"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Auf dem Spielplatz"

Dramatische Wochen für den Euro liegen vor uns, keine Zeit für Spielchen.

Wien (OTS) - Man muss nicht gleich so panisch formulieren, wie der einstige Straßenkämpfer und spätere Außenminister Joschka Fischer, der das "europäische Haus schon in Flammen sieht". Aber niemand kann ausschließen, dass ganz Europa in eine tiefe Rezession sinkt. In dieser dramatischen Situation spielt unsere Regierung Mensch ärgere Dich nicht. Mit Personalentscheidungen wird der Blutdruck des Partners getestet.
Nun ist die Frage, ob der Direktor der Arbeiterkammer in Generalrat der Nationalbank sitzt, etwa so wichtig wie die Entwicklung des Sandpreises in der Sahara. Es ist halt Tradition, dass die Sozialpartner in dem erlauchten Gremium vertreten sind, streiten wir also über diese Frage erst nach der Rettung des Euro. Jetzt ist schnell zu entscheiden, wie die EU eine politische und wirtschaftliche Union aufbaut.
Das bedeutet Verlust von Souveränität für die Staaten. Das bedeutet aber auch eine gemeinsame Wirtschaft, gegen die auch der stärkste Spekulant keine Chance hat.
Das kann die Regierung aber nur gemeinsam vermitteln, und nur, wenn sie lächerliche Spielchen sein lässt. "Mit dem Zerfall des Euro und der EU würde sich Europa von der Weltbühne verabschieden", warnt Joschka Fischer. Und vom Wohlstand.

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