Karlheinz Töchterle: Universitäten Entwicklung und Exzellenz durch entsprechende Rahmenbedingungen ermöglichen

Wissenschafts- und Forschungsminister beim "Funding Forum" der European University Association (EUA) in Salzburg

Wien (OTS) - "Ein zufriedenstellendes Universitätsbudget, ein modernes System der Universitätsfinanzierung und eine starke Universitätsautonomie - diese drei Pfeiler gehen Hand in Hand und bilden den notwendigen Rahmen, um Universitäten Entwicklung und Exzellenz zu ermöglichen", betonte Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle beim zweitägigen "Funding Forum" des Europäischen Universitätenverbandes (European University Association; EUA) in Salzburg, an dem u.a. Landeshauptfrau Burgstaller, uniko-Präsident Rektor Schmidinger und EUA-Präsidentin Nazaré teilnehmen. Eine entsprechende Mittelausstattung sei "natürlich eine wesentliche Rahmenbedingung für starke und wettbewerbsfähige Universitäten", unterstrich der Minister. Genauso aber auch die Universitätsautonomie, "die für moderne Universitäten die zweite Voraussetzung bildet", so Töchterle mit Verweis auf das Universitätsgesetz, das vor zehn Jahren beschlossen wurde und dessen Kern, die Ausgestaltung der Autonomie, in Europa als Vorbild gewirkt hat. "Wir sind stolz darauf, dass viele Länder unser Gesetz als Modell verwendet haben."

Wie auch Landeshauptfrau Burgstaller unterstrich Töchterle die Notwendigkeit einer europäischen Lösung in Bezug auf die asymmetrische Mobilität, von der mehrere europäische Staaten betroffen sind. "Internationalität ist ein Schlüsselwert im Bereich Wissenschaft und Forschung. Sie bringt aber auch Herausforderungen mit sich, dafür brauchen wir eine europäische Lösung." Auch auf Initiative Österreichs kam das Thema der asymmetrischen Mobilität bereits auf die europäische Agenda, wo sie erstmals im Europäischen Rat Ende 2011 diskutiert wurde.

Wie auch in sämtlichen anderen EU-Staaten, ist das Thema der Universitätsfinanzierung in Österreich "zentral und sehr aktuell". Einerseits die Frage, welche Priorität der Staat in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Wissenschaft und Forschung einräumt, andererseits die Frage privater Mittel, die in Österreich gerade diskutiert wird und "wo wir für unsere Position moderater Studienbeiträge gerade hier in Salzburg Unterstützung auf politischer Ebene erfahren", sagte Töchterle. Im Bereich der öffentlichen Finanzierung gehe es in Österreich um forciertes Investieren im Hochschulbereich - "auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten", verwies Töchterle auf die Hochschul-Milliarde (2013-2015), die trotz Budgetkonsolidierung realisiert wird. Für einen Teil der Hochschul-Milliarde gelten im Rahmen des neu geschaffenen Hochschulraum-Strukturfonds klar definierte, leistungsorientierte Indikatoren mit dem Ziel, die Studien- und Prüfungsaktivität zu steigern.

Im internationalen Vergleich liegt Österreich bei den öffentlichen Ausgaben für tertiäre Bildung mit 1,2 Prozent des BIP sowohl über dem OECD-Durchschnitt (1 Prozent) als auch über dem EU-Durchschnitt (1,1 Prozent). Werden die privaten Mittel dazu gerechnet, liegt Österreich mit 1,3 Prozent des BIP unter dem OECD-Durchschnitt und im EU-Durchschnitt. "Es ist in Kontinentaleuropa so üblich, und auch ich bekenne mich ganz explizit dazu: Die Finanzierung der Universitäten muss überwiegend durch die öffentliche Hand erfolgen", so Töchterle. Der öffentliche Finanzierungsanteil liegt in Österreich mit rund 90 Prozent jedoch klar über dem EU-Durchschnitt von rund 80 Prozent. Es gelte daher, den privaten Anteil auszubauen. Dazu zählen u.a. Studienbeiträge und auch private Geldgeber. Noch gibt es in Österreich kein entsprechend entwickeltes Mäzenatentum, das Wissenschaft und Forschung unterstützt. "Hier sehe ich Potential und gerade jüngste Beispiele wie größere Spenden an das IST Austria oder - hier in Salzburg - an die Paracelsus Uni, belegen dies."

Ein Kernprojekt der Reform der Universitätsfinanzierung in Österreich ist das Einführen der Studienplatzfinanzierung nach internationalem Vorbild. Dieses kapazitätsorientierte, studierendenbezogene Modell enthält getrennte Budgetsäulen für Lehre, Forschung und Infrastruktur und soll schrittweise ab der kommenden Periode der Leistungsvereinbarungen eingeführt werden.

"Auch der europäische Forschungsraum ist eine wichtige und stark wettbewerbsorientierte Quelle der Forschungsfinanzierung für Universitäten", sagte Töchterle weiter. Österreich kann im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm, dem weltweit größten transnationalen Förderungsprogramm für Forschung, auf eine beachtliche Rückflussquote von 128 Prozent verweisen. Im nächsten Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 (2014-2020), das derzeit gerade verhandelt wird, will Österreich "mindestens genauso erfolgreich sein".

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