• 25.06.2012, 14:56:13
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"Alpingipfel": Alpine Sicherheit und Präsentation der Alpinstatistik

Deutlicher Rückgang bei Alpinunfällen in laufender Saison 2011/12

Wien (OTS) -
Im Zuge des "Alpingipfels" am 25. Juni 2012 in Puchberg am Schneeberg
wurde die Alpinunfallstatistik 2011 präsentiert, es wurden
Förderverträge zwischen dem Bundesministerium für Inneres (BM.I) und
dem Kuratorium für Alpine Sicherheit sowie dem Österreichischen
Bergrettungsdienst (ÖBRD) unterzeichnet und Alpinpolizisten und
Mitglieder des ÖBRD geehrt. Das Kuratorium Alpine Sicherheit
präsentierte die Fachzeitschrift "analyse:berg". Die Alpinpolizei
informiert über richtiges Verhalten im Gebirge.

Ehrung von Alpinpolizisten und Bergrettern

Alpinretter des Bergrettungsdienstes Heiligenblut, Bergretter aus
Kals sowie Alpinpolizisten aus Spittal an der Drau retteten unter
Einsatz ihres Lebens drei Alpinisten, die am 20. Mai 2012 auf ihrer
Tour zum Großglockner in der Pallavicini-Eisrinne in Bergnot geraten
waren. Einer der drei Alpinisten wurde durch einen Steinschlag im
Brust- und Beckenbereich getroffen und schwer verletzt. Trotz
ungenauer Positionsangabe und schlechten Wetters konnten die Retter
die Alpinisten aus ihrer Notlage befreien und ihnen das Leben zu
retten. Sie wurden vom Hubschrauber des Bundesministeriums für
Inneres auf eine Höhe von etwa 3.300 Metern gebracht und seilten sich
in die Pallavicini-Rinne ab, um zu den verunglückten Alpinisten zu
gelangen.
"Durch Ihr rasches Eingreifen gelang es Ihnen, zwei Bergsteiger
unverletzt aus der Pallavicini-Rinne in Sicherheit zu bringen. Auch
der schwer Verletzte konnte schließlich nach der Erstversorgung
erfolgreich aus der Eisrinne geborgen werden", sagte der
stellvertretende Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes,
Dr. Robert Weiss bei der Ehrung der Alpinpolizisten und Bergretter.
"Diese Rettungsaktion hat einmal mehr gezeigt, wie gut die
Zusammenarbeit zwischen Bergrettung und Alpinpolizei funktioniert.
Dieses gemeinsame Miteinander ist vor allem bei Rettungsaktionen
enorm wichtig, denn hier kann man nur erfolgreich sein, wenn alle
zusammen an einem Strang ziehen," sagte der Generaldirektor für die
Öffentliche Sicherheit Dr. Herbert Anderl, der die Ehrung im Namen
der Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner vornahm.

"analyse:berg"

Dr. Karl Gabl, Vorsitzender des Kuratoriums für alpine Sicherheit,
präsentierte die Fachzeitschrift "analyse:berg", ein zwei Mal
jährlich erscheinendes Fachmagazin für alpine Unfallanalyse,
Unfallforschung und Unfallverhütung. "Die Herausgeber wollen mit dem
neuen Magazin dokumentieren, informieren, sensibilisieren", sagte
Gabl. Partner sind die Alpinpolizei, der Österreichische
Bergrettungsdienst und die Fachzeitschrift berg&steigen. Dem
Redaktionsteam gehört auch Oberst Hans Ebner an, Leiter des
Alpindienstes im Innenministerium. Er organisiert
Unfallbeschreibungen und wirkt an der Auswahl der Unfälle mit. Die
polizeilichen Ermittlungen nach Alpinunfällen sind die Grundlage der
Unfallstatistik aus Österreichs Bergen. Die Arbeit der Alpinpolizei
ist damit ein wesentlicher Beitrag zur Ursachenforschung und
Unfallverhütung.

Richtiges Verhalten im Gebirge

Jährlich nimmt die Polizei mehr als 400 Anzeigen zu einer abgängigen
Person im alpinen Gelände entgegen. In vielen Fällen kommt es im
Anschluss zu groß angelegten Suchaktionen mit Rettungsorganisationen
wie der Österreichischen Bergrettung und anderen
Freiwilligenorganisationen. "Die polizeilichen Ermittlungen und
Suchaktionen könnten teilweise vermieden oder zumindest erleichtert
werden, wenn man einige Verhaltensregeln beachtet", sagt Oberst Hans
Ebner, Leiter des Alpindienstes im Innenministerium. Wichtig sei es,
Angehörigen oder Quartiergebern auf Hütten das Ziel der Tour bekannt
zu geben oder ein mögliches Ausweichziel, und wann man beabsichtigt
zurückzukehren. Auf jeder Tour sollte man ein Handy mitnehmen. Wer
jemand im alpinen Gelände vermisst, sollte Einsatzkräfte frühzeitig
vor Einbruch der Dunkelheit alarmieren. In Österreich ist der
Bergrettungsnotruf 140. Damit erreichen Sie die zuständige
Rettungsleitstelle. Mit dem EURO-Notruf 112 erreichen Sie die
jeweilige Bezirkspolizeileitstelle.

Unterzeichnung der Förderverträge

"Gute Zusammenarbeit ist aber keine Einbahnstraße und darum freut es
mich, dass wir sowohl den Bergrettungsdienst als auch das Kuratorium
für Alpine Sicherheit immer wieder finanziell unterstützen", sagte
Anderl. "Mit den beiden Förderungsverträgen, die wir heute
unterzeichnen, halten wir diese Förderbeträge schriftlich fest."

"Diese Verträge sind eine wichtige Grundlage dafür, um das gemeinsame
Miteinander zwischen dem Innenministerium und dem österreichischen
Bergrettungsdienst sowie dem Kuratorium für Alpine Sicherheit noch
weiter zu verstärken", sagte Gruppenleiter Mag. Johann Bezdeka,
Leiter der Gruppe II/B (Fremdenpolizei-, Zivil- und
Katastrophenschutz) im Innenministerium, bei der Unterzeichnung der
Förderverträge.

Präsentation der Alpinunfallstatistik 2010/2011

Im Beobachtungszeitraum vom 1. November 2010 bis 31. Oktober 2011
ereigneten sich im alpinen Gelände Österreichs insgesamt 8.287
Unfälle, die polizeilich bekannt wurden und somit in der Statistik
aufscheinen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der statistischen
Erfassung vor mehr als 20 Jahren.
Vergleicht man die laufende Saison 2011/2012 mit den Zahlen des
Vorjahres, ist bis zum heutigen Tage erstmals ein deutlicher Rückgang
der Unfallzahlen zu bemerken. Die Hauptursache dafür ist das
geringere Unfallaufkommen im Winter 2011/2012 im organisierten
Schiraum. Die Unfallzahlen der angelaufenen Sommersaison 2012 decken
sich zahlenmäßig ungefähr mit denen des Vorjahres, eine Prognose ist
aber so gut wie nicht möglich. Im Laufe der Jahre konnte beobachtet
werden, dass die Unfallzahlen sehr stark vom Wetter und den
Verhältnissen in den Haupturlaubszeiten abhängen.

"Die Menschen zieht es verstärkt in die Berge, daher ist das
Engagement der Einsatzkräfte von Bergrettungsdienst und Alpinpolizei
besonders wichtig," sagte der Generaldirektor für die Öffentliche
Sicherheit, Dr. Herbert Anderl. "Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist
auch das gemeinsame Miteinander zwischen den Einsatzkräften der
verschiedenen Organisationen. Denn Sicherheit kann man nur
gewährleisten, wenn man zusammenhilft und gemeinsam an einem Strang
zieht", sagte Anderl. Der Generaldirektor hob die gute Zusammenarbeit
zwischen dem Innenministerium, dem Österreichischen
Bergrettungsdienst oder dem Österreichischen Kuratorium für alpine
Sicherheit hervor.
Die Alpine Unfallstatistik wird auf Grundlage der Ergebnisse der
Alpinpolizei erstellt, die sozusagen als Nebenprodukt zu den
Erhebungen für die Justiz- und Verwaltungsbehörden die anonymisierte
Datenbank befüllt. In einem täglichen Datentransfer werden die Daten
dem Kuratorium für alpine Sicherheit zur Verfügung gestellt, die
dadurch auf Europas größte Datenbank zum alpinen Unfallgeschehen
zugreifen kann. "Diese Datenbank ist sehr wichtig für uns, denn das
Innenministerium ist Koordinator des Staatlichen Krisen- und
Katastrophenschutzmanagements und mit Hilfe dieser Unfalldaten und
-berichte können wir letztendlich die Methoden und Techniken im
Katastrophenschutz verbessern", sagte Anderl.

Rückfragehinweis:

Oberst Hans Ebner
   Leiter der Alpinpolizei 
   +43 664 2551398
   [email protected]
   www.bmi.gv.at

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