• 06.06.2012, 11:39:44
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Virus wie Flame kann Staaten potenziell lahmlegen, warnt Zeitanalyst Benedikter

CIS: Schutzsysteme zu unstrukturiert - Cyberwar bedroht Wirtschaft & Regierungen

Wien (OTS) - Cyberwaffen wie der neue Computer-Virus Flame seien
berechtigt, um Teheran von der Atomwaffen-Entwicklung abzuhalten,
verlautbarte Israels Armee-Rundfunk vor wenigen Tagen. Zwei Jahre
zuvor hatte schon der Cyberwurm Stuxnet in der iranischen Atomanlage
Natans Zentrifugen lahmgelegt. "Was wie Science-Fiction klingt, ist
auf Regierungsebene und in wichtigen Industriezweigen längst
Realität", betont Erich Scheiber, Geschäftsführer der
Zertifizierungsstelle für Informationssicherheit CIS in Wien, auf
Österreichs größtem IT-Security-Symposium im Wiener Kursalon. "Alle
zwei Sekunden entsteht weltweit ein neues Schadprogramm. Europäische
Regierungen verzeichnen vier bis fünf Hacker-Angriffe täglich in
ihren Netzwerken", zitiert Scheiber internationale
Branchen-Schätzungen.

Virtuelle Kriege

Als Key Speaker zum Thema "Cyberwar" hatten die Veranstalter des
8. Information-Security-Symposiums, CIS und Quality Austria, den
bekannten Trendforscher Roland Benedikter eingeladen und konnten mehr
als 200 Teilnehmer aus führenden Unternehmen begrüßen. Das Who-is-Who
der IT-Security war versammelt - von der A1 Telekom, Asfinag oder
Austrian Power Grid, über die Energie AG bis Kapsch, Siemens und
T-Systems. Der gebürtige Südtiroler Roland Benedikter lehrt an der
University of California und Stanford University, einer der
Wachstumsmotoren des Silicon Valley. "Informationssicherheit und
globale Entwicklungen sind eng verzahnt", erklärt Benedikter.
"Während die Wirtschaftsspionage via Internet boomt, werden Kriege
auf virtueller Ebene mittels Hackerangriffen geführt, wie zuletzt im
Iran, in China und USA." Im Wechselspiel der Professionalisierung
steige nicht nur das Niveau der Informationssicherheit rapide an,
sondern auch die potenzielle Bedrohung.

Milliarden-Budgets

Dazu kursieren in Expertenkreisen beeindruckende Zahlen: So sollen
die USA jährlich elf bis 30 Mrd. Dollar in Cyberwar-Technologien
investieren. China gilt als Quelle der weltweit meisten
Hacker-Angriffe und verfügt über eine Truppenstärke von militärischen
Cyber-Spezialisten im Ausmaß von mehr als 50.000 Personen.

Kern-Industrien bedroht

Bis zu 30 Prozent der Wirtschaftleistung einer Industrienation
entsteht heute Computer-gesteuert. Dazu gehören der Energiesektor,
Verkehr, Telekommunikation, Bankwesen oder auch das Gesundheitswesen.
"Wenn alles miteinander verbunden ist, kann auch alles angegriffen
werden", beschreibt CIS-Chef Erich Scheiber die simple Logik der
'Gefahr im System'. So könnten im Falle von Cyberangriffen auf
Nationen nicht nur Regierungsnetze, sondern auch Schlüsselindustrien
direkt betroffen sein. "Einige der heute im Umlauf befindlichen
Schadprogramme sind potenziell in der Lage, den Aktienhandel zu
manipulieren, den Luftverkehr lahmzulegen, im Bankensystem Geldströme
umzulenken oder die Stromversorgung zu blockieren", warnt Roland
Benedikter. Die Bedeutung der Informationssicherheit erreiche somit
einen ganz neuen Stellenwert.

Sicherheit oft nur punktuell

Schutzsysteme für Informationssicherheit können demnach nur
fruchten, wenn sie durch prozessorientiertes - sprich: abteilungs-
und organisationsübergreifendes Security-Management potenzielle
Sicherheitslücken systematisch schließen und ständig weiter
verbessert werden. So lautet der Tenor der Veranstaltung, auf der der
weltweite Standard für Informationssicherheit ISO 27001 sowie ISO
20000 für IT-Service-Management im Mittelpunkt standen. "Man soll es
nicht glauben, aber in der Praxis zeigt sich auch bei
Schlüsselunternehmen und kritischen Regierungsnetzwerken, dass
oftmals der Überblick über die Sicherheitseinrichtungen fehlt.
Netzsegmente werden oft punktuell statt systematisch abgesichert und
laufende Anpassungen an neueste Technologien und Bedrohungen erfolgen
ohne einem strukturierten Security-Management nicht mit der
notwendigen Konsequenz", berichtet Erich Scheiber aus seiner
internationalen Projekterfahrung - die CIS ist mit
Sicherheitszertifizierungen in rund 30 Nationen tätig. Den wachsenden
globalen Bedrohungen könne nur mit standardisiertem Vorgehen
wirksamer als bisher begegnet werden. Hundertprozentigen Schutz gebe
es nie, aber eine Annäherung an diesen Zustand - durch systematische
Ansätze, wie es mit ISO 27001 möglich sei.

Schutzsysteme nach ISO 27001

Laut dem aktuellen ISO-Survey waren im Jahr 2010 bereits mehr als
15.600 Unternehmen und Organisationen, darunter auch große
Regierungseinheiten, weltweit nach dem internationalen
Security-Standard ISO 27001 zertifiziert. Pro Jahr kommen 2.000 bis
3.000 dazu. Hochgerechnet dürfte die Zahl der Zertifikate Mitte 2012
demnach bei rund 20.000 liegen. In Österreich sind wichtige
Schlüsselunternehmen und Organisationen nach ISO 27001 zertifiziert:
Dazu gehören die OMV, die Verbund-Tochter Austrian Power Grid, die
Österreichische Nationalbank oder das Finanzministerium.

Fotos:
http://www.ots.at/redirect/cisfotos

Zusatzinfo zu Flame:
http://www.youtube.com/watch?v=YuOa3uKVaao&feature=related

Rückfragehinweis:
Heike Galley,
mailto:h.galley@cis-cert.com,
Mobil: 0699 1974 5647

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