- 04.07.2012, 11:45:01
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NEWS: Ernst Strasser war als EU-Politiker und Unternehmer für Red Bull tätig
Getränkekonzern bestätigt NEWS-Enthüllung - einst redseliger Strasser schweigt
Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am
Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass der Ex-Innenminister und
Ex-EU-Abgeordnete Ernst Strasser (ÖVP) als EU-Politiker für Red Bull
aktiv war. Zugleich wurde er als Berater einer Tiroler Agentur
bezahlt, die mit ihm für Red Bull ein Projekt umsetzte.
Strasser sagte auf jenem berühmt-berüchtigten Video, das als
Lobbyisten getarnte britische Journalisten versteckt anfertigten,
dass seine "Kunden" ihm "100.000 Euro pro Jahr" zahlen würden und
dass er sechs Kunden habe. Wer diese Kunden sind wurde nie bekannt,
Strasser selbst bestritt in einem Linzer Medienverfahren später, dass
es diese Kunden gegeben habe.
NEWS berichtet jetzt, dass - über eine zwischengeschaltete Agentur
- Strasser für Red Bull tätig war. Strasser sprach als EU-Politiker
gemeinsam mit Red-Bull-Vertretern bei der deutschen EU-Abgeordneten
Monika Hohlmeier (Tochter von Franz Josef Strauß) vor, weil Red Bull
Probleme mit dem deutschen Verbraucherschutzministerium hatte.
Die Red-Bull-Vertreter behaupteten vor Kohlmeier, die EFSA
(Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hätte den
Standpunkt, dass von dem Energydrink keine Gefährlichkeit ausgehe -
im Gegensatz zum Standpunkt deutscher Behörden. Hohlmeier überprüfte
dies bei der EFSA und erklärte Strasser, dass sie die Aussagen von
Red Bull nicht bestätigen könne, weil die EFSA diese Behauptungen
nicht bestätige.
Strasser habe daraufhin gesagt, dass er das Red Bull so mitteilen
werde.
Red Bull erklärte gegenüber NEWS, dass Strasser "in seiner
Funktion als EU-Abgeordneter (...) über Red-Bull-relevante
lebensmittelrechtliche Themen informiert" worden sei. Zitat: "Darüber
hinaus wurde Herr Strasser in Deutschland im Rahmen eines
CRS-Projektes, welche die Innsbrucker Agentur Hofherr für Red Bull
durchführte, tätig. Für die Durchführung dieses Projektes erhielt die
Firma Hofherr ein angemessenes Honorar."
Der Geschäftsführer der Agentur Hofherr, Georg Hofherr, sagte zu
NEWS: "Sie werden verstehen, dass wir keine Auskunft über die Höhe
von zugekauften Leistungen tätigen."
Nach NEWS-Recherchen war Strasser beim Red-Bull-Projekt fünf
Monate für Hofherr tätig. Das Honorar soll allerdings deutlich unter
den einst von Strasser selbst kolportierten 100.000 Euro gelegen
haben.
Strasser selbst sagte zu NEWS: "Da müssen Sie meinen Anwalt
fragen." Die Kanzlei von Strassers Anwalt beschied, dass Strassers
Verteidiger in Urlaub und nicht erreichbar sei.
Rückfragehinweis:
NEWS
Chefreporter Kurt Kuch
Tel.: 01/21312-1143
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