- 14.06.2012, 17:00:31
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"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Ruf aus Brüssel"
Polit-Kritik ertrug Markus Beyrer schwer. In Brüssel vertritt er die Privatindustrie.
Wien (OTS) - Markus Beyrer ist zu gratulieren. Nach einer
kurzen, aber bewegten Zeit als Chef der Staatsholding ÖIAG wird er
Chef der Industrielobby in Brüssel, Businesseurope. Da man in
Österreich nicht über Gehälter redet, müssen wir - gut begründet -
spekulieren, dass er künftig mehr verdienen wird, und sein
Freizeitspaß interessiert auch niemanden mehr. Beyrer ist ein
weiterer Beweis dafür, dass Österreicher bei internationalen Jobs
gesucht werden. Ganz ohne Partei und Anschieber.
Bevor der Aufsichtsrat der ÖIAG einen Nachfolger sucht, wünscht
sich der Steuerzahler eine klare Strategie der Regierung für die
österreichische Industriepolitik. Brauchen wir weiter Beteiligungen
an Infrastrukturunternehmen wie Post, Telekom und OMV? Sollen andere
Unternehmen in die ÖIAG eingegliedert werden? Was kann noch
privatisiert werden?
Leider ist das ein Bereich, wo alte Ideologien noch zählen. Die
Post agiert jetzt schon wie ein privates Unternehmen, da könnte der
Staat die Mehrheit abgeben, und beim Kampf um die Telekom ist die
Rolle des Staates gar nicht erkennbar. Auch in den Bundesländern
würde eine Debatte über Privatisierungen nicht schaden.
Nach der Strategie muss eine Person gesucht werden, eine mit
Verstand und der dicken Haut eines Politikers.
Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601
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