- 20.06.2012, 11:29:15
- /
- OTS0124 OTW0124
"Grüne Wissenschaft": Nachhaltigkeits- und Klimaforschung in Österreich
Minister Töchterle, Dekanin Winiwarter, Vizerektor Glößl, Ökologe Grabherr und ZAMG-Direktor Staudinger informierten in gemeinsamer Pressekonferenz über aktuelle Forschungsprojekte

Wien (OTS) - "Österreich ist in der Nachhaltigkeits- und
Klimaforschung sehr gut ausgewiesen. Die 'grüne Wissenschaft' hat
sich in den vergangenen Jahren zu einem herausragenden Stärkefeld der
heimischen Wissenschafts- und Forschungslandschaft entwickelt", so
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. In
einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten Dr. Verena Winiwarter,
Dekanin der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung
der Universität Klagenfurt, Dr. Josef Glößl, Vizerektor für Forschung
und Internationale Forschungskooperation an der Universität für
Bodenkultur (BOKU), Dr. Georg Grabherr, Univ. Prof. für Ökologie und
Naturschutz und internationaler Berater für Ökologie- und
Klimafolgenfragen sowie Dr. Michael Staudinger, Direktor der
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), über aktuelle
Forschungsprojekte und Aktivitäten im Bereich der Nachhaltigkeits-
und Klimaforschung. Weiters stellte Minister Töchterle die Plattform
"OpenScience4Sustainability" sowie die vom Ministerium heuer im
Sommer geschaffenen Praktikumsplätze zum Thema
Nachhaltigkeitsforschung vor.
"Unsere Nachhaltigkeitsforschung ist inter- und transdisziplinär",
betont Dr. Verena Winiwarter, Dekanin der Fakultät für
interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Universität
Klagenfurt. "Auf diesem Gebiet hat die Fakultät 30 Jahre Erfahrung.
Wir sind klein, aber leistungsstark." Das Konzept des
"gesellschaftlichen Stoffwechsels", das am Institut für Soziale
Ökologie entwickelt wurde, "ist in der internationalen
Nachhaltigkeitsforschung angekommen. So wie vieles andere konnten wir
es dank der Programmförderung des BMWF in den 1990er Jahren
entwickeln", so die Dekanin. "Stolz sind wir auch auf die Verbindung
von Forschung und Weiterbildung. So erreicht zum Beispiel unser
Lehrgang zur 'Bildung für nachhaltige Entwicklung' Lehrerinnen und
Lehrer als wichtige Multiplikatoren." Die Universität Klagenfurt hat
2012 einen "Sustainability Award" für ihr regionales Netzwerk und
Themenprogramm zur Schul- und Unterrichtsentwicklung "IMST:
Innovationen machen Schulen Top" im Handlungsfeld "Regionale
Kooperation" erhalten. "Vom Wissenschaftsfonds FWF geförderte
Grundlagenforschung erlaubt uns, ökologische Langzeitstudien zu
unternehmen: Der Blick in die Umweltgeschichte ist eine wichtige
Grundlage für eine nachhaltige Zukunft. Die kluge Kombination von
Anwendung und Grundlagen ist unsere Stärke", so Winiwarter.
"Für die BOKU ist die Förderung der Nachhaltigkeit in Forschung,
Lehre und im Bereich der Betriebsführung ganz wesentlich. Denn nur
unter diesem Aspekt können wir uns umfassend den globalen
gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit stellen. Themen wie
begrenzte Rohstoff- und Energieversorgung, steigende Nachfrage nach
hochwertigen Lebens- und Futtermitteln, die Verfügbarkeit von Wasser
oder Bedrohungen durch den Klimawandel werden an der BOKU umfassend
aus naturwissenschaftlicher, technischer und sozioökonomischer Sicht
bearbeitet", sagte Josef Glößl, Vizerektor für Forschung an der
Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Als "Universität des Lebens"
nimmt die BOKU in Bezug auf Nachhaltigkeit somit eine besondere
gesellschaftliche und politische Verantwortung wahr: dass dies auch
international wahrgenommen wird, beweist das "Green Metric University
Ranking", in dem die BOKU unter 178 weltweit untersuchten
Universitäten den ersten Platz im deutschsprachigen Raum und den
zwölften in Europa belegt.
"Forscherinnen und Forscher in Österreich leisten einen wesentlichen
Beitrag zu zentralen Fragen der Klimafolgenforschung", so Dr. Georg
Grabherr, Univ. Prof. für Ökologie und Naturschutz an der Universität
Wien und internationaler Berater für Ökologie- und Klimafolgenfragen.
"Österreich hat als Hochgebirgsland seine spezielle Chance, direkte
Beobachtungen von den Tälern bis zu den Gletscherregionen
durchzuführen. Klimafolgen können vor allem in den Hochregionen ohne
Störung durch andere Einflüsse studiert werden", berichtet Grabherr.
"Es sind gerade diese Studien, die von den Topjournalen beachtet
werden. Als Ernte jahrelanger Bemühungen konnten österreichische
Forscher Erkenntnisse vorlegen, die heute zum Grundbestand unseres
Wissens über den Klimawandel zählen."
"Forschungsvorhaben für Nachhaltigkeitsfragen benötigen genaue
Unterlagen in Form von Beobachtungsdaten, Klimamodellen und
angewandte Klimaforschung", betonte Dr. Michael Staudinger, Direktor
der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). "Die ZAMG
ist auf allen drei Gebieten sehr aktiv und in Österreich mit allen
Universitäten in klimarelevanten Fragen in über 50 aktuellen
Forschungsprojekten durch Kooperationen verbunden." Beispiel für eine
konkrete Anwendung sind mehrere ZAMG Forschungsvorhaben zum Klima in
österreichischen Städten: Hitzewellen können zu zahlreichen
Todesfällen führen; durch geeignete Hitzewarnungen kann diese Zahl
deutlich minimiert werden; ZAMG Forschung zu regionalen
Klimamodellierungen und mikroklimatische Optimierung kann den
Kühlbedarf im Sommer spürbar verringern. Hochwasserextremereignisse
werden zusammen mit der TU Wien für verschiedene Mechanismen und
Zukunftsszenarien analysiert und das Potential für Wind- und
Sonnenenergie wird von der ZAMG übersichtweise für ganz Österreich in
Karten dargestellt und in Einzelstudien und Messungen für geplante
Standpunkte präzisiert.
Rio+20 - Plattform "OpenScience4Sustainability" und
Praktikaplätze
Das Wissenschafts- und Forschungsministerium stärkt im Zuge der
derzeit in Rio de Janeiro stattfindenden Nachhaltigkeitskonferenz
"Rio+20" die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Klimawandel
und Fragen der Nachhaltigkeit, die zu den großen gesellschaftlichen
Herausforderungen unserer Zeit zählen. Unter dem Titel
"OpenScience4Sustainability" unterstützt das BMWF den Austausch zum
Thema Nachhaltigkeit im Internet und in sozialen Medien.
Interessierte finden auf der Homepage
www.openscience4sustainability.at aktuelle Nachrichten rund um die
Rio+20-Konferenz, Informationen zum Thema Nachhaltigkeit, Tipps,
Veranstaltungshinweise und interessante Links. Getragen wird der
Auftritt von heimischen Nachhaltigkeitsforscher/innen.
Weiters ermöglicht das BMWF diesen Sommer 118 Jugendlichen, sich im
Rahmen eines mit jeweils 1.200 Euro geförderten vierwöchigen
Praktikums ein Bild von der österreichischen Nachhaltigkeitsforschung
in einer Forschungseinrichtung zu machen. Gemeinsam mit
Wissenschaftler/innen aus namhaften Forschungseinrichtungen behandeln
die Schüler/innen erfolgreiche und spannende Forschungsergebnisse
oder Produktentwicklungen. Die gesammelten Erfahrungen und
Erkenntnisse werden im Anschluss in Form von Beiträgen in einer
Publikation und einer Festveranstaltung im Dezember dieses Jahres in
Kooperation mit dem ORF (Ö1) präsentiert. "Damit bieten wir jungen
Menschen einen besonders praktischen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit,
der zur Bewusstseinsbildung und zur Steigerung des Interesses
beitragen kann", betonte Töchterle.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Minoritenplatz 5, 1014 Wien Pressesprecherin: Mag. Elisabeth Grabenweger Tel.: +43 1 531 20-9014 mailto: [email protected] www.bmwf.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MWF






