Welt-Nichtrauchertag: Motivforschung für Suchtfreiheit!

Bei der Motivation zum Nichtrauchen hat Österreich großen Nachholbedarf!

Wien (OTS) - Beim Rauchen liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld, vor allem was den hohen Raucheranteil bei Jugendlichen betrifft. Sicherlich liegt das auch in der groben Vernachlässigung der Motivation zum Nichtrauchen in Österreich.

"Anti-Rauch-Kampagnen" sind oft mangels Berücksichtigung der komplexen Motivation des Rauchens wirkungslos. Auch die Hinweise auf Gesundheitsschäden auf den Packungen entfalten kaum Wirkung. Schließlich macht die "Gefährlichkeit" für viele Jugendliche das "coole" Image des Rauchens erst aus. Eine harmlose oder "gesunde" Zigarette wäre als Symbol des Erwachsenseins, des Verabschiedens von der Kindheit oder des Abenteuers wohl kaum geeignet und entsprechend uninteressant.

Die Gründe, warum jemand mit dem Rauchen beginnt, sind vielschichtig und je nach Persönlichkeit sehr unterschiedlich. Für viele ist die Zigarette ein Imageträger, die verschiedenen Zigarettenmarken helfen zusätzlich bei der akzentuierten Selbstdarstellung. Manche sind vom Rauch-Ritual fasziniert: vom Öffnen des appetitlichen Päckchens und dem Entfachen der Glut bis zum eleganten Formen von Rauchfiguren. Manche können nur mit der Zigarette in der Hand entspannt kommunizieren oder brauchen eine Beschäftigung für die nervösen Hände, andere suchen das Geschmackserlebnis oder die Wirkungen des Nikotins, das sowohl entspannen als auch aktivieren kann. Die Zigarette hilft schon durch das Hantieren mit ihr Spannungen abzuleiten und Unsicherheiten zu kaschieren, das Saugen hat eine entspannende Wirkung. Auch der Wunsch abzunehmen ist für viele Jugendliche ein nicht zu unterschätzendes Motiv, zur Zigarette zu greifen. Durch Rauchen lässt sich das Hungergefühl gut überdecken. Viele rauchen aber auch einfach unreflektiert, "weil man einfach raucht". Die Eltern rauchen, die Freundinnen, die Freunde rauchen, überall wird geraucht. Wenn man dazugehören will, raucht man meist ganz automatisch auch selbst, ohne darüber nachgedacht zu haben. Viele Kinder wachsen in einer Rauchumgebung auf und nehmen das Rauchen als ein selbstverständliches Verhalten wahr, das dann oft unreflektiert übernommen wird.

Das Hauptproblem des Rauchens ist die Sucht!

Jeder weiss, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist. Das trifft aber auch auf viele andere Dinge des täglichen Lebens zu. Zum hochproblematischen Produkt wird die Zigarette aber durch das enorme Suchtpotenzial, wodurch der Konsum im Suchtfall nicht mehr freiwillig erfolgt, sondern unter Zwang. Und es geht sehr schnell, in die Spirale der psychischen oder körperlichen Abhängigkeit zu geraten. Hier müssten Aufklärung und Kampagnen in geeigneter Form anknüpfen -beispielsweise nach dem Motto "Nichtrauchen - ein Stück Freiheit". Freiheit und Unabhängigkeit sind Werte, die auch bei Jugendlichen hoch im Kurs stehen. Kreative sind gefordert, diese Werte eindrucksvoll mit "Nichtrauchen" zu verknüpfen. Keinesfalls sollen (rücksichtsvolle) RaucherInnen kritisiert werden - primär geht es um die wirksame Vermeidung einer unfreiwilligen Abhängigkeit. Hier muss natürlich ein gutes Angebot an Therapien bzw. Hilfen zur Entwöhnung anknüpfen.

Kampagne für nikotinfreie Kindheit!

Ein weiteres Problem des Rauchens ist das unfreiwillige Mitrauchen. Während sich Erwachsene hier vielleicht untereinander arrangieren können, muss es eine Selbstverständlichkeit werden, dass Kinder weitgehend frei von Tabakrauch aufwachsen können. Hier liegt das Bewusstsein in Österreich leider im Argen. Immer wieder kann man beobachten, dass Kinder dauerhaft hochbedenklichen Schadstoffkonzentrationen durch Rauchen - nicht selten durch die eigenen Eltern - ausgesetzt sind, sei es in der Wohnung, in Lokalen oder auch im Auto.

"Eine Nichtrauch-Kampagne könnte sich vorerst dieser Thematik widmen und das Bewusstsein schärfen, in der Nähe von Babys oder Kindern keinesfalls zu rauchen. Diese Kampagne wäre sicher auch dazu geeignet, manche/n RaucherIn zum Überdenken des eigenen Rauchverhaltens zu bewegen," so der Motivforscher Michael Praschl, Autor des Buches "Anti-Rauch-Werbung - Werbung für das Nichtrauchen auf Basis der Motivforschung" (Fachverlag der WU Wien)

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Praschl - Motivforschung
Mag. Michael Praschl
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