• 27.06.2012, 11:05:08
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ÖÄK: Fünf abgewählte Landespräsidenten mit Posten versorgt

Präsident Reisner: "Demokratieverständnis innerhalb der ÖÄK macht mir große Sorgen"

Wien (OTS) - "Die ÖÄK gleicht mehr einem Versorgungswerk für
Altpräsidenten als einer modernen Standesvertretung für beruflich
aktive Ärztinnen und Ärzte", stellt Dr. Christoph Reisner, Präsident
der NÖ Ärztekammer, anlässlich der Besetzung der Schlüsselpositionen
innerhalb der Österreichischen Ärztekammer im Rahmen des
Ärztekammertages fest. "Nicht weniger als fünf Altpräsidenten wurden
mit Posten versorgt, obwohl sie in ihren Bundesländern abgewählt
wurden. Dieses Verständnis von Demokratie bereitet mir große Sorgen."
Im Gegenzug wurden die in den Bundesländern Wien, Niederösterreich
und Kärnten aktiven Präsidenten und Kurienobleute der angestellten
Ärzte bewusst von allen Positionen ausgegrenzt, obwohl deren
Stimmgewicht in Summe mehr als 40 Prozent beträgt und gerade dort
dringend Veränderungen notwendig wären.

Wir brauchen keinen Pensionistentrupp mit abgewählten
Altfunktionären

"So hat keiner der derzeit in Niederösterreich aktiven Funktionäre
eine Schlüsselposition innerhalb der ÖÄK inne. Stattdessen wird unter
anderem ein Altpräsident eingesetzt, der bereits 2007 abgewählt
wurde, seit diesem Zeitpunkt kammerpolitisch nicht mehr aktiv ist,
dessen politische Gruppierung längst nicht mehr existiert und für
deren Nachfolgegruppierung bei der Kammerwahl 2012 nur 11 Prozent
aller Wahlberechtigten gestimmt haben."
Für Präsident Dr. Reisner ist dies kein Schritt in Richtung
Erneuerung und Durchlüftung der ÖÄK, was nach seiner Ansicht dringend
notwendig wäre: "Wenn wir die Anforderungen der Zukunft meistern
wollen, brauchen wir innerhalb der ÖÄK Funktionärinnen und
Funktionäre, die aktiv ärztlich tätig sind, von der Basis gewählt
wurden und mit den akuten Problemen vertraut sind. Und keinen
Pensionistentrupp mit abgewählten Altfunktionären, die ihren Job als
Mediziner bereits längst an den Nagel gehängt haben."

Reformgeist in den Bundesländern wurde überschätzt

Ob das Konzept des neuen Präsidenten Dr. Artur Wechselberger
aufgeht, wird aus Sicht von Präsident Dr. Reisner bereits die nähere
Zukunft zeigen. "Mit der Gesundheitsreform und ELGA sind Probleme zu
bewältigen, die Existenz bedrohend für die freie Ärzteschaft sind.
Dieser Herausforderung müsste man aus meiner Sicht mit neuen
Konzepten und sinnvollen Vorschlägen begegnen. Und nicht mit genau
der Politik der Altfunktionäre, die uns in den vergangenen
Jahrzehnten in die derzeit bestehende Misere gebracht hat."
Präsident Dr. Reisner selbst hatte sich vergangene Woche der Wahl
zum Österreichischen Ärztekammerpräsidenten gestellt, hat aber den
Reformgeist in den Bundesländern überschätzt. "Die Zeit war offenbar
noch nicht reif für grundlegende und umfassende Erneuerungen in der
ÖÄK, das ist zu akzeptieren. Nun werden wir sehen, ob der Kurs der
"neuen" ÖÄK-Führung mit "alter" Mannschaft zum Erfolg führt."

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at

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