- 19.06.2012, 09:31:18
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ÖH Uni Wien: Gemeinsam mit den Studierenden Hochschulpolitik gestalten!
Wer die Realität nicht wahrhaben will, kann die Probleme nicht lösen
Wien (OTS) - In der Presseaussendung vom 18. Juni 2012 verkauft
die Universität Wien die euphemistisch benannte"Studieneingangs- und
Orientierungsphase" (STEOP) als Erfolg und spricht sich für eine
Studienplatzfinanzierung aus. In beiden Fällen gehen die
Problemanalysen und Ableitungen meilenweit an der Realität vorbei.
"In der Logik der Universität ist es lobenswert, wenn über 80% von
Prüfungen als Multiple-Choice-Tests abgehalten werden, die komplexe
Inhalte auf verdummende Aussagensätze reduzieren. Diese
Vorgehensweise führt dazu, dass beispielsweise in Fächern wie
Biologie weniger als 50%, in der Pharmazie sogar nur 7 von 642
Studierenden bei der STEOP positiv abschließen. Das ist alles andere
als ein "Erfolg", wie es das Rektorat zu betiteln versucht", fasst
Maria Clar vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wienzusammen.
Eine Untersuchung der ÖH Bundesvertretung hat gezeigt, dass über 80%
der betroffenen Studierenden den Druck, der auf sie ausgeübt wird,
als zu hoch einstufen, drei Viertel der Erstsemestrigen halten die
STEOP für nicht brauchbar. Kein berauschendes Ergebnis.
"Anstatt endlich zu erkennen, dass ein selektives Bildungssystem,
eine sozial prekäre Situation von Studierenden und eine
Kaputtsparpolitik Probleme darstellen, entscheidet sich die
Universität Wien dazu, die Wirklichkeit nicht wahrhaben zu wollen.
Die präsentierten Maßnahmen erschöpfen sich in fehlerhaften,
Mantra-artigen Analysen, die ständig weniger Studierende und härtere
Studienbedingungen fordern", bringt es Kübra Atasoy (Vorsitzteam) auf
den Punkt.
"Mittlerweile wird es schon schwierig, in einem Atemzug die
Bildungskatastrophen, die uns betreffen, zu nennen. Die Politiken der
vergangenen Jahre und sämtliche genannten Pläne führen dazu, dass
Hochschulbildung 1:1in einen Marktwert übersetzt wird, dass Studieren
eine Frage der finanziellen Leistbarkeit wird und alles daran gesetzt
wird, nur noch jene Bildung zu ermöglichen, die den vermeintlichen
Anforderungen der Wirtschaft entspricht. Der Weg hin zu diesem nicht
erstrebenswerten Ziel wird obendrein mit Knock-Out-Prüfungen,
gekürzten Prüfungsantritten und dem Streichen ganzer
Studienrichtungen gestaltet. Studieren an der Universität Wien ist
mittlerweile kaum noch erträglich!", so Julia Kraus (Vorsitzteam).
"Die Forderung nach einer"Studienplatzfinanzierung" ist ein Irrweg
schlechthin. Sie führt letztlich zu quantitativen
Zugangsbeschränkungen für alle Studienrichtungen. Denn es wird im
Vorfeld festgelegt, wie viele Betriebswirt_innen, Pädagog_innen und
Jurist_innen in den kommenden Jahren gebraucht werden. Das ist
absurd. Nicht der tatsächliche Bedarf an Studienplätzen spielt hier
eine Rolle, sondern schlichtweg der Wert und damit Preis, der den
einzelnen Studienrichtungen von Unirat, Regierung und Wirtschaft
zugeschrieben wird. Der gesellschaftlicher Wert kritischer Bildung
ist demnach kein Maßstabmehr", so Clar, Atasoy und Kraus
abschließend.
Link zu den Ergebnissen der Umfrage zur STEOP der ÖH
Bundesvertretung: http://bit.ly/LbdLre
Rückfragehinweis:
ÖH Uni Wien - Referat für Öffentlichkeitsarbeit mailto:[email protected] http://www.oeh.univie.ac.at/ Kathrin Glösel (0699/172 82 787) Jasmin Rückert (0699 103 953 02) Florian Aigner (0699 103 953 45)
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