- 12.06.2012, 12:21:28
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Forschungsförderung wirkt
Haslauer: Salzburg holt doppelt so viel Geld vom Bund wie vor drei Jahren
Salzburg (OTS) - "Wir holen doppelt so viel Geld vom Bund zur
Unterstützung unserer Unternehmen nach Salzburg wie noch vor drei
Jahren. Für Unternehmen werden 2012 und 2013 durch das Land Salzburg
zusätzlich acht Millionen Euro an Förderdarlehen bereitgestellt und
so die erfolgreiche Förderkooperation zwischen der Österreichischen
Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Land Salzburg
fortgeführt. Für mich war schon bei der schwierigen Budgeterstellung
für 2012 klar, dass in Zukunftsbereichen wie Forschung und
Entwicklung nicht gespart wird. Die Gelder wurden hier - trotz aller
Sparzwänge - um vier Prozent erhöht", erklärte heute, Dienstag, 12.
Juni, Wirtschaftsreferent LHStv. Dr. Wilfried Haslauer bei einem
Informationsgespräch im Liebherr-Werk Bischofshofen gemeinsam mit
Ing. Manfred Santner und Ing. Johann Stickler, den Geschäftsführern
des innovativen Pongauer Leitbetriebs.
Für betriebliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte von
Salzburger Unternehmen stellt das Land Salzburg in den kommenden zwei
Jahren zusätzlich acht Millionen Euro an Förderdarlehen bereit.
Salzburgs Betriebe können so auch 2012 und 2013 von der Kooperation
des Landes Salzburg mit der Österreichischen
Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) profitieren.
Gerade für Unternehmen wie Liebherr wird Forschung und Entwicklung
besonders wichtig, um im internationalen Wettbewerb stets die Nase
vorn zu haben. Das Fördermodell für F&E-Projekte, wie es die FFG
gemeinsam mit dem Land Salzburg anbietet, soll die Unternehmen
unterstützen und somit zur Attraktivität des Standortes Salzburg
beitragen.
Liebherr gehört zu den größten Baumaschinenherstellern in Europa.
Der Standort Bischofshofen ist für die Produktgruppe Radlader
verantwortlich. Jüngstes F&E-Projekt des Pongauer Un-ternehmens ist
die Neuentwicklung der Radlader-Produktpalette im oberen
Leistungssegment (130 bis 250 Kilowatt) mit einem Einsatzgewicht
zwischen 15.000 und 30.000 Kilogramm für den weltweiten Einsatz. "Der
wesentliche Schwerpunkt bei diesem Projekt liegt darin, die
Leistungsfähigkeit und Effizienz des Fahrantriebs für alle
Einsatzspektren und Betriebspunkte des Radladers zu erhöhen. Die
besondere Herausforderung besteht dabei, die Verbrauchswerte deutlich
zu verbessern, ohne die hervorragenden Last- und Fahreigenschaften
des Fahrzeugs zu beeinträchtigen", so Liebherr-Geschäftsführer Johann
Stickler. Konkretes Ziel des Projektes ist die Reduzierung des
Kraftstoffbedarfs über den gesamten Betriebsbereich des Radladers um
20 Prozent, was wiederum eine 20-prozentige Reduktion von
CO2-Emissionen zur Folge hat.
"In den vergangenen Jahren haben wir auf dem Standort
Bischofshofen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf zirka acht
Prozent des Radladerumsatzes ausgeweitet. Vor allem durch diese
F&E-Anstrengungen war es möglich, in den vergangenen zehn Jahren den
Umsatz mit Radladern um mehr als 150 Prozent zu steigern und die
Anzahl der Beschäftigten um ca. 50 Prozent auf mittlerweile rund
1.000 Personen zu erhöhen. Für rund zehn Prozent unserer F&E-Ausgaben
können wir Förderprogramme in Anspruch nehmen, in denen wir dann im
Durchschnitt mit rund einem Viertel der Kosten unterstützt werden.
Nur durch F&E ist in unserer Branche ein nachhaltiges Wachstum
möglich, und wir freuen uns, dass die Verantwortlichen im Land sich
glaubhaft um die Verbesserung der erforderlichen Rahmenbedingungen
bemühen", erklärte Liebherr-Geschäftsführer Manfred Santner.
Seit September 2008 bietet das Land Salzburg in einem
Kooperationsmodell mit der FFG ein attraktives Fördermodell für
betriebliche Forschungsvorhaben an. Salzburger Unternehmen bekommen
seither für Projekte, die von der FFG in den Basisprogrammen
bewilligt werden, eine deutlich erhöhte Förderung. "Dieses
kooperative Fördermodell für Innovation und Forschung hat sich
bestens bewährt und wird vorerst bis Ende 2013 fortgesetzt", sagte
LHStv. Haslauer.
Die FFG fördert Forschungs- und Entwicklungsprojekte über
Basisprogramme mit einer Kombination aus durchschnittlich rund 20
Prozent nicht rückzahlbaren Zuschüssen und etwa 30 Prozent
zinsbegünstigten Darlehen. Durch die gemeinsame verstärkte
Forschungsförderung erhalten Salzburger Unternehmen ein um 20
Prozentpunkte höheres Darlehen, sodass bis zu 70 Prozent der gesamten
Projektkosten aus Fördergeldern finanziert werden können. Die
Unternehmensgröße ist dabei kein Kriterium, um in den Genuss einer
erhöhten Förderung zu kommen: Sowohl kleine und mittlere Unternehmen
(KMU) als auch große Firmen und Industriebetriebe bekommen die
erhöhte Förderung. Ausschlaggebend dafür ist nicht der Firmensitz,
sondern der Forschungsstandort. Damit können Forschungsaktivitäten in
Salzburg maximal gefördert werden, auch wenn der Hauptsitz des
Unternehmens in einem anderen Bundesland situiert ist.
"Seit Beginn der erfolgreichen Innovations- und
Forschungsförderkooperation des Landes Salzburg und der FFG im Herbst
2008 wurden bis Ende 2011 insgesamt 90 Forschungs- und
Entwicklungsprojekte von Salzburger Unternehmen mit insgesamt mehr
als 35 Millionen Euro unterstützt", so LHStv. Haslauer. Davon
entfallen 11,5 Millionen Euro auf nicht rückzahlbare Zuschüsse und
23,5 Millionen Euro auf Darlehen, die gemeinsam von der FFG und dem
Land Salzburg finanziert werden.
Bedingt durch die Wirtschaftskrise, während der Unternehmen
mangels eigener Ressourcen verstärkt auf öffentliche Finanzierung
ihrer F&E-Tätigkeiten zurückgegriffen haben, war 2009 mit 54
beantragten Projekten nach wie vor das Jahr mit der größten Nachfrage
bezogen auf die Zahl der eingereichten Projekte. 2010 und 2011 hat
sich diese Zahl mit 32 bzw. 35 beantragten Projekten auf hohem Niveau
stabilisiert. Die Quote der Genehmigungen ist seit Beginn der
Förderkooperation stabil.
Ein deutlicher Trend zeigt sich bei der Größe der Projekte: Das
durchschnittliche Projektvolumen der geförderten Projekte hat seit
2008 stetig und von 2010 auf 2011 sogar stark zugenommen. Lag 2008
das durchschnittliche Projektvolumen noch bei 298.000 Euro, liegt es
2011 bei etwa 948.000 Euro und hat sich somit mehr als verdreifacht.
Ein ähnliches Bild zeichnet sich ab, wenn man die gesamten von der
FFG in den Basisprogrammen ausgeschütteten Förderungen der
vergangenen drei Jahre im Österreichvergleich betrachtet. 2009 war
aufgrund der Wirtschaftskrise sowohl in Gesamtösterreich als auch in
Salzburg ein starkes Förderjahr, womit auch der darauffolgende Knick
im Jahr 2010 erklärt werden kann.
Der neuerliche rasante Anstieg der Förderungen in den
Basisprogrammen für Salzburg im Jahr 2011 ist einerseits auf höhere
Projektvolumina, andererseits vor allem auf eine deutliche
Stei-gerung der Zahl der genehmigten Projekte zurückzuführen, die
2011 sogar den Wert von 2009 übertraf (2009: 48; 2010: 35; 2011: 54).
Österreichweit nahm diese Zahl im Jahr 2011 gegenüber 2010 zwar
deutlich zu, das Niveau von 2009 konnte aber nicht erreicht werden
(2009: 918; 2010: 788, 2011: 854). Zudem sind die durchschnittlichen
genehmigten Projektgrößen österreichweit im Gegensatz zu Salzburg
sogar leicht rückläufig.
Insgesamt flossen in den Basisprogrammen 2011 fast 18,6 Millionen
Euro nach Salzburg, das sind 72 Prozent mehr als 2010. Dies
entspricht einem Anteil von 77 Prozent der gesamten FFG-Fördergelder,
die 2011 nach Salzburg geflossen sind. Die Basisprogramm-Förderung
ist damit die wichtigste Förderschiene der FFG für Salzburg.
Erfreulich ist auch, dass die gesamten für Salzburg bereitgestellten
FFG-Fördergelder in den vergangenen Jahren von knapp 19 Millionen
Euro (2009) auf mehr als 24 Millionen Euro im Jahr 2011
kontinuierlich gestiegen sind.
Insgesamt kann Salzburg seinen bereits 2010 eingeleiteten
Aufholtrend in der Einwerbung von Bundesfördergeldern durch die
Umsetzung anspruchsvoller F&E-Projekte deutlich fortsetzen: Entfielen
2008 nur 2,7 Prozent der gesamten Fördergelder in den Basisprogrammen
auf Salzburger Projekte, sind es 2011 bereits 6,4 Prozent (zum
Vergleich: In Salzburg befinden sich acht Prozent aller
österreichischen Betriebe).
"Durch die Intensivierung der regionalen Beratungs- und
Betreuungsleistungen soll die erfolgreiche Entwicklung in Zukunft
fortgeführt werden. Die Kooperation zwischen der
Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Innovations- und
Technologietransfer Salzburg GmbH (ITG) legt die Basis für eine
gemeinsame, verstärkte Beratung von Förderwerbern aus Salzburg",
sagte Haslauer.
Das Innovationsservice der ITG ist der richtige Ansprechpartner
für Fragen zu Forschung, Technologie und Innovation (FTI). Als
Dienstleister für Unternehmen und Forschungseinrichtungen unterstützt
das Innovationsservice seine Kunden bei der Auswahl des richtigen
Förderinstruments und bietet gute Voraussetzungen, um einen
erfolgreichen Antrag zu stellen. "Als erfahrener Vermittler von
Förderanliegen arbeiten wir eng mit den abwickelnden Förderstellen
wie der FFG zusammen", erklärte ITG-Geschäftsführer DDr. Sebastian
Huber: "Unabhängig von möglichen Förderungen bieten wir darüber
hinaus für Salzburger Projekte eine ganzheitli-che Betreuung, von der
strukturierten Erstberatung über die Begleitung bei der Umsetzung bis
über den Projektabschluss hinaus." Um die Qualität bei der
spezifischen Ansprache durch die ITG zu sichern, wird die FFG die
zuständigen Innovations- und Förderexperten intensiv einschulen und
ihnen entsprechend den aktuellen Entwicklungen im Förderportfolio
gezielte Fort-bildungen ermöglichen.
Unternehmen profitieren von Kooperation
Durch eine kompetente regionale Betreuung und eine umfassende
Beratung über die vielfältigen Programme und Produkte der FFG durch
das Innovationsservice der ITG Salzburg sollen verstärkt
F&E-Förderungen für Salzburger Unternehmen und
Forschungseinrichtungen mobilisiert werden. Um den Kunden in der
Betreuung eine hohe Qualität und Aktualität bieten zu können und um
die Arbeit im Betrieb zu erleichtern, erhalten die Innovations- und
Förderexper-ten im Innovationsservice einen besseren Zugang zu
Informationen der FFG.
Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg - Medien- und Marketingzentrum
Chefredakteurin Mag. Karin Gföllner
Tel.: (0662) 80 42 / 24 33
mailto:[email protected]
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