• 25.06.2012, 13:07:39
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Integrationsstaatsekretär Kurz und WKO-Präsident Leitl präsentierten die Studie "Zum Nutzen frühkindlicher Förderung"

"Früher investieren statt später reparieren". Die Studie des IBW bestätigt die Forderung nach einem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr für all jene, die darauf angewiesen sind.

Wien (OTS) - "Früher investieren, statt später reparieren! Wir
geben derzeit sehr viel Geld aus für das Reparieren von Problemen wie
Jugendarbeitslosigkeit oder das Nachholen von Schulabschlüssen. Wir
investieren im Verhältnis dazu aber sehr wenig in die frühe Förderung
der Kinder. Wir sollten mittelfristig dieses Verhältnis drehen",
sagte Kurz bei der Präsentation der Studie "Zum Nutzen frühkindlicher
Förderung" des Instituts für Bildungsforschung, die heute von
Staatssekretär, Wirtschaftskammerpräsident Dr. Christoph Leitl und
dem Studienleiter, Mag. Kurt Schmid, präsentiert wurde.

"Ich unterstütze zu hundert Prozent die Forderung von Staatssekretär
Kurz nach einem verpflichtenden zweiten Kindergartenjahr für all
jene, die es brauchen", sagte Präsident Leitl. "Wir befinden uns in
einem globalen Wettbewerb der Begabungen und Talente. Um dabei vorne
mitzuspielen, müssen wir bei der Förderung dieser Talente bereits bei
den kleinsten anfangen", betonte Leitl. Es dürfe nicht sein, dass
rund zehn Prozent der Jugendlichen wegen mangelnder Grundkenntnisse
komplett aus dem System fallen und nach der dann oft nicht einmal
positiv abgeschlossenen Pflichtschule in keinem weiterbildenden
System unterkommen. "Die Wurzel dieses Übels liegt zum Teil in der
frühkindlichen Erziehung, weswegen jede Investition in diese sich
später bezahlt macht", sagte Leitl. "Jede Pyramide ruht auf ihrer
Basis. Wenn das Fundament nicht stimmt, wackelt das ganze Haus - in
diesem Fall das Haus Österreich, wirtschaftlich und sozial. Aber
gerade die Kleinsten lernen am leichtesten, daher müssen wir sie noch
stärker fördern, denn sie sind die Talente und Fachkräfte von morgen,
die gerade auch die Wirtschaft dringend braucht."

"Die Studie bestätigt uns in unserer Forderung für ein zweites
verpflichtendes Kindergartenjahr - gratis für alle, verpflichtend nur
für jene, die es brauchen", sagte Kurz. Im Jahr 2011 hat der beim
Staatssekretariat für Integration angesiedelte Expertenrat einen
Vorschlag für ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr
unterbreitet. Jene Kinder, bei denen ein zusätzlicher
(Sprach)förderbedarf besteht, sollten demnach bereits ab dem vierten
Lebensjahr eine vorschulische Bildungs- und Betreuungseinrichtung
besuchen. "Darauf aufbauend haben wir im vergangen halben Jahr mit
den Bundesländern eine Vereinbarung über die Förderung der
vorschulischen Bildung und Betreuung abgeschlossen", erklärte Kurz.
Insgesamt werden 30 Millionen Euro von 2012 bis 2014 vom
Staatssekretariat gemeinsam mit den Bundesländern dafür zusätzlich
investiert.

"Mit den Integrationsbeauftragten der Bundesländer Niederösterreich
und Salzburg haben wir heuer erste Schritte für Modellregionen in St.
Pölten und in Oberpinzgau für ein zweites verpflichtendes
Kindergartenjahr eingerichtet", sagte Kurz.

Studie zu frühkindlicher Förderung

Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW) hat im Rahmen
einer Studie den Nutzen von frühkindlicher Förderung genau erhoben.
Dazu wurde eine Vielzahl von österreichischen, europäischen und
internationalen Studien gesichtet und analysiert. Die
wissenschaftlichen Arbeiten haben allesamt bestätigt, dass ein
früher(er) Besuch einer vorschulischen Bildungs- und
Betreuungseinrichtung für die Kinder von großem Nutzen ist. Für
Kinder mit Migrationshintergrund liegt dieser Wert noch höher. Ein
frühzeitiger Besuch einer vorschulischen Bildungs- und
Betreuungseinrichtung kann die weitere Bildungslaufbahn positiv
beeinflussen, den Anteil jener Schülerinnen und Schüler steigern, die
im weiteren Verlauf eine höhere Schul- und Berufsausbildung
absolvieren, dem Bildungssystem spätere, kostspieligere Folgekosten
ersparen, einen Beitrag zur Erwerbstätigkeit von Frauen leisten und
damit deren Einkommenssituation zu verbessern, das Risiko, in
späteren Jahren Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu müssen,
merklich verringern.

Die Studie ist auf www.integration.at zum Download erhältlich.

Rückfragehinweis:

Staatssekretariat für Integration
   Pressereferat
   1010 Wien, Minoritenplatz 9
   Tel +43 1 53126-7005
   mailto:kristina.rausch@bmi.gv.at

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