• 18.06.2012, 14:09:53
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Kernstock: Noch nicht alle Gesundheitsberufe profitieren von Reformen

Hilfeschreie aus dem Gesundheitswesen endlich ernst nehmen

St. Pölten (OTS/SPI) - Bereits seit drei Jahren liegt eine Studie
mit ernüchternden Fakten über die Arbeitsbedingungen und das
berufliche Umfeld in Gesundheitsberufen auf dem Tisch. Viel zu lange
Arbeitszeiten, überbordende Bürokratie und mangelhafte
Personalentwicklung sind die Ursachen dafür, dass zunehmend jene
krank werden, die eigentlich andere gesund pflegen sollten. "Die
Studie zeigt uns, dass bereits ein Fünftel aller im
Gesundheitsbereich tätigen Arbeitskräfte und ein Drittel der
angestellten ÄrztInnen emotional erschöpft und massiv von Burnout
bedroht sind", so SPNÖ-Krankenanstaltensprecher LAbg. Otto Kernstock.
"Mit der nun ausverhandelten Besoldungsreform für SpitalsärztInnen
ist zwar ein absolut wichtiger Schritt gesetzt worden, aber eben nur
ein erster Schritt auf einem langen Weg. Die anderen Berufe im
Gesundheitswesen warten noch immer auf Hilfe", so Kernstock weiter,
der sich auch erfreut zeigte, dass der Druck, den nicht zuletzt die
SPÖ in den letzten Jahren in diese Richtung ausgeübt hatte, zumindest
zu einem entscheidenden Teilerfolg führte.

Kernstock brachte daher zum Budgetvoranschlag des Landes 2012 eine
"Resolution gegen den Versorgungsengpass bei den
niederösterreichischen Gesundheitsberufen" ein, um weiterhin auch
Verbesserungen für alle Gesundheitsberufe einzufordern. Vor allem
Belastungen, die sich aus der Arbeitszeit, aus Personalmangel und aus
der Bürokratie ergeben, können durch organisatorische Maßnahmen
vermindert werden, so der SP-Gesundheitspolitiker: "Aufgrund der
Verantwortung gegenüber dem Gesundheitssystem und seinen
Beschäftigten sind deshalb unverzüglich wirksame Schritte zu setzen."

Die notwendigen Maßnahmen liegen für Kernstock auf der Hand. Sie
betreffen unter anderem eine deutliche Aufstockung des Personals,
planbare verlässliche Arbeitszeiten im Sinne einer
Family-Work-Balance, eine professionelle Personalentwicklung - die
auch individuelle Weiterentwicklungen ermöglicht, eine
Gehaltsarchitektur - die auch ohne Sonderzahlungen eine
leistungsgerechte Entlohnung darstellt sowie eine Forcierung
gesundheitsfördernder Arbeitsplätze.

Obwohl die Situation alarmierend ist, gab die ÖVP Niederösterreich
keine Zustimmung für diese SPÖ-Initiative. Trotzdem wird Abgeordneter
Otto Kernstock nicht locker lassen: "Wir müssen die Hilfeschreie aus
dem Gesundheitswesen endlich ernst nehmen. Hier darf es nicht um
Parteipolitik gehen, für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen
müssen alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen. Dass mit der
Reform für die Spitalsärzte ein erster Schritt gelungen ist, ist
zweifelsohne erfreulich, aber es müssen dringend weitere folgen. Auch
die anderen Berufe im Gesundheitswesen stöhnen unter den massiven
Belastungen."

(Schluss) ha

Rückfragehinweis:

SPÖNÖ-Landtagsklub
   Mag. Anton Heinzl
   Pressereferent
   Tel.: 02742/9005 DW 12576, Mobil: +43 676/4073709
   mailto:[email protected]
   www.landtagsklub.noe.spoe.at

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