr oder die
Finanzwelt im Fokus", beschreibt Roland Ledinger, Leiter des Bereichs
IKT-Strategie im Bundeskanzleramt das Umfeld, in dem Österreich
agiert.
"Wir sehen uns als eine gemeinsame Drehscheibe für
Internetsicherheit sowie als Frühwarnsystem und Koordinierungsstelle
für den Schutz kritischer Infrastrukturen", erklärt Robert Schischka,
Leiter des Computer Emergency Response Team, den Auftrag von CERT.at
und GovCERT Austria. "Um diese Aufgaben erfüllen zu können, setzen
wir auf intensive Kooperation mit öffentlichen Stellen und der
Privatwirtschaft. Denn Cyber Security kann man nicht vom
Elfenbeinturm aus in Angriff nehmen."
Eine Cyber Security Strategie für Österreich
Cyber Security ist national wie auch international ein Top-Thema
auf der politischen Agenda. Unter Federführung des Bundeskanzleramts
arbeiten derzeit ExpertInnen auf allen Ebenen in Arbeitsgruppen an
einer gemeinsamen Strategie, die bis Ende 2012 finalisiert und von
der Politik umgesetzt werden soll. "Erster Baustein auf diesem Weg
ist die kürzlich vorgestellte nationale IKT-Sicherheitsstrategie", so
Roland Ledinger. "Sie ist zugleich auch zentrale Säule für die
Erstellung einer gesamt-nationalen Cyber Security Strategie für
Österreich."
Vernetzte Welt: Österreich ist keine Insel der Seligen
Der weltweite Schaden, der aufgrund von Internetangriffen
entsteht, wird auf 750 Milliarden Euro geschätzt. Alleine in
Österreich wurde zuletzt ein Schaden von 5,7 Millionen Euro gemeldet
- die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus höher liegen . CERT.at
Leiter Robert Schischka über die Sicherheitslage Österreichs: "Im
internationalen Vergleich ist Österreich keine Insel der Seligen und
wir sind in der Vergangenheit keineswegs verschont geblieben.
Malware, Trojaner, Viren und andere Bedrohungsformen haben sich auch
bei uns ausgebreitet und sind längst heimisch geworden."
Leistungsstatistik unterstreicht Rolle der Internet-Feuerwehr
Im vergangenen Jahr gingen bei CERT.at insgesamt rund 12.000
Sicherheitsmeldungen über Probleme oder Auffälligkeiten im Internet
ein. Aktiv werden CERT.at und GovCERT Austria bei tatsächlich
relevanten Bedrohungen. So wurde 2011 in über 3.900 Fällen aktiv die
Initiative ergriffen und Sicherheitsprobleme mit den betroffenen
Unternehmen, Institutionen oder Privatanwendern gelöst. Häufigstes
Problemfeld stellten mit über zwei Dritteln (68,2%) "Website
Defacements" dar. Dabei werden Sicherheitslücken ausgenutzt und
Websites unberechtigterweise verändert. An zweiter Stelle (24,7%)
folgten "System Compromises", bei denen der eigentliche Besitzer die
Kontrolle über ein System verliert. "Phishing" lag 2011, bereits
stark abgeschlagen, an dritter Stelle (2,7%).
Auch andere Themen haben CERT.at und GovCERT Austria im letzten
Jahr beschäftigt. "Der Kampf gegen Botnetze wie Rustock ist weiterhin
langwierig, auch wenn sich bereits Erfolge abzeichnen. Zusätzlich hat
sich auch Hacktivism in Österreich verbreitet. Die Angriffe von
Anonymous auf Webseiten einiger Parteien sowie auf die GIS sind nur
einige Beispiele dafür", so Schischka.
Bedrohungen der Zukunft sind zielgerichtet und mobil
Für die Sicherheitsexperten von CERT.at steht außer Frage, dass
zielgerichtete Angriffe stark zunehmen werden. "Der Wurm Stuxnet hat
eine neue Dimension von Cyber Angriffen eingeläutet und erstmals das
Gespenst eines möglichen Cyberkrieges heraufbeschworen", analysiert
Schischka und ergänzt: "Mit dem Siegeszug von Smartphones, Tablets &
Co. werden auch diese für Angreifer immer interessanter. Es ändert
sich zwar die Technologie, aber heute wie auch in Zukunft bleibt der
Faktor Mensch weiterhin die größte Schwachstelle."
Den vollständigen Internet-Sicherheitsbericht Österreich 2012 finden
Sie online unter
http://www.ots.at/redirect/Internet-Sicherheitsbericht%201
Über CERT.at und GovCERT Austria
CERT.at, das österreichische Computer Emergency Response Team, und
GovCERT Austria wurden im Jahr 2007 auf Initiative des
Bundeskanzleramts und der Internet Foundation Austria (IPA) mit
Unterstützung der Universität Wien als Public-Private-Partnership ins
Leben gerufen. Anfang 2008 wurde der Betrieb aufgenommen. Mit der
operativen Abwicklung wurden Spezialisten von nic.at beauftragt.
CERT.at und GovCERT Austria fungieren gemeinsam als Drehscheibe für
Sicherheit, als Frühwarnsystem und Koordinierungsstelle für den
Schutz kritischer Informations-Infrastrukturen in Österreich. Eine
Kernaufgabe ist die rechtzeitige Vorsorge in Kooperation mit
öffentlichen Stellen sowie großen Unternehmen und Institutionen. Eine
wichtige Aufgabe ist es, die richtigen Informationen rechtzeitig zur
Verfügung zu stellen.
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3162
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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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Mag. Markus Gruber
Tel.: 01/886 56 35 - 207
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