NEWS: Ernst Strasser war als EU-Politiker und Unternehmer für Red Bull tätig

Getränkekonzern bestätigt NEWS-Enthüllung - einst redseliger Strasser schweigt

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass der Ex-Innenminister und Ex-EU-Abgeordnete Ernst Strasser (ÖVP) als EU-Politiker für Red Bull aktiv war. Zugleich wurde er als Berater einer Tiroler Agentur bezahlt, die mit ihm für Red Bull ein Projekt umsetzte.

Strasser sagte auf jenem berühmt-berüchtigten Video, das als Lobbyisten getarnte britische Journalisten versteckt anfertigten, dass seine "Kunden" ihm "100.000 Euro pro Jahr" zahlen würden und dass er sechs Kunden habe. Wer diese Kunden sind wurde nie bekannt, Strasser selbst bestritt in einem Linzer Medienverfahren später, dass es diese Kunden gegeben habe.

NEWS berichtet jetzt, dass - über eine zwischengeschaltete Agentur - Strasser für Red Bull tätig war. Strasser sprach als EU-Politiker gemeinsam mit Red-Bull-Vertretern bei der deutschen EU-Abgeordneten Monika Hohlmeier (Tochter von Franz Josef Strauß) vor, weil Red Bull Probleme mit dem deutschen Verbraucherschutzministerium hatte.

Die Red-Bull-Vertreter behaupteten vor Kohlmeier, die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hätte den Standpunkt, dass von dem Energydrink keine Gefährlichkeit ausgehe -im Gegensatz zum Standpunkt deutscher Behörden. Hohlmeier überprüfte dies bei der EFSA und erklärte Strasser, dass sie die Aussagen von Red Bull nicht bestätigen könne, weil die EFSA diese Behauptungen nicht bestätige.

Strasser habe daraufhin gesagt, dass er das Red Bull so mitteilen werde.

Red Bull erklärte gegenüber NEWS, dass Strasser "in seiner Funktion als EU-Abgeordneter (...) über Red-Bull-relevante lebensmittelrechtliche Themen informiert" worden sei. Zitat: "Darüber hinaus wurde Herr Strasser in Deutschland im Rahmen eines CRS-Projektes, welche die Innsbrucker Agentur Hofherr für Red Bull durchführte, tätig. Für die Durchführung dieses Projektes erhielt die Firma Hofherr ein angemessenes Honorar."

Der Geschäftsführer der Agentur Hofherr, Georg Hofherr, sagte zu NEWS: "Sie werden verstehen, dass wir keine Auskunft über die Höhe von zugekauften Leistungen tätigen."

Nach NEWS-Recherchen war Strasser beim Red-Bull-Projekt fünf Monate für Hofherr tätig. Das Honorar soll allerdings deutlich unter den einst von Strasser selbst kolportierten 100.000 Euro gelegen haben.

Strasser selbst sagte zu NEWS: "Da müssen Sie meinen Anwalt fragen." Die Kanzlei von Strassers Anwalt beschied, dass Strassers Verteidiger in Urlaub und nicht erreichbar sei.

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