Fischer: "Islamophobie"-Kurve in Österreich flacht sich ab

Bundespräsident in "Kathpress-Interview" zu 100 Jahre Islamgesetz

Wien, 26.06.12 (KAP) Bundespräsident Heinz Fischer hat sich zuversichtlich geäußert, dass die seit dem Zuzug muslimischer Gastarbeiter angestiegene "Islamophobie-Kurve" wieder flacher wird. Erfahrungen der letzten Jahre stimmten ihn hoffnungsvoll, so Fischer in einem "Kathpress"-Interview anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Islamgesetzes in Österreich, "und zwar einerseits, weil die Zuwanderungsrate flacher wird, und andererseits, weil wir lernen, mit unterschiedlichen religiösen Bekenntnissen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger besser umzugehen".

Die rechtliche Anerkennung des Islam als Religionsgemeinschaft durch Kaiser Franz Joseph am 15. Juli 1912 zeige, "dass bereits zu dieser Zeit der Donaumonarchie in Österreich Menschen unterschiedlichen Glaubens, unterschiedlicher kultureller Traditionen sowie eine Vielzahl von Völkern und Volksgruppen zusammengelebt haben, und dass sich der Staat bemüht hat, Rahmenbedingungen für ein harmonisches Zusammenleben aller Bürgerinnen und Bürger zu schaffen". Dazu seien die heutigen Bewohner Österreichs ungeachtet stark geänderter Rahmenbedingungen "selbstverständlich erst recht verpflichtet", betonte der Bundespräsident. Ein respektvoller interreligiöser Dialog könne hier wichtige Impulse geben.

Phobien beruhten auf Angst - im Fall der "sogenannten Islamophobie" auf Angst vor dem Fremden und Unbekannten, so der Bundespräsident. Dem versuche man im Rahmen der Schulbildung, der außerschulischen Jugenderziehung und der Erwachsenenbildung mit sachlichen Informationen zu begegnen. Vor allem Österreichs Jugend gelte es "dazu hinzuführen, andere Kulturen als die uns vertrauten nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung zu sehen". Dieses Erziehungs-und Bildungsziel muss nach den Worten Fischers "natürlich auch in Österreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund vermittelt werden".

Mehr auf www.kathpress.at (ende) rme/pwu/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0002