• 30.05.2012, 08:56:50
  • /
  • OTS0018 OTW0018

GLOBAL 2000 zu Temelín-Hearing in Wien: Unser Geld bekommt ihr nicht!

Erweiterung des AKW marktwirtschaftlich nicht rentabel, Staats-Subventionen verhindern

Wien (OTS) - Heute findet in Wien das Hearing der
Temelín-Betreiberfirma CEZ zur Erweiterung des Atomkraftwerks Temelín
statt. GLOBAL 2000 protestiert vor dem Veranstaltungsort und stellt
das Projekt selbst und das UVP-Verfahren
(Umweltvertäglichkeitsprüfung) der tschechischen Behörden in
Frage."Das Hearing im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung ist
eine Farce: CEZ hat noch nicht einmal entschieden, welchen Reaktortyp
sie vorsieht - so können natürlich die Umweltauswirkungen gar nicht
beurteilt werden", kritisiert Reinhard Uhrig, Atomexperte von GLOBAL
2000 die Anhörung. "Alle Atomkraftwerke der Welt dürfen leider schon
im Normalbetrieb große Mengen radioaktiver Stoffe wie Tritium und
Radiocarbon an die Umwelt abgeben - das tschechische Ministerium
behauptet im UVP-Gutachten einfach, dass Atomkraftwerke keine
Umweltauswirkungen haben und dass es damit auch egal ist, welcher
Reaktortyp gewählt wird." Tschechien erkennt im UVP-Gesetz auch
weiterhin nicht das Recht ausländischer BürgerInnen an, im Rahmen
einer Öffentlichkeitsbeteiligung bei einem tschechischen Gericht
Klage zu erheben. "Das Hearing kann dadurch zu einem reinen Aussitzen
der Betreiber werden, die sich anscheinend denken: die
ÖsterreicherInnen sind werden zwar mitgefährdet, haben aber nichts
mitzureden.", sagt Uhrig.

Obendrein steht fest: Tschechien braucht kein neues Atomkraftwerk.
Bereits heute ist die Tschechische Republik einer der größten
Netto-Stromexporteure der Welt, weitere Reaktoren in Temelín würden
damit ausschließlich dem Strom-Export dienen. Die zu zwei Dritteln
staatliche Betreibergesellschaft CEZ hat noch dazu bereits im
Dezember 2011 den Mehrheitsbesitzer Staat gewarnt, dass ohne direkte
Staats-Subventionen der Neubau von Atomkraftwerken nicht zu
realisieren ist:

Daniel Benes, CEO CEZ: "Ich kenne nämlich kein Atomprojekt auf der
Welt, das ohne jegliche Staatsunterstützung gebaut wird." (MF DNES,
Jana Klimova, 16.12.11)

"CEZ-Chef Benes zeigt bemerkenswerte Offenheit darin, wie er die
SteuerzahlerInnen um Geld anschnorrt", so Uhrig. "In anderen
europäischen Staaten passiert diese Schnorrerei in Form von
versteckterem Lobbyismus - das ändert aber nichts daran, dass
Atomkraft nicht marktfähig ist und daher angewiesen ist auf unser
Steuergeld, das wir der Atom-Lobby jetzt nicht mehr geben werden."

GLOBAL 2000 hat zusammen mit anderen NGOs und der E-Wirtschaft im
April mit der Regierung vereinbart, dass kein versteckter Atomstrom
in Österreich mehr abgenommen wird - 176 Millionen Euro kostet dieser
Schritt die Atom-Lobby, die jetzt keine 5 % Atomstrom mehr nach
Österreich verkaufen kann. "Wenn dieses Beispiel Schule macht und
andere Länder ebenfalls auf den Import von Atomstrom verzichten, wird
es zappenduster für die Neubaupläne", sagt Uhrig. "Wir müssen jetzt
sicherstellen, dass Atomkraft nicht mehr subventioniert, sondern ganz
im Gegenteil endlich adäquat besteuert wird." Dies sind die
Forderungen 3 und 4 des Europäischen Volksbegehrens "Meine Stimme
gegen Atomkraft", das GLOBAL 2000 gerade eingereicht hat:
www.my-voice.eu

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000
   Lydia Matzka-Saboi/Nunu Kaller 
   Pressesprecherinnen
   Tel.: +43 699 14 2000 26 / +43 699 14 2000 20
   mailto:[email protected]
   www.global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel