ÖH Uni Wien: Gemeinsam mit den Studierenden Hochschulpolitik gestalten!

Wer die Realität nicht wahrhaben will, kann die Probleme nicht lösen

Wien (OTS) - In der Presseaussendung vom 18. Juni 2012 verkauft
die Universität Wien die euphemistisch benannte"Studieneingangs- und Orientierungsphase" (STEOP) als Erfolg und spricht sich für eine Studienplatzfinanzierung aus. In beiden Fällen gehen die Problemanalysen und Ableitungen meilenweit an der Realität vorbei.

"In der Logik der Universität ist es lobenswert, wenn über 80% von Prüfungen als Multiple-Choice-Tests abgehalten werden, die komplexe Inhalte auf verdummende Aussagensätze reduzieren. Diese Vorgehensweise führt dazu, dass beispielsweise in Fächern wie Biologie weniger als 50%, in der Pharmazie sogar nur 7 von 642 Studierenden bei der STEOP positiv abschließen. Das ist alles andere als ein "Erfolg", wie es das Rektorat zu betiteln versucht", fasst Maria Clar vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wienzusammen.

Eine Untersuchung der ÖH Bundesvertretung hat gezeigt, dass über 80% der betroffenen Studierenden den Druck, der auf sie ausgeübt wird, als zu hoch einstufen, drei Viertel der Erstsemestrigen halten die STEOP für nicht brauchbar. Kein berauschendes Ergebnis.

"Anstatt endlich zu erkennen, dass ein selektives Bildungssystem, eine sozial prekäre Situation von Studierenden und eine Kaputtsparpolitik Probleme darstellen, entscheidet sich die Universität Wien dazu, die Wirklichkeit nicht wahrhaben zu wollen. Die präsentierten Maßnahmen erschöpfen sich in fehlerhaften, Mantra-artigen Analysen, die ständig weniger Studierende und härtere Studienbedingungen fordern", bringt es Kübra Atasoy (Vorsitzteam) auf den Punkt.

"Mittlerweile wird es schon schwierig, in einem Atemzug die Bildungskatastrophen, die uns betreffen, zu nennen. Die Politiken der vergangenen Jahre und sämtliche genannten Pläne führen dazu, dass Hochschulbildung 1:1in einen Marktwert übersetzt wird, dass Studieren eine Frage der finanziellen Leistbarkeit wird und alles daran gesetzt wird, nur noch jene Bildung zu ermöglichen, die den vermeintlichen Anforderungen der Wirtschaft entspricht. Der Weg hin zu diesem nicht erstrebenswerten Ziel wird obendrein mit Knock-Out-Prüfungen, gekürzten Prüfungsantritten und dem Streichen ganzer Studienrichtungen gestaltet. Studieren an der Universität Wien ist mittlerweile kaum noch erträglich!", so Julia Kraus (Vorsitzteam).

"Die Forderung nach einer"Studienplatzfinanzierung" ist ein Irrweg schlechthin. Sie führt letztlich zu quantitativen Zugangsbeschränkungen für alle Studienrichtungen. Denn es wird im Vorfeld festgelegt, wie viele Betriebswirt_innen, Pädagog_innen und Jurist_innen in den kommenden Jahren gebraucht werden. Das ist absurd. Nicht der tatsächliche Bedarf an Studienplätzen spielt hier eine Rolle, sondern schlichtweg der Wert und damit Preis, der den einzelnen Studienrichtungen von Unirat, Regierung und Wirtschaft zugeschrieben wird. Der gesellschaftlicher Wert kritischer Bildung ist demnach kein Maßstabmehr", so Clar, Atasoy und Kraus abschließend.

Link zu den Ergebnissen der Umfrage zur STEOP der ÖH Bundesvertretung: http://bit.ly/LbdLre

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