Solidarität mit der Pride in Budapest!

LGBTI-Aktivist_innen in Ungarn brauchen weiterhin Unterstützung

Wien (OTS) - Seit Jahren wird die Gay and Lesbian Pride in
Budapest, wie auch in anderen osteuropäischen Städten, nicht nur von verbalen Attacken begleitet, sondern auch von Gegendemonstrant_innen physisch angegriffen, mit Steinen und Eiern beworfen und eingeschüchtert. So wird es auch bei der nächsten Parade am 7. Juli wieder massive Polizeipräsenz und weiträumige Absperrungen brauchen, um die Parade vor Angriffen von Rechtsextremen zu schützen.

Seit vier Jahren organisiert das Bündnis radicalqueer Infoveranstaltungen zur Situation in Ungarn und Busse zur Budapest Pride, um ein solidarisches Zeichen gegen Homophobie, Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus zu setzen. "Es ist klar, dass die Aktivist_innen aus Wien in einer relativ privilegierten Situation sind, weil sie dem massiven homo- und transphoben Klima nicht tagtäglich ausgesetzt sind. Obwohl im letzten Jahr nach Ende der Pride Aktivist_innen aus Österreich auf den Weg zum Bus von ca. 15 Neonazis sowohl physisch als auch mit einem bestialisch stinkendem Spray attackiert wurden, lassen wir uns davon nicht einschüchtern. Es ist uns umso wichtiger, auf die Situation in anderen Ländern aufmerksam zu machen, Solidarität hierzulande einzufordern und die Aktivist_innen vor Ort nach unseren Möglichkeiten zu unterstützen," meint Rosa Stern, Pressesprecherin des Bündnis radicalqueer.

Auch in diesem Jahr ist mit Gegendemonstrationen zu rechnen. Auf einer Website wurden bereits vor einigen Tagen unter der Überschrift "Die Jagdsaison beginnt" zahlreiche LGBTI-Aktivist_innen aus Ungarn mit Namen und Fotos "geoutet". Aber auch das Bekenntnis zur (heterosexuellen) Familie in der Präambel der neuen Verfassung sowie der Gesetzesentwurf, der Werbung für Homosexualität verbieten sind, verdeutlichen das repressive Klima von staatlicher Seite. Rosa Stern dazu: "Dieses reaktionäre Klima ist ein Resultat des Rechtsrucks der letzten Jahre: Bevor die Budapest Pride 2007 erstmals angegriffen wurde, konnte die Parade etwa zehn Jahre friedlich, ähnlich wie in Wien, verlaufen." Die liberalen Gesetze Homosexualität betreffend, die in Ungarn schon früher und teils weniger restriktiv als in Österreich in Kraft waren, stehen im Widerspruch zu den völkischen Vorstellungen der Regierung und von Jobbik. Die Regierung Orbán versucht deshalb, diese Rechte zunehmend einzuschränken. "Die Erhaltung und der Schutz der Rechte von Schwulen und Lesben sowie anderer Minderheiten ist jedoch nicht alleinige Aufgabe der jeweiligen Community, sondern geht uns alle an. Wir rufen daher zur Solidarität mit der Pride in Budapest auf, sowie dazu, aktiv Zeichen gegen Homophobie und Feindlichkeit gegenüber anderen Minderheiten zu setzen!" meint Stern abschließend.

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