Zu spät gewehrt - Zu früh gezahlt

Bank Austria verweigert langjährigem Privatkunden Schadenswiedergutmachung

Wien (OTS) - 380.000 Euro hat ein langjähriger Privatkunde der Bank Austria bei einer Zinswette verloren, die ihm die Bank vor fünf Jahren verkauft hatte. Er bezahlte den entstandenen Verlust im Jahr 2008. Die Sendung "Bürgeranwalt" vom April dieses Jahres, bei der ein gleicher Fall veröffentlicht wurde, machte den Burgenländer darauf aufmerksam, dass ihn die Bank seinerzeit fehlberaten hatte. Jetzt will der Kunde Schadenswiedergutmachung. Die Bank Austria lehnte dieses Ansinnen in einem lapidaren fünfzeiligen Schreiben ab. Die Sache sei verjährt. Eine Fehlinformation, wie Anlegeranwalt Ingo Kapsch betont. Die Beraterplattform Finanzbuddha berät jetzt den geschädigten Kunden und ist zuversichtlich, dass der Burgenländer den Schaden zumindest teilweise wieder ersetzt bekommt.

"Hochinnovatives Produkt zur Zinsoptimierung"

Wie in vielen anderen Fällen auch, hatte der Bank Austria-Kundenbetreuer Josef F. im Jahr 2007 dem Privatkunden ein "hochinnovatives" Produkt zur Zinsoptimierung eines 1,5 Millionen Euro-Kredites angeboten. Mit einem sogenannten Cross Currency Swap, einer Zinswette zwischen Schweizer Franken und Britischem Pfund sollte ein Zinsvorteil von 1,35 Prozent entstehen. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Finanzprodukt um eine hochspekulative Wette auf Zins- und Kursentwicklung. Zur vermeintlichen Absicherung des Kursrisikos wurde dem Kunden noch eine Knock Out Devisenoption verkauft.

Bereits ein Jahr später war das Britische Pfund zum Schweizer Franken um mehr als 20 Prozent gefallen. Um weitere Verluste zu vermeiden schloss der Bankkunde das Geschäft und bezahlte den Schaden in Höhe von 380.000 Euro. Als er im April des Jahres 2012 in der Fernsehsendung "Bürgeranwalt" erkennen musste, dass bei einem gleichen Fall die Bank von sich aus bereit war einen erheblichen Teil des Schadens zu tragen, wandte er sich mit dem gleichen Ansinnen an die Bank. Entgegen dem im Fernsehen gezeigten Fall, gibt es gegenüber dem Burgenländer keine Verhandlungsbereitschaft. "Nach interner Prüfung teilen wir Ihnen dazu mit, dass wir allfällige Ansprüche Ihrerseits im Zusammenhang mit Treasury-Geschäften zurückweisen. Ansprüche hieraus, so sie überhaupt jemals bestanden, sind bereits verjährt," heißt es in dem lapidaren Schreiben der Bank Austria.

Anlegeranwalt Ingo Kapsch, vom Büro HMLK, widerspricht der Rechtsmeinung der Bank:"Es können nach wie vor Ansprüche geltend gemacht werden."

"Die Art und Weise, wie man hier mit einem langjährigen Kunden umspringt, unterstreicht einmal mehr die Doppelbödigkeit der Bank Austria", kritisiert Finanzbuddha-Sprecher Robert Süss. Die in der Öffentlichkeit angeblich nur im Dienste der "Kundenzufriedenheit" geäußerte Gesprächsbereitschaft besteht nur dann, wenn sich die Bank der rechtmäßigen Ansprüche ihrer Kunden bewusst ist. "Glaubt man sich hingegen auf sicherem juristischen Terrain, werden auch langjährige Privatkunden eiskalt abserviert," ergänzt Süss. "Wer sich zu spät wehrt oder zu früh bezahlt, bekommt die kalte Schulter." Tatsächlich belegen Urteile des Obersten Gerichtshofes in Österreich und des Bundesgerichtshofes in Deutschland in ähnlichen Fällen, dass die Bank hier eine Verantwortung trägt.

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Mag. Gerald Zmuegg
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