- 11.06.2012, 11:46:12
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Karlheinz Töchterle: Universitäten Entwicklung und Exzellenz durch entsprechende Rahmenbedingungen ermöglichen
Wissenschafts- und Forschungsminister beim "Funding Forum" der European University Association (EUA) in Salzburg
Wien (OTS) - "Ein zufriedenstellendes Universitätsbudget, ein
modernes System der Universitätsfinanzierung und eine starke
Universitätsautonomie - diese drei Pfeiler gehen Hand in Hand und
bilden den notwendigen Rahmen, um Universitäten Entwicklung und
Exzellenz zu ermöglichen", betonte Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle beim zweitägigen "Funding
Forum" des Europäischen Universitätenverbandes (European University
Association; EUA) in Salzburg, an dem u.a. Landeshauptfrau
Burgstaller, uniko-Präsident Rektor Schmidinger und EUA-Präsidentin
Nazaré teilnehmen. Eine entsprechende Mittelausstattung sei
"natürlich eine wesentliche Rahmenbedingung für starke und
wettbewerbsfähige Universitäten", unterstrich der Minister. Genauso
aber auch die Universitätsautonomie, "die für moderne Universitäten
die zweite Voraussetzung bildet", so Töchterle mit Verweis auf das
Universitätsgesetz, das vor zehn Jahren beschlossen wurde und dessen
Kern, die Ausgestaltung der Autonomie, in Europa als Vorbild gewirkt
hat. "Wir sind stolz darauf, dass viele Länder unser Gesetz als
Modell verwendet haben."
Wie auch Landeshauptfrau Burgstaller unterstrich Töchterle die
Notwendigkeit einer europäischen Lösung in Bezug auf die
asymmetrische Mobilität, von der mehrere europäische Staaten
betroffen sind. "Internationalität ist ein Schlüsselwert im Bereich
Wissenschaft und Forschung. Sie bringt aber auch Herausforderungen
mit sich, dafür brauchen wir eine europäische Lösung." Auch auf
Initiative Österreichs kam das Thema der asymmetrischen Mobilität
bereits auf die europäische Agenda, wo sie erstmals im Europäischen
Rat Ende 2011 diskutiert wurde.
Wie auch in sämtlichen anderen EU-Staaten, ist das Thema der
Universitätsfinanzierung in Österreich "zentral und sehr aktuell".
Einerseits die Frage, welche Priorität der Staat in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten Wissenschaft und Forschung einräumt, andererseits
die Frage privater Mittel, die in Österreich gerade diskutiert wird
und "wo wir für unsere Position moderater Studienbeiträge gerade hier
in Salzburg Unterstützung auf politischer Ebene erfahren", sagte
Töchterle. Im Bereich der öffentlichen Finanzierung gehe es in
Österreich um forciertes Investieren im Hochschulbereich - "auch in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten", verwies Töchterle auf die
Hochschul-Milliarde (2013-2015), die trotz Budgetkonsolidierung
realisiert wird. Für einen Teil der Hochschul-Milliarde gelten im
Rahmen des neu geschaffenen Hochschulraum-Strukturfonds klar
definierte, leistungsorientierte Indikatoren mit dem Ziel, die
Studien- und Prüfungsaktivität zu steigern.
Im internationalen Vergleich liegt Österreich bei den öffentlichen
Ausgaben für tertiäre Bildung mit 1,2 Prozent des BIP sowohl über dem
OECD-Durchschnitt (1 Prozent) als auch über dem EU-Durchschnitt (1,1
Prozent). Werden die privaten Mittel dazu gerechnet, liegt Österreich
mit 1,3 Prozent des BIP unter dem OECD-Durchschnitt und im
EU-Durchschnitt. "Es ist in Kontinentaleuropa so üblich, und auch ich
bekenne mich ganz explizit dazu: Die Finanzierung der Universitäten
muss überwiegend durch die öffentliche Hand erfolgen", so Töchterle.
Der öffentliche Finanzierungsanteil liegt in Österreich mit rund 90
Prozent jedoch klar über dem EU-Durchschnitt von rund 80 Prozent. Es
gelte daher, den privaten Anteil auszubauen. Dazu zählen u.a.
Studienbeiträge und auch private Geldgeber. Noch gibt es in
Österreich kein entsprechend entwickeltes Mäzenatentum, das
Wissenschaft und Forschung unterstützt. "Hier sehe ich Potential und
gerade jüngste Beispiele wie größere Spenden an das IST Austria oder
- hier in Salzburg - an die Paracelsus Uni, belegen dies."
Ein Kernprojekt der Reform der Universitätsfinanzierung in Österreich
ist das Einführen der Studienplatzfinanzierung nach internationalem
Vorbild. Dieses kapazitätsorientierte, studierendenbezogene Modell
enthält getrennte Budgetsäulen für Lehre, Forschung und Infrastruktur
und soll schrittweise ab der kommenden Periode der
Leistungsvereinbarungen eingeführt werden.
"Auch der europäische Forschungsraum ist eine wichtige und stark
wettbewerbsorientierte Quelle der Forschungsfinanzierung für
Universitäten", sagte Töchterle weiter. Österreich kann im 7.
EU-Forschungsrahmenprogramm, dem weltweit größten transnationalen
Förderungsprogramm für Forschung, auf eine beachtliche Rückflussquote
von 128 Prozent verweisen. Im nächsten Forschungsrahmenprogramm
Horizon 2020 (2014-2020), das derzeit gerade verhandelt wird, will
Österreich "mindestens genauso erfolgreich sein".
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Minoritenplatz 5, 1014 Wien
Presse: Mag. Elisabeth Grabenweger
Tel.: +43 1 531 20-9014
mailto:[email protected]
www.bmwf.gv.at
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