• 12.06.2012, 13:08:11
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KORRIGIERTE NEUFASSUNG der OTS0054 von heute: ANSCHOBER: In EU droht Richtungsentscheidung pro GVO

Oberösterreich will mit Allianz der GVO-freien Regionen stärker gegensteuern und überlegt bei Konferenz im September Strategie

Linz (OTS) - Obwohl sich das Europäische Parlament und die
EU-Kommission eindeutig für das von Oberösterreich geforderte
Selbstbestimmungsrecht entschieden haben, ist dieses vorerst im Rat
gescheitert: bei der gestrigen Umweltministerkonferenz gab es keinen
Beschluss für den dänischen Kompromiss, die Mitgliedsstaaten über die
GVO-Aussaat selbst entscheiden zu lassen. Dies scheiterte vor allem
am Widerstand Deutschlands.

Umwelt-Landesrat Rudi Anschober: "Trotz der engagierten
Präsidentschaft Dänemarks ist damit das Selbstbestimmungsrecht
vorerst gescheitert. Und leider ist von der kommenden
Ratspräsidentschaft Zyperns bei diesem Thema wenig zu erwarten. Wir
werden aber nicht aufgeben, sondern konsequent den Druck weiter
aufbauen. Wir werden daher bei der Konferenz der Allianz der
GVO-freien Regionen am 4./5. September in Erfurt (D) nach Strategien
und Gegenmaßnahmen suchen, damit nicht nur das Selbstbestimmungsrecht
auch im Rat beschlossen wird, sondern auch die drohende Entwicklungen
innerhalb der EU pro GVO korrigiert wird.

Die von uns gegründete Allianz der GVO-freien Regionen ist ein
wichtiger politischer Faktor in Europas Gentechnikpolitik: auf unsere
Initiative haben sich mittlerweile 55 Regionen zusammengeschlossen,
sie vertreten 20 Prozent der EU-BürgerInnen und wollen gemeinsam das
Selbstbestimmungsrecht über den Anbau gentechnisch manipulierten
Saatguts durchsetzen."

Die drohenden Richtungsentscheidungen pro GVO in der EU:

- die EU-Kommission plant noch für den Sommer Zulassungen von
sechs GVO-Maissorten: unter anderem soll Mon 810 neu zugelassen
werden und eine Zulassung etwa von Mais 88017 und Mais NK 603
erfolgen. Die Zustimmung der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA
liegt trotz vieler Kritikpunkte, Bedenken und Risken bereits vor.

- auch die Nulltoleranz für GVO soll aufgeweicht werden, dies
könnte der Start einer flächendeckenden Kontaminierung sein: bisher
dürfen bei importierten Pflanzenprodukten und in Lebensmitteln nicht
einmal Spuren bisher nicht zugelassener gentechnisch veränderte
Pflanzen enthalten sein. EU-Verbraucherkommissar John Dalli will die
Nulltoleranz nun bei Lebensmitteln aufheben - wie dies bei
Futtermitteln bereits 2011 geschehen ist.

Anschober: "Die nächsten Monate werden daher eine entscheidende
Phase für die GVO-Politik in der EU. Wir wollen erreichen, dass sich
die GVO-freien Regionen nun besonders aktiv mit neuen Strategien und
Initiativen in die Entscheidungsfindung einmischen."

Rückfragehinweis:
Büro LR Anschober, Mag.a Petra Danhofer
Tel.: +436648299969
mailto:[email protected]

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