- 02.07.2012, 11:22:44
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Kerschbaum: "Österreich braucht eine neue Sorgekultur"
Der neue Generalsekretär des Roten Kreuzes fordert bessere Rahmenbedingungen für Pflege
Wien (OTS/Rotes Kreuz) - "Die Herausforderungen rund um das Thema
Pflege und Betreuung brauchen in Österreich mehr Beachtung und
konsequentes politisches Handeln", fordert Werner Kerschbaum, seit 1.
Juli neuer Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.
"Derzeit erhalten rund 430.000 Menschen in Österreich Pflegegeld.
Schätzungen zu Folge werden es allein aufgrund der demografischen
Entwicklung 2020 bereits mehr als 500.000 sein." Das Rote Kreuz
stelle sich auf diese Situation ein. Mit der Dotierung des
Pflegefonds habe die Politik einen wichtigen Grundstein gelegt.
"Dennoch: Österreich braucht eine neue Sorgekultur. Die inhaltlichen
und strukturellen Reformen müssen konsequent weitergeführt werden",
so Kerschbaum.
Insbesondere bei folgenden drei Punkten sieht Kerschbaum
Handlungsbedarf:
1. Derzeit ist die Pflege von Bundesland zu Bundesland
unterschiedlich geregelt. "Beispielsweise kostet den
Pflegebedürftigen eine Betreuungsstunde in der Steiermark doppelt so
viel wie in Oberösterreich", sagt Kerschbaum. "Wir fordern die
Harmonisierung und transparente Gestaltung von Betreuungsstandards,
Zugängen, Berechnungsmodellen und Tarifen."
2. "Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind attraktiver zu
gestalten, die Ausbildung ist zu reformieren und in das
Regelschulsystem zu integrieren. Bis zum Jahr 2020 benötigt
Österreich zusätzlich 17.000 Vollzeitkräfte im Pflege- und
Betreuungsbereich", so der Rotkreuz-Generalsekretär. "Das wird nur
gelingen, wenn diese für unsere Gesellschaft so wertvollen Berufe
mehr Anerkennung und eine bessere Mittelausstattung erfahren."
3. Die Anzahl und Vielfalt der Betreuungsangebote ist zu erhöhen.
"Wir brauchen schon jetzt mehr Möglichkeiten für Kurzzeitpflege,
Tagesbetreuung oder betreutes Wohnen, um Pflegebedürftigen das
jeweils passende Angebot machen zu können und pflegende Angehörige zu
entlasten", ist Kerschbaum überzeugt.
Am 2. Juli startet das Österreichische Rote Kreuz eine Kampagne, um
die gesellschaftliche Relevanz von Pflege und Betreuung noch
deutlicher zu machen, Menschen für Pflegeberufe zu interessieren und
Freiwillige zur begleitenden Mitarbeit einzuladen. "Pflege und
Betreuung ist eine der Kernaufgaben des Roten Kreuzes", sagt
Kerschbaum. "Mit unseren Angeboten ermöglichen wir pflegebedürftigen
Menschen und ihren Angehörigen die gesellschaftliche Teilhabe und
mehr Lebensqualität."
Für die nun startende Kampagne zeichnet Michael Opriesnig
verantwortlich. Der frühere Marketingleiter des Roten Kreuzes
wechselte mit Anfang Juli in die Geschäftsleitung und wird als
stellvertretender Generalsekretär gemeinsam mit Werner Kerschbaum die
Geschäfte von Österreichs größter humanitärer Organisation führen.
Alle Infos zur neuen Geschäftsleitung und der aktuellen
Pflegekampagne unter www.roteskreuz.at
Rückfragehinweis:
Mag. Andrea Winter,
Österreichisches Rotes Kreuz, Presse- und Medienservice,
Tel.: +43 1 589 00-153 , Mobil: +43 664 823 48 54, mailto:[email protected],
http://www.roteskreuz.at
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