- 30.05.2012, 11:13:00
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Welt-Umwelttag: Globales Umdenken und gemeinsames Handeln
Österreichische Entwicklungszusammenarbeit verbessert die Lebensgrundlage der Bevölkerung in ökologisch besonders benachteiligten Regionen
Wien (OTS) - Zwei Wochen vor dem Weltgipfel in Rio de Janeiro über
nachhaltige Entwicklung macht der Welt-Umwelttag am 5. Juni darauf
aufmerksam: Nur globales Umdenken und gemeinsames Handeln sichern
eine lebenswerte Zukunft auf der Erde. Die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit setzt auf integrierte Programme, die
ländliche Entwicklung, Wasser- und Sanitärversorgung und erneuerbare
Energien verknüpfen.
Innerhalb der vergangenen zwölf Jahre ist die Weltbevölkerung um
eine Milliarde gewachsen. Jährlich kommen weitere 80 Millionen
Menschen hinzu. Der Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie nimmt
stetig zu. Doch bereits heute sind mehr als 60 Prozent der
wichtigsten Ökosysteme zerstört, 925 Millionen Menschen sind unter-
oder mangelernährt.
Der Raubbau an der Natur, um möglichst hohes Wirtschaftswachstum
zu erzielen, trifft vor allem Entwicklungsländer. Diese weisen den
stärksten Bevölkerungszuwachs auf, sind am meisten von den
natürlichen Ressourcen abhängig und auf nachhaltiges und sozial
gerechtes Wachstum angewiesen. Die Bewahrung von Ökosystemleistungen
und langfristige Investitionen in die nachhaltige Nutzung der
natürlichen Ressourcen sind daher für diese Länder besonders wichtig.
"Wir engagieren uns seit vielen Jahren für Umweltschutz und das
nachhaltige Management der natürlichen Ressourcen und unterstützen
entsprechende Programme und Projekte in den Partnerländern", so
Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der Austrian
Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit. "Dabei ist es wichtig, Synergien zu
nutzen - zwischen Ernährung, Wasser- und Sanitärversorgung und
erneuerbarer Energie. Die drei Bereiche stehen in einem sehr engen
Wirkungszusammenhang - und zunehmend in Konkurrenz. Sie von Beginn an
einbeziehen heißt die Lebensgrundlagen der Bevölkerung besser und
wirklich nachhaltig zu sichern."
Verbesserung der Lebens- und Ernährungssituation
Bevölkerungswachstum und fortschreitende Bodenerosion haben in
Nord-Gondar in der äthiopischen Region Amhara zu chronischer
Ernährungsunsicherheit geführt. Ein Programm der Österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit trägt dazu bei, die Ernteerträge und damit
die Einkommen für die lokalen Kleinbauernfamilien zu verbessern.
Aufforstungen verhindern weitere Bodenerosion. Mit ökologisch
nachhaltigen Anbaumethoden und kleinräumiger Bewässerung werden nicht
nur höhere Erträge erzielt, sondern auch die Böden verbessert.
Viehzucht und Milchwirtschaft orientieren sich stärker am Markt.
Damit erweitern die Bauern und Bäuerinnen ihre Produktpalette.
Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten bietet der Semien-Nationalpark,
der jährlich mittlerweile rund 16.000 WanderurlauberInnen anzieht.
Dort kann die lokale Bevölkerung ihre Produkte verkaufen, aber auch
als Koch oder Tourbegleiter Geld verdienen. "Um die Fortschritte
ländlicher Entwicklung in Nord-Gondar langfristig zu sichern, braucht
die lokale Verwaltung entsprechende Organisations- und
Management-Fähigkeiten, geschultes Personal, genügend Ausstattung und
Material. Auch da unterstützt Österreich", so Öppinger-Walchshofer.
"Die Bevölkerung der Region ist jetzt besser gewappnet und kann mit
Dürreperioden oder anderen existenzbedrohenden Ereignissen besser
umgehen."
Gemeinsames Wassermanagement verbindet Ruanda und Burundi
Im Einzugsgebiet des Grenzflusses Akanyaru zwischen Ruanda und
Burundi leben etwa 834.000 Menschen auf engstem Raum. Durch die hohe
Geburtenrate, Bodenerosion und den seit Jahren abnehmenden
Niederschlag kann die ausreichende Ernährung der Bevölkerung nur mit
großen Anstrengungen gewährleistet werden. Es gibt viele
Herausforderungen, die die zuständigen Regierungsstellen und
Lokalverwaltungen in Ruanda und Burundi zu meistern haben.
Unterstützt werden die beiden Länder von Global Water Partnership
(GWP), die von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
gefördert wird: Die natürlichen Wasserspeicher der ufernahen
Feuchtgebiete und kleinen Seen müssen für künftige Generationen
erhalten bleiben. Gleichzeitig soll die landwirtschaftliche
Produktion gesteigert werden. Weiters braucht die Region dringend
Energie, um die spärliche wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.
Dies erfordert abgestimmtes Vorgehen und konstruktive Zusammenarbeit
zwischen den Verantwortlichen für Energiewirtschaft, Landwirtschaft
und Wassermanagement. Berücksichtigt werden müssen auch die
grenzüberschreitenden Interessen und wasserrechtlichen
Verpflichtungen. Denn alle wasserbaulichen Maßnahmen sowie veränderte
Landnutzung oder neue Anbaumethoden wirken sich darauf aus, wie viel
Wasser die Bevölkerung und die Energieversorger flussabwärts zur
Verfügung haben.
Schutz der Lebensgrundlagen in Uganda
Der Klimawandel trägt dazu bei, dass Ostafrika immer häufiger
gleichermaßen von Dürre und Überschwemmungen betroffen ist.
Umfassende Strategien sind notwendig, um die Nahrungsmittel- und
Wasserversorgung dauerhaft zu sichern. Die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit unterstützt ein Programm der international
tätigen Umweltorganisation International Union for Conservation of
Nature (IUCN) dabei, den Lebensunterhalt der Bevölkerung im
Einzugsgebiet des Oberlaufs des Aswa-Agago-Flusses in Nord-Uganda auf
eine breitere Basis zu stellen. Zum einen werden auf nationaler Ebene
institutionelle und wasserrechtliche Grundlagen geschaffen und somit
die institutionellen Rahmenbedingungen verbessert. Zum anderen geht
es um die Dezentralisierung von Kompetenzen und partizipative
Planungs- und Entscheidungsprozesse auf lokaler Ebene. Die
Kapazitäten der lokalen Verwaltung und der Bevölkerung werden
gestärkt, um sie für ökologische Zusammenhänge zu sensibilisieren und
konkrete Maßnahmen umzusetzen. Wichtig sind die Erfassung der
derzeitigen Situation und die Entwicklung von Lösungsansätzen, die
die möglichen Auswirkungen des Klimawandels in der
Entwicklungsplanung berücksichtigt.
"Wir werden den Ansatz des Wirkungszusammenhangs zwischen Recht
auf Ernährung, Wasser- und Energieversorgung in Zukunft in den
österreichischen Programmen noch stärker als bisher verfolgen. Denn
schließlich tragen wir die Verantwortung dafür, dass
Entwicklungszusammenarbeit wirkt und die Lebensbedingungen der
ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen nachhaltig
verbessert", so Öppinger-Walchshofer abschließend.
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder
in Afrika, Asien, Zentralamerika, Ost- und Südosteuropa bei ihrer
nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen
Entwicklung. Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien. Die
Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit, setzt Programme und Projekte gemeinsam
mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und
Unternehmen um.
Rückfragehinweis:
Austrian Development Agency (ADA) die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit Austrian Development Agency (ADA) die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit Information und Öffentlichkeitsarbeit Tel.: +43 (0)1 90399-2411 mailto:[email protected] www.entwicklung.at
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