- 25.06.2012, 12:01:35
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Armut ist vererbbar - Bildungschancen auch!
Volkshilfe fordert: Schulsozialarbeit gesetzlich verankern, frühe Selektion im Bildungssystem vermeiden

Wien (OTS) - "Die Wahl des Bildungsweges hängt nicht von
persönlichen Begabungen ab, sondern vielmehr vom Kontostand der
Eltern", kritisiert Volkshilfe Bundesgeschäftsführer Mag. (FH) Erich
Fenninger im Rahmen des heutigen Pressefrühstücks "Armut mit Bildung
bekämpfen". "In Österreich gilt immer noch: Wer arme Eltern hat, hat
schlechtere Chancen in der Schule", ergänzt Mag.a Verena Fabris,
Armutsexpertin der Volkshilfe Österreich. "Wir brauchen ein
Bildungssystem, das sozialen Ungleichheiten entgegenwirkt."
Zu den zentralen Forderungen der Volkshilfe zählen die gemeinsame
Schule der 10- bis 14-jährigen, ein flächendeckendes Angebot von
Ganztagsschulen sowie die gesetzliche Verankerung von
Schulsozialarbeit. "Wir müssen den Teufelskreis Armut stoppen",
fordert Fenninger. "Nur eine Gesellschaft mit mehr Chancengleichheit
ist den Herausforderungen der Zukunft auch gewachsen."
Armut ist vererbbar
Ein Blick auf die Statistik zeigt: Armut ist vererbbar. Je weniger
die Eltern verdienen, desto seltener wechseln ihre Kinder nach der
vierten Klasse Volksschule in die AHS-Unterstufe. In der Oberstufe
setzt sich die Ungleichheit fort: Nur ein Viertel der Kinder, deren
Eltern als HilfsarbeiterInnen arbeiten, besuchen die AHS-Oberstufe
oder die BHS (24,8%), während dies drei Viertel (74,3%) der Kinder
aus Familien tun, deren Eltern hochqualifizierte Tätigkeiten ausüben.
"Kinder von armen Eltern sind die armen Erwachsenen von Morgen", sagt
Fabris.
Schlechte Bildung erschwert den Einstieg in den Arbeitsmarkt. 60%
der AbsolventInnen einer Universität oder einer berufsbildenden
Schule erhalten innerhalb von drei Monaten nach Ausbildungsabschluss
eine Jobzusage, bei Personen mit lediglich Pflichtschulabschluss sind
es 20%.
"Die Bekämpfung von Armut erfordert aber ein Bündel an Maßnahmen",
betont Fenninger abschließend. "Ebenso notwendig sind Investitionen
in soziale Dienstleistungen, eine monetäre Mindestsicherung sowie
eine qualitätsvolle Arbeitsmarktpolitik."
Zeichen für Armutsbekämpfung: Nacht gegen Armut 2012
Die Volkshilfe engagiert sich seit ihrer Gründung für
einkommensschwache Menschen in Österreich. Mit ihrer jährlichen
Benefizveranstaltung "Nacht gegen Armut" setzt sie gemeinsam mit
Gästen aus Wirtschaft, Kultur und Politik ein Zeichen gegen Armut. Am
3. Juli findet im Rahmen der "Nacht gegen Armut" nicht nur eine
festliche Gala, sondern auch Konzert im Arkadenhof des Wiener
Rathauses statt.
Benefizkonzert feat. Aloe Blacc, Bauchklang, Big John, La
Rochelle
Spendentickets (29,90 Euro) für das Konzert sind bei oeticket
www.oeticket.com; Tel: 01/96096), auf auf www.musicticket.at und in
jeder Bank Austria Filiale bzw. unter 01/24924 erhältlich!
Mehr Infos: www.nachtgegenarmut.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Volkshilfe Österreich Mag. (FH) Margit Kubala Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel.: +43 (0) 676 83 402 214 [email protected] www.volkshilfe.at/presse www.facebook.com/volkshilfe
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