- 30.05.2012, 16:27:36
- /
- OTS0242 OTW0242
VP-Holdhaus: EU muss Temelin-Ausbau stoppen
Öffentliche Diskussion "nette Pflichtübung"
Wien (OTS) - "Der Ausbau Temelins muss auf europäischer Ebene
gestoppt werden. Die heutige öffentliche Diskussion war für die
tschechischen Behörden erwartungsgemäß nicht mehr als eine "nette
Pflichtübung", die jedenfalls eines nicht geschafft hat, die
berechtigte Kritik und Ablehnung gegenüber den Ausbauplänen zu
schmälern", sagte heute ÖVP-Umweltsprecherin Karin Holdhaus nach der
Veranstaltung. Nicht hingehen sei allerdings auch das falsche Signal,
richtet sich Holdhaus an die NGOs, die nicht zur Veranstaltung kamen.
Holdhaus: "Jede Möglichkeit der tschechischen Regierung und der
Projektwerberin kritische Fragen zu stellen, muss genutzt werden. Nur
dagegen zu sein, und die direkte Konfrontation zu meiden, ist
schwach".
Kritisch zu sehen sei daher in diesem Zusammenhang die Energieplanung
der Tschechei, bei der Temelin nicht in erster Linie zur
Eigenversorgung, sondern für den Export erweitert werde. Deutschland
hat sich gerade erst gestern wieder zu einem Atomausstieg bis 2022
bekannt. Bundesminister Berlakovich hat bei den österreichischen
Stromversorgern eine Kennzeichnung von Importstrom durchgesetzt,
wodurch Österreich nicht nur AKW-frei ist, sondern zukünftig auch
frei von Atomstromimporten sein wird. Tschechien wird also am
Atomstrom "sitzen bleiben". Die Hochrisikotechnologie Atomkraft noch
dazu in Grenznähe auszubauen, sei daher und im Lichte der Ereignisse
in Japan hochgradig verantwortungslos. Atomkraft erzeuge keineswegs
null Emissionen, betrachtet man den ganzen Produktionszyklus, so
entstehen auch hier Umweltbelastungen, die seitens der Befürworter
meistens verschwiegen würden.
Bei Temelin werde das Betriebsrisiko noch durch den Einsatz zweier
unterschiedlicher Herstellertechnologien erhöht, was ein weiterer
Grund für einen Stopp dieses Projektes darstelle. Als vollkommen
inaktzeptabel bezeichnete Holdhaus dann auch die Tatsache, wonach
erst nach dem Ablaufen des UVP-Verfahrens die Entscheidung für die
Bauart der neuen Reaktorblöcke fallen werde.
"Es erfolgte auch keine Festlegung des Reaktortyps, was die
Wertigkeit des UVP-Verfahrens weiterhin in Frage stellt", so Holdhaus
wörtlich. Es wäre daher höchste Zeit sich im Zuge der noch
verbleibenden UVP-Verfahrensschritte einem Ausstiegsszenario für das
Temelinprojekt zu widmen. "Noch ist Zeit ein technisches
zusammengeflicktes Temelin 3 und 4 zu verhindern, die Chance muss
jetzt genutzt werden", schloss Holdhaus.
Rückfragehinweis:
ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: T: (+43-1) 4000/81 913, F:(+43-1)4000/99 819 60
mailto:[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVW






