Evangelisch-lutherische Synode wählte drei neue Oberkirchenräte

Udo Bachmair, Hans-Joachim Bodenhöfer und Heinz Tichy im Team der Kirchenleitung

Wien (OTS/epdÖ) - Die evangelisch-lutherische Synode hat bei
ihrer Sitzung am Freitag, 15. Juni, in Wien drei neue weltliche Oberkirchenräte gewählt. Erstmals wurde im Oberkirchenrat das neue Ressort "Innovation und Entwicklung" besetzt: Mit überwältigender Mehrheit wählten die Synodalen den früheren ORF-Journalisten und "Journal"-Moderator Udo Bachmair in dieses Leitungsamt, das er ebenso wie der juristische und der wirtschaftliche Oberkirchenrat ehrenamtlich ausüben wird. Zum Nachfolger des juristischen Oberkirchenrates Raoul Kneucker wählten die aus ganz Österreich angereisten Delegierten einstimmig den Ministerialrat des Unterrichtsministeriums, Heinz Tichy. Die wirtschaftlichen Agenden übernimmt der Klagenfurter Wirtschaftsprofessor Hans-Joachim Bodenhöfer, der mit großer Mehrheit gewählt wurde. Er folgt auf Klaus Köglberger, der wie Kneucker nicht mehr kandidiert hatte.

"Ich will dazu beitragen, die evangelische Kirche stärker im Bewusstsein der öffentlichen Aufmerksamkeit zu verankern", erklärte Udo Bachmair vor der Synode. "Mit all dem, was die evangelische Kirche vertritt und ausmacht, müssen wir uns wahrlich nicht verstecken", so der Absolvent der Politikwissenschaft und langjährige ORF-Journalist, der seit mehreren Jahren im Presbyterium Wien-Innere-Stadt mitarbeitet. Innerhalb der Evangelischen Kirche will Bachmair Initiativen vernetzen und eine Ideenwerkstatt aufbauen, aber auch "mit Leuten in Kontakt kommen, die von der Kirche schon sehr weit entfernt sind, die man aber ansprechen muss".

"Ich bin kein Mann der Extreme", sagte der Jurist Heinz Tichy bei seiner Vorstellung. Gesetze, Normen seien notwendig, "aber nicht um ihrer selbst willen". Dem Recht komme die Aufgabe zu, Minderheiten zu schützen. Deutlich unterstrich Tichy, der lange Jahre im Verfassungsdienst und im Europarat mitgearbeitet hatte, die Notwendigkeit, durch juristische Arbeit zu vermitteln. Begleitet habe ihn in seiner beruflichen Praxis die Frage Mehrheit-Minderheit, früh sei das Interesse an Kirchenrecht gewachsen. Das synodale Prinzip bezeichnete Tichy als "ganz entscheidend". Wichtig ist dem Juristen, der heute Mitglied der Pfarrgemeinde Wien-Neubau ist, "den Kontakt mit vielen Ebenen zu halten". Das habe er auch in seiner beruflichen Praxis, etwa im Bereich der Volksgruppenarbeit, erfahren.

Im Presbyterium der Klagenfurter Johanneskirche arbeitet der neu gewählte wirtschaftliche Oberkirchenrat Hans-Joachim Bodenhöfer mit. Der emeritierte Professor für Volkswirtschaftslehre zeigte sich vor den Synodalen erfreut, "ein wohl bestelltes Haus" zu übernehmen. Als große Herausforderungen an die Kirchen sieht der Klagenfurter Wirtschaftsprofessor, "Angebote der Sinnstiftung" zu schaffen, wenn gleichzeitig die Bindung der Menschen an die Kirche verloren gehe. Eine Kirche sei immer auch ein Wirtschaftsunternehmen. Verstärkt müsse darüber nachgedacht werden, wie vor allem jüngere Menschen angesprochen werden können.

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