- 26.06.2012, 11:52:45
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Fischer: "Islamophobie"-Kurve in Österreich flacht sich ab
Bundespräsident in "Kathpress-Interview" zu 100 Jahre Islamgesetz
Wien, 26.06.12 (KAP) Bundespräsident Heinz Fischer hat sich
zuversichtlich geäußert, dass die seit dem Zuzug muslimischer
Gastarbeiter angestiegene "Islamophobie-Kurve" wieder flacher wird.
Erfahrungen der letzten Jahre stimmten ihn hoffnungsvoll, so Fischer
in einem "Kathpress"-Interview anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des
Islamgesetzes in Österreich, "und zwar einerseits, weil die
Zuwanderungsrate flacher wird, und andererseits, weil wir lernen,
mit unterschiedlichen religiösen Bekenntnissen unserer
Mitbürgerinnen und Mitbürger besser umzugehen".
Die rechtliche Anerkennung des Islam als Religionsgemeinschaft durch
Kaiser Franz Joseph am 15. Juli 1912 zeige, "dass bereits zu dieser
Zeit der Donaumonarchie in Österreich Menschen unterschiedlichen
Glaubens, unterschiedlicher kultureller Traditionen sowie eine
Vielzahl von Völkern und Volksgruppen zusammengelebt haben, und dass
sich der Staat bemüht hat, Rahmenbedingungen für ein harmonisches
Zusammenleben aller Bürgerinnen und Bürger zu schaffen". Dazu seien
die heutigen Bewohner Österreichs ungeachtet stark geänderter
Rahmenbedingungen "selbstverständlich erst recht verpflichtet",
betonte der Bundespräsident. Ein respektvoller interreligiöser
Dialog könne hier wichtige Impulse geben.
Phobien beruhten auf Angst - im Fall der "sogenannten Islamophobie"
auf Angst vor dem Fremden und Unbekannten, so der Bundespräsident.
Dem versuche man im Rahmen der Schulbildung, der außerschulischen
Jugenderziehung und der Erwachsenenbildung mit sachlichen
Informationen zu begegnen. Vor allem Österreichs Jugend gelte es
"dazu hinzuführen, andere Kulturen als die uns vertrauten nicht als
Bedrohung, sondern als Bereicherung zu sehen". Dieses Erziehungs-
und Bildungsziel muss nach den Worten Fischers "natürlich auch in
Österreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund vermittelt
werden".
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