- 05.06.2012, 17:00:31
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"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Auf dem Spielplatz"
Dramatische Wochen für den Euro liegen vor uns, keine Zeit für Spielchen.
Wien (OTS) - Man muss nicht gleich so panisch formulieren, wie der
einstige Straßenkämpfer und spätere Außenminister Joschka Fischer,
der das "europäische Haus schon in Flammen sieht". Aber niemand kann
ausschließen, dass ganz Europa in eine tiefe Rezession sinkt. In
dieser dramatischen Situation spielt unsere Regierung Mensch ärgere
Dich nicht. Mit Personalentscheidungen wird der Blutdruck des
Partners getestet.
Nun ist die Frage, ob der Direktor der Arbeiterkammer in
Generalrat der Nationalbank sitzt, etwa so wichtig wie die
Entwicklung des Sandpreises in der Sahara. Es ist halt Tradition,
dass die Sozialpartner in dem erlauchten Gremium vertreten sind,
streiten wir also über diese Frage erst nach der Rettung des Euro.
Jetzt ist schnell zu entscheiden, wie die EU eine politische und
wirtschaftliche Union aufbaut.
Das bedeutet Verlust von Souveränität für die Staaten. Das bedeutet
aber auch eine gemeinsame Wirtschaft, gegen die auch der stärkste
Spekulant keine Chance hat.
Das kann die Regierung aber nur gemeinsam vermitteln, und nur,
wenn sie lächerliche Spielchen sein lässt. "Mit dem Zerfall des Euro
und der EU würde sich Europa von der Weltbühne verabschieden", warnt
Joschka Fischer. Und vom Wohlstand.
Rückfragehinweis:
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