RTaustria und ARGE der PatientInnenanwälte sind alarmiert:

Änderung des Bundesgesetzes für medizinische Assistenzberufe gefährdet PatientInnensicherheit.

Wiener Neustadt (OTS) - Am Dienstag, 12.06.2012, hat das Bundesgesetz für medizinische Assistenzberufe (kurz MAB-Gesetz) den Ministerrat passiert, was grundsätzlich vom Verband der RadiologietechnologInnen, RTaustria, begrüßt wurde. Die ursprünglich mit allen betroffenen Berufsgruppen (ÖÄK, RTaustria) akkordierte Version wurde allerdings nachträglich in einigen gravierenden Punkten verändert und darf aus Sicht von RTaustria und der PatientenanwältInnen so nicht verabschiedet werden.

Konkret geht es um das, im §10 MAB-Gesetz, definierte Aufgabenfeld der neuen Röntgenassistenz. Dieser wurde nachträglich die Durchführung von CT- (Computer-Tomographie) und MR- (Magnetresonanz) Behandlungen zugestanden. Dieser Passus wurde von RTaustria immer dezidiert abgelehnt, da dieses Verfahren sehr komplexes Wissen voraussetzt, das von VertreterInnen des Assistenzberufes nicht geleistet werden kann.

Im Ministerium für Gesundheit war man aufgrund von Fehlinformationen davon ausgegangen, dass es im Bereich der CT- und MR-Anwendungen "einfache, bzw. standardisierte Tätigkeiten" (vorgeschlagener Text) gibt, die von RöntgenassistentInnen ausgeführt werden können, was aus Sicht des Berufsverbandes der Radiologietechnologen/-technologinnen fachlich unrichtig, ist, so Michaela Rosenblattl, Präsidentin RT Austria.

Das Ausbildungspensum der neuen RöntgenassistentInnen sieht nicht die notwendige anatomische, pathologische, mathematische, physikalische und gerätetechnische Vertiefung vor, wie sie im Studium der RadiologietechnologInnen gegeben ist. Erst durch eine qualifizierte akademische Ausbildung, wie RadiologietechnologInnen sie absolvieren müssen, wird die Sicherheit und Qualität für PatientInnen gewährleistet, führt Dr. Gerald Bachinger, Sprecher der PatientInnenanwälte aus.

Mit der Forderung, Röntgen-AssistentInnen mit der Durchführung von Aufgaben zu betrauen, die hochkomplex sind, werden die auf höchstem Niveau ausgebildeten RadiologietechnologInnen vor den Kopf gestoßen, deren Arbeit abqualifiziert und zugleich die Berufsaussichten dieser Berufsgruppe nachhaltig verschlechtert. Angesichts des allseits bekannten Kostendrucks in öffentlichen Institutionen fürchtet RTaustria als Berufsverband massiven Qualitätsverlust durch Preisdumping.

Allen politisch Verantwortlichen muss dabei bewusst sein, das sich mangelnde Qualität im Gesundheitswesen auch unmittelbar auf das Befinden und die Gesundheit der PatientInnen auswirkt.
Aus diesem Grund ist es RTaustria und den PatientInnenanwälten ein großes Anliegen, dass die neue Röntgenassistenz keinen CT u MR in Betrieb nehmen dürfen und beide Vertretungen fordern daher nachdrücklich diese Aufgabe aus dem Gesetzesentwurf wieder zu entfernen.

Rückfragen & Kontakt:

Michaela Rosenblattl, MEd
Präsidentin RTaustria
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Web: www.radiologietechnologen.at
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ARGE der PatientInnenanwälte Dr. Gerald Bachinger
3109 St. Pölten, Rennbahnstrasse 29
Mobil: 0676/812 15575
gerald.bachinger@noel.gv.at
http://www.patientenanwalt.com/

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